New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen haben am letzten Handelstag der Woche nach einem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht weitere Einbußen verzeichnet. Sowohl der Anstieg der Beschäftigtenzahl als auch die Arbeitslosenquote lagen unter den Erwartungen. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung gingen die Indizes letztlich doch mit klaren Verlusten aus dem Handel. Der Dow Jones verlor 0,79 Prozent auf 12.151,26 Punkte. Der S&P 500 sank um 0,97 Prozent auf 1.300,16 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 1,46 Prozent auf 2.732,78 Punkte nach.
Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im Mai 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums zwar verbessert, die Erwartungen aber deutlich verfehlt. So stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 54.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten allerdings einen Stellenaufbau um 169.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Plus von revidiert 232.000 im März. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 83.000, nach einem Zuwachs von revidiert 251.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 180.000 gelautet. Ferner kletterte die Arbeitslosenquote auf 9,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 9,0 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten mit einem Stand von 9,0 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,3 Prozent, nach einer Lohnsteigerung um 0,1 Prozent im Vormonat. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,2 Prozent ausgegangen.
Besser als erwartet fiel dagegen der ISM-Service-Index aus. So haben sich die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors im Mai verbessert. Wie das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, am mitteilte, kletterte der ISM-Service-Index auf 54,6 Zähler, nach 52,8 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg auf 53,3 Punkte prognostiziert.
Die Rating-Agentur Moody's Investors Service erwägt eine Herabstufung des US-Ratings. Wie bereits gestern mitgeteilt wurde, droht die Herabstufung der Kreditwürdigkeit, falls die USA keine Einigung bei der Erhöhung der Schuldenobergrenze erzielt. Sollte sich die sich Regierung um Präsident Barack Obama nicht mit der Opposition einigen, droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit. Das Risiko wird zwar als gering, jedoch auch wachsend eingeschätzt. Wird das Schuldenlimit angehoben und eine drohende Zahlungsunfähigkeit abgewendet, so will Moody's unverändert an ihrem "Aaa"-Rating für die USA festhalten.
Hewlett-Packard (Hewlett-Packard (HP)) plant einen Aktienrückkauf. So will der Konzern im laufenden dritten Quartal für mindestens 3 Mrd. US-Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Zudem hofft CEO Leo Apotheker, dass das Board eine Dividendenerhöhung um 50 Prozent auf 12 Cents pro Aktie genehmigt. Ferner bekräftigte Apotheker das Langfristziel, bis 2014 einen Gewinn je Aktie von 7,00 US-Dollar zu erreichen. Der Anteilsschein des PC-Herstellers verschlechterte sich um 0,9 Prozent.
Auch der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart Stores Inc. plant einen Aktienrückkauf. Wie der CFO Charles Holley am Freitag auf der Jahreshauptversammlung des weltgrößten Einzelhändlers mitteilte, sollen eigene Aktien im Volumen von bis zu 15 Mrd. US-Dollar zurückgekauft werden. Das neue Aktienrückkaufprogramm soll das bestehende Programm ersetzen, unter dem zuletzt noch ein Rückkaufvolumen von 2 Mrd. US-Dollar ausstand. Die Aktie konnte gegen den Trend um 0,2 Prozent zulegen.
Gefragt waren Aktien von Cooper Cos. (Cooper Cos). So konnte man im zweiten Geschäftsquartal 2010/11 die Markterwartungen klar schlagen und erhöhte zudem den Ausblick. Für das Gesamtjahr 2010/11 erwartet Cooper Cos. nun einen Umsatz im Bereich von 1,28 bis 1,3 Mrd. US-Dollar und einen bereinigten Gewinn von 4,00 bis 4,15 US-Dollar je Aktie. Zuvor hatte der Konzern einen Umsatz im Bereich von 1,265 bis 1,29 Mrd. US-Dollar und einen bereinigten Gewinn von 3,70 bis 3,90 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Analysten sehen hier einen Erlös von 1,28 Mrd. US-Dollar und ein EPS von 3,93 US-Dollar. Der Titel verteuerte sich um 1,4 Prozent.
Einen Kurssprung um 15 Prozent machte die Aktie von Quiksilver Inc. . Der Anbieter von Sportbekleidung hat im zweiten Fiskalquartal zwar einen Verlust erzielt, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. So stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 478,1 Mio. US-Dollar. Beim Ergebnis wurde aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen ein Verlust von 83,3 Mio. US-Dollar bzw. 51 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Gewinn von 9,4 Mio. US-Dollar bzw. 7 Cents je Aktie im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt, wurde ein Gewinn von 9 Cents je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten im Vorfeld nur ein Ergebnis von 7 Cents je Aktie bei Erlösen von 472,6 Mio. US-Dollar erwartet.
Walgreen (Walgreen) konnte indes für Mai 2011 ein Wachstum bei den Same-Store Sales erzielen und übertraf dabei die Schätzungen der Analysten. Die Aktie der Drugstore-Kette schloss mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent.
Chevron (Chevron) verloren 0,1 Prozent, nachdem sich gestern eine Explosion in einer zum Konzern gehörenden britischen Raffinerie ereignet hat. AT&T (AT&T) verloren derweil 1,0 Prozent an Wert. Der Telekommunikationskonzern wird der Convergys rund 320 Mio. US-Dollar für zwei Mobilfunk-Beteiligungen zahlen.
Im Abwärtssog befand sich die Aktie von Newell Rubbermaid , nachdem man die Gewinnprognose für das laufende Jahr zurückgenommen hatte. So rechnet man inzwischen für 2011 nur noch mit einem Gewinn je Aktie von 1,60 bis 1,67 US-Dollar. Ursprünglich war ein EPS in Höhe von 1,67 bis 1,70 US-Dollar in Aussicht gestellt worden. Analysten gehen derweil von einem EPS von 1,69 US-Dollar aus. Der Anteilsschein des Konsumgüterkonzerns brach um 11,8 Prozent ein.
Dagegen verteuerten sich Smithfield Foods um 1,8 Prozent, nachdem der Fleischproduzent verlautbarte, dass er die Gespräche über den Erwerb der ausstehenden Aktien an dem spanischen Wettbewerber Campofrio Food Group (Campofrio Alimentacion) abgebrochen hat. (03.06.2011/ac/n/m)