New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen verzeichneten am zweiten Handelstag der Woche zunächst deutliche Aufschläge. Dabei wirkte sich ein erzielter Kompromiss im Streit zwischen Demokraten und Republikanern um Steuererleichterungen positiv auf die Marktstimmung aus. Im weiteren Handelsverlauf mussten die Indizes ihre Gewinne aber nahezu vollständig wieder abgeben. Der Dow Jones schloss mit einem marginalen Minus von 0,03 Prozent bei 11.359,16 Punkten. Der S&P 500 verbuchte ein kleines Plus von 0,05 Prozent auf 1.223,75 Zähler. Der NASDAQ Composite gewann 0,14 Prozent auf 2.598,49 Punkte.
Das Volumen der US-Verbraucherkredite ist im Oktober 2010 um 1,7 Prozent angestiegen. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Juli 2008. Wie die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) am Dienstag mitteilte, stieg das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbraucherkredite um 3,4 Mrd. Dollar auf 2,4 Bio. Dollar. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Rückgang gerechnet. Im September stiegen die Verbraucherkredite revidiert nur um 0,6 Prozent, nachdem zunächst ein Anstieg um 1,1 Prozent veröffentlicht worden war. Der Umfang der kurzfristigen Schulden, wie etwa Kreditkartenschulden, ging im Oktober um 8,4 Prozent bzw. 5,6 Mrd. Dollar zurück. Das Volumen langfristiger Kredite, wie zum Beispiel für Autokäufe oder Studienkredite, stieg dagegen um 6,8 Prozent bzw. 9,0 Mrd. Dollar.
Aktien der Citigroup gewannen mehr als 3 Prozent. Die US-Regierung will sich von weiteren Anteilscheinen der Großbank trennen. Wie aus einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, werde das US-Finanzministerium weitere rund 2,4 Milliarden Stammaktien des Kreditinstituts veräußern. Damit stößt die US-Regierung ihre verbliebene Beteiligung in Höhe von knapp 7 Prozent an der einst weltgrößten Bank ab. Bis dato hat das US-Finanzministerium eigenen Angaben zufolge bereits 5,3 Milliarden der insgesamt 7,7 Milliarden gehaltenen Citigroup-Aktien verkauft.
Daneben gaben Anteilscheine von 3M trotz eines starken Ausblicks um 3 Prozent nach. Der Mischkonzern gab heute bekannt, dass er für das Geschäftsjahr 2011 auf bereinigter Basis mit einem höheren Gewinn rechnet. Den Angaben zufolge geht der Konzern für 2011 von einem Gewinn pro Aktie von 6,17 bis 6,37 Dollar vor Einmaleffekten aus. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man unverändert ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von 5,70 bis 5,74 Dollar. Analysten prognostizieren hier ein EPS-Ergebnis von 6,20 Dollar bzw. 5,73 Dollar. Für das Geschäftsjahr 2011 stellt der Konzern einen Umsatz von 29,0 bis 30,5 Mrd. Dollar in Aussicht. Analysten sehen die Erlöse hier bei 29,15 Mrd. Dollar.
Die amerikanische Nicor Inc ., die auf den Vertrieb von Erdgas spezialisiert ist, wird vom Konkurrenten AGL Resources Inc. übernommen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, hat man dem Übernahmeangebot von AGL Resources bereits zugestimmt. Demnach zahlt AGL für jede Nicor-Aktie 21,20 Dollar in bar sowie 0,8382 AGL-Anteilscheine. Damit wird Nicor mit rund 2,4 Mrd. Dollar bewertet. Die Anteilseigner von AGL Resources werden circa 67 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen halten, Nicor-Aktionäre rund 33 Prozent. Das durch den Zusammenschluss entstehende Unternehmen verfügt über ungefähr 4,5 Millionen Kunden. Die Aktie von Nicor gewann 4,5 Prozent, Papiere von AGL Resources verloren fast 6 Prozent.
Wie der drittgrößte US-Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel bereits gestern mitteilte, will er in den kommenden sieben Jahren bis zu 11 Mrd. Dollar durch eine Netzwerk-Restrukturierung einsparen. Dabei entfallen bis zu 40 Prozent der geplanten Einsparungen auf eine Trennung vom iDEN Netzwerk, welches in 2005 von Nextel übernommen wurde. Die Aktie gewann gut 1 Prozent.
Quartalszahlen gab es bei AutoZone und Talbots (The Talbots). Der Autoteilehändler hat dabei im ersten Quartal sein Ergebnis verbessern. Insgesamt habe man im Berichtszeitraum von Sparmaßnahmen sowie einer Verbesserung der Margen profitieren können. Die Aktie schloss nach anfänglichen Gewinnen mit einem Minus von knapp 1 Prozent.
Dagegen brachen Papiere von Talbots um knapp 23 Prozent ein. Die Einzelhandelskette mit Fokus auf Frauenbekleidung konnte zwar im dritten Quartal den Gewinn steigern und die Ergebniserwartungen schlagen, jedoch wurden die Umsatzschätzungen verfehlt. Zudem wurde ein schwacher Ausblick auf das laufende Quartal gegeben.
Schließlich teilte die Bank of Montreal , die viertgrößte Bankgesellschaft in Kanada, heute mit, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal um 14 Prozent erhöht hat, was vor allem auf starke Ergebnisse in den Bereichen P&C Canada, BMO Capital Markets und Private Client Group sowie auf geringere Rückstellungen für Kreditausfälle zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. An der NYSE verteuerten sich Titel der Bank of Montreal um 3 Prozent. (07.12.2010/ac/n/m)