New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes schlossen am Donnerstag trotz besser als erwarteter Daten vom Arbeitsmarkt im Minus. Belastend wirkte dabei das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung, womit die Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen der Fed zunächst einen Dämpfer erhalten haben. Der Dow Jones verlor 0,25 Prozent auf 12.573,35 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Minus von 0,75 Prozent bei 2.866,16 Zählern, während der S&P 500 einen Abschlag von 0,50 Prozent auf 1.334,76 Punkte zeigte.
Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 7. Juli 2012 überraschend verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 26.000 auf 350.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 375.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 374.000 auf 376.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt sank um 9.750 auf 376.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.
Daneben haben sich die US-Außenhandelspreise im Juni 2012 reduziert. So fielen die Ausfuhrpreise um 1,7 Prozent, nach einem Minus von 0,4 Prozent im Vormonat. Bereinigt um Agrargüter lagen die Exportpreise um 1,4 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat um 0,6 Prozent nachgegeben hatten. Die Einfuhrpreise sanken um 2,7 Prozent, nach einem Preisrückgang um 1,2 Prozent im Mai. Ferner fielen die um Ölimporte bereinigten Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, nachdem im Mai ein Preisrückgang um 0,1 Prozent ausgewiesen worden war.
Das US-Finanzministerium hat am Donnerstag die Daten zum US-Bundeshaushalt für Juni 2012 veröffentlicht. Dabei belief sich das Haushaltsdefizit im Juni auf 59,7 Mrd. US-Dollar. Das Defizit liegt damit über dem Niveau des Vorjahresmonats von 43,1 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben lagen im Berichtsmonat bei 319,9 Mrd. US-Dollar gegenüber Einnahmen von nur 260,2 Mrd. US-Dollar. Im bisherigen Fiskaljahr liegt das Haushaltsdefizit bei 904,2 Mrd. US-Dollar, was 66,3 Mrd. US-Dollar weniger sind als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet das Congressional Budget Office ein Defizit von rund 1,17 Billionen US-Dollar.
Bereits gestern nach Börsenschluss meldete Marriott International , der größte Hotelbetreiber in den USA, dass er im zweiten Quartal 2012 seinen Nettogewinn trotz geringerer Umsätze steigern konnte. Beim Ergebnis wurden die Erwartungen des Marktes damit genau erreicht. Den Angaben zufolge haben die meisten Unternehmensbereiche eine gute Entwicklung gezeigt. Dagegen geht man für die Zukunft von einem sich abschwächenden Wachstum in Asien aus. Die Aktie gab 6,5 Prozent ab.
Der US-Baustoffzulieferer Texas Industries meldete am Mittwochabend nach Börsenschluss überraschend starke Zahlen für das vierte Quartal. Demnach lag der Umsatz mit 174,6 Mio. US-Dollar leicht unter dem Vorjahreswert von 175,8 Mio. US-Dollar. Beim Nettoergebnis verbuchte der Konzern einen Gewinn von 60,2 Mio. US-Dollar bzw. 2,15 US-Dollar je Aktie, nach einem Nettoverlust von 9,1 Mio. US-Dollar bzw. 33 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum Bereinigt um Einmaleffekte wurde im Berichtszeitraum ein Vorsteuergewinn von 2,4 Mio. US-Dollar erzielt. Profitiert habe der Konzern vor allem von der gestiegenen Nachfrage aus dem Bausektor sowie Preiserhöhungen in einigen Absatzmärkten. Zuvor hatte der Baukonzern in den vergangenen zehn Quartalen über einen Verlust quittieren müssen. Die Aktie von Texas Industries legte um gut 14 Prozent zu.
Ebenfalls gestern Abend erklärte die Supermarktkette SUPERVALU , dass sie im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbuchen musste, der zudem deutlich unter den Markterwartungen ausfiel. Der Supermarktbetreiber machte u.a. rückläufige Margen sowie den starken Wettbewerbsdruck für den deutlichen Ergebnisrückgang verantwortlich. Im Anschluss kündigte SUPERVALUE ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns an. Unter anderem wurde in diesem Zusammenhang ein Kostensenkungsprogramm implementiert, das in den kommenden zwei Jahren Einsparungen in Höhe von 250 Mio. US-Dollar vorsieht. Außerdem werde man die Investitionen weiter zurückfahren und die Quartalsdividende aussetzen. Außerdem zieht der Konzern strategische Alternativen zur Steigerung des Unternehmenswertes in Betracht. In diesem Zusammenhang wurden Greenhill & Co. und die Großbank Goldman Sachs als Berater engagiert. Die Papiere von SUPERVALU brachen um 49 Prozent ein.
Heute gab der Baustoffhändler Fastenal bekannt, dass sein Gewinn im zweiten Quartal deutlich gestiegen ist, was auf ein starkes Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Anteilsscheine von Fastenal konnten vor diesem Hintergrund um 6,3 Prozent vorrücken.
Auch der Autoversicherer Progressive präsentierte am Donnerstag die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Demnach verbesserten sich die Nettoprämieneinnahmen um 7 Prozent auf 4,00 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde hingegen ein Rückgang auf 118,6 Mio. US-Dollar bzw. 19 Cents je Aktie verzeichnet, nach einem Nettogewinn von 245,2 Mio. US-Dollar bzw. 38 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum wurden negative Einmaleffekte aus Investment-Anlagen in Höhe von 4,6 Mio. US-Dollar vor Steuern ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum hier positive Einmaleffekte in Höhe von 26,0 Mio. US-Dollar vor Steuern verbucht hatte. Analysten hatten zuvor ein EPS von 27 Cents erwartet. Die Aktie des Unternehmens schloss um 5,0 Prozent schwächer.
(12.07.2012/ac/n/m)