New York (aktiencheck.de AG) - Nach schwächerem Start konnten die amerikanischen Börsen zur Wochenmitte ihre anfänglichen Verluste wieder wettmachen. Im Vorfeld des morgen und übermorgen stattfindenden G20-Treffens hielten sich die Anleger jedoch mit Käufen zurück. Der Dow Jones schloss mit einem leichten Plus von 0,09 Prozent bei 11.357,04 Punkten. Der S&P 500 legte 0,44 Prozent auf 1.218,75 Zähler zu. Der NASDAQ Composite verbesserte sich um 0,62 Prozent auf 2.578,78 Punkte.
Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im September nach Angaben des US-Handelsministeriums verringert. So hat sich das Defizit um 5,3 Prozent auf 44,0 Mrd. Dollar reduziert, während Volkswirte 44,8 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Für August wurde der Passivsaldo von vorläufig 46,3 Mrd. auf 46,5 Dollar nach oben korrigiert. Beim Außenhandel mit China hat sich der Passivsaldo auf nun 27,8 Mrd. Dollar ausgeweitet, nach 22,1 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat.
Daneben hat das US-Finanzministerium die Daten zum US-Bundeshaushalt für Oktober 2010 veröffentlicht. Demnach musste im Oktober zum 25. Mal in Folge ein Haushaltsdefizit ausgewiesen werden. Das Defizit belief sich auf 140,4 Mrd. Dollar. Volkswirte hatten im Vorfeld ein Defizit in Höhe von 140 Mrd. Dollar erwartet. Im Oktober 2009 hatte das Defizit noch 176 Mrd. Dollar betragen.
Ferner ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 5. November 2010 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. Demnach legte der entsprechende Index um 5,8 Prozent zu. In der Vorwoche war ein Minus von 5,0 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen wuchs der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 6,0 Prozent, wohingegen der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 5,5 Prozent anzog. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf unverändert 4,28 Prozent.
Die US-Außenhandelspreise haben sich im Oktober nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erhöht. So stiegen die Exportpreise im Vormonatsvergleich um 0,8 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen sie um 0,7 Prozent über dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat um 0,3 Prozent angezogen waren. Ferner kletterten die Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent. Bereinigt um Ölimporte stiegen die Einfuhrpreise um 0,3 Prozent, während im September ein Plus von 0,3 Prozent ausgewiesen worden war. Schließlich hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf 435.000 verringert. Am Abend werden noch Daten zum US-Staatshaushalt im Oktober erwartet.
Viel Beachtung fanden in den USA heute die Zahlen des Autobauers General Motors (Motors Liquidation). So konnte das Unternehmen im dritten Quartal schwarze Zahlen schreiben. Während der Umsatz bei 34,1 Mrd. Dollar lag, betrug der Nettogewinn nach Anteilen Dritter 2,0 Mrd. Dollar. Für das vierte Quartal stellt die Gesellschaft ein positives Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern in Aussicht. Die Aktie gab dennoch rund 5 Prozent ab.
Positiv fielen die Daten der Kaufhauskette Macy`s (Macys) aus. Im dritten Quartal konnte vor dem Hintergrund eines soliden Umsatzwachstums ein Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt werden. Die Erwartungen wurden geschlagen. Zudem wurde die Jahresprognose erhöht. Der Nettogewinn lag bei 10 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie. Auf bereinigter Basis betrug der Gewinn 8 Cents pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich um 6,6 Prozent auf 5,62 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 5,55 Mrd. Dollar ausgegangen. Die EPS-Prognose für das Gesamtjahr wurde von zuvor 1,89 bis 1,94 Dollar auf nunmehr 1,94 bis 1,99 Dollar erhöht. Das Papier verbilligte sich um 1,5 Prozent.
Ferner konnte der Modekonzern Polo Ralph Lauren im zweiten Geschäftsquartal zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn verzeichnen. Dabei stiegen die Umsatzerlöse um 11 Prozent auf 1,53 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich um 16 Prozent auf 205,2 Mio. Dollar bzw. 2,09 Dollar pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld nur von einem EPS von 1,70 Dollar bei Umsätzen von 1,48 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Titel machte einen Sprung um 7,5 Prozent nach oben.
Aktien des IT-Dienstleisters Computer Sciences verbilligten sich um knapp 1 Prozent. Die Gesellschaft musste im zweiten Quartal angesichts leicht geringerer Umsätze einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Erwartungen wurden allerdings übertroffen. Zudem wurde der Ausblick aktualisiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 5,35 bis 5,45 Dollar (zuvor: 5,30 bis 5,40 Dollar) bei Erlösen von 16,5 bis 17,0 Mrd. Dollar (zuvor: 16,8 bis 17,2 Mrd. Dollar).
Papiere des Suppenherstellers Campbell Soup gaben um mehr als 3 Prozent nach, nachdem man die Ergebnisprognose nach unten revidiert hat.
Deutlich negativ fiel das Ergebnis des Anleiheversicherer Ambac Financial Group (AMBAC Financial Group) aus. Nachdem man am Montag Gläubigerschutz beantragt hatte, gab man gestern nachbörslich bekannt, im dritten Quartal einen deutlich niedrigeren Gewinn erwirtschaftet zu haben. So sank der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 76 Mio. Dollar bzw. 25 Cents pro Aktie, nach 2,19 Mrd. Dollar. Der Umsatz fiel gleichzeitig von 2,69 Mrd. Dollar auf 361,2 Mio. Dollar. Der Titel brach bereits gestern um mehr als 50 Prozent ein. (10.11.2010/ac/n/m)