New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen verzeichneten am letzten Handelstag der Woche deutliche Zugewinne. Neben diversen positiven Quartalsausweisen sorgte auch der am Wochenende anstehende EU-Gipfel für optimistische Stimmung. Die Indizes gingen nahezu auf ihren Tageshochs aus dem Handel. Der Dow Jones verbesserte sich um 2,31 Prozent auf 11.808,79 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,49 Prozent auf 2.637,46 Zähler stieg. Der S&P 500 legte um 1,88 Prozent auf 1.238,25 Punkte zu.
Die Aktie von Ford Motor Co. verbesserte sich um 4,8 Prozent, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's ihre Einschätzung für den amerikanischen Automobilkonzern angehoben hatte. Wie die Agentur am Freitag mitteilte, wurde das Kreditrating um zwei Stufen von BB- auf BB+ erhöht. Der Ausblick wurde als stabil angegeben. Als Gründe für die Rating-Aufstufung nannte Standard & Poor's die nach der Einigung mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) unverändert guten Aussichten für Ford, Gewinne und einen hohen freien Cashflow zu generieren, sowie die günstige Kostenstruktur.
Als eines der Highlights der laufenden Berichtssaison stand bereits gestern nach Börsenschluss der Quartalsausweis von Microsoft . Der Softwarekonzern hat für das erste Fiskalquartal 2011/12 einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Während der Umsatz die Erwartungen übertraf, lag das EPS im Rahmen der Erwartungen. Der hob man vor allem die Office-Verkaufserfolge hervor. Zudem konnte der Verkauf von Windows 7 anziehen. Der Umsatz stieg von 16,2 Mrd. US-Dollar auf nun 17,37 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 5,74 Mrd. US-Dollar bzw. 68 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Gewinn von 5,41 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 68 Cents sowie einem Umsatz von 17,25 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Titel schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent.
Heute standen insbesondere die Quartalsbilanzen von McDonalds und General Electric im Blick. McDonald's verzeichneten einen Zugewinn von 3,7 Prozent und markierten ein neues Allzeithoch, nachdem die Schnellrestaurantkette ihr Ergebnis im dritten Quartal dank einer wachsenden Nachfrage in allen Regionen verbessern konnte und die Erwartungen der Analysten schlug. So wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 7,17 Mrd. US-Dollar, nach 6,30 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren erhöhten sich um 5,0 Prozent. Ferner kletterte der Nettogewinn um 9 Prozent auf nun 1,51 Mrd. US-Dollar bzw. 1,45 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten zuvor lediglich ein EPS von 1,43 US-Dollar und Umsatzerlöse von 7,01 Mrd. US-Dollar prognostiziert.
General Electric (General Electric (GE)) hat daneben seinen Gewinn im dritten Quartal um 57 Prozent gesteigert. Dabei profitierte der Mischkonzern insbesondere von starken Ergebnisbeiträgen der Segmente GE Capital und Transportation. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis erfüllt. Für 2012 wurde indes ein zweistelliges Ergebniswachstum in Aussicht gestellt. Der Nettogewinn belief sich auf 3,22 Mrd. US-Dollar bzw. 22 Cents pro Aktie, nach 2,06 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der operative Gewinn lag bei 31 Cents (Vorjahr: 28 Cents) pro Aktie. Der Umsatz verharrte mit 35,37 Mrd. US-Dollar auf Vorjahresniveau. Für das Papier ging es gegen den Trend um 1,9 Prozent nach unten.
Einen Kurssprung um 27,9 Prozent machte die Aktie von Seagate Technology . Der Festplattenhersteller hat im abgelaufenen Quartal zwar einen leichten Gewinnrückgang verzeichnet, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Demnach belief sich der Nettogewinn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2011/2012 auf 140 Mio. US-Dollar bzw. 32 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 149 Mio. Dollar bzw. 31 Cents je Aktie im Vorjahr. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn lag bei 34 Cents je Aktie. Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um 4 Prozent auf 2,81 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 31 Cents je Aktie und einem Umsatz von 2,90 Mrd. US-Dollar ausgegangen.
Honeywell (Honeywell International) konnte mit seinem Zahlenausweis zum dritten Quartal überzeugen. Der Mischkonzern steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich und übertraf die Erwartungen. Dabei profitierte man vor allem von einem robusten Aufwärtstrend im Bereich Commercial Aerospace sowie von einer zunehmenden Präsenz in wachstumsstarken Regionen. Zudem wurde die Jahresplanung angehoben. Der Anteilsschein rückte um 5,8 Prozent vor.
Für eine Enttäuschung sorgte vorbörslich Schlumberger . Der Ölfeld-Servicedienstleister musste im dritten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Zurückzuführen war dies auf einen hohen Einmalertrag im Vorjahr. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Der Titel verlor 0,9 Prozent an Wert.
Verizon (Verizon Communications) legten um 0,9 Prozent zu. Die Telefongesellschaft verbesserte im abgelaufenen Quartal ihren Gewinn deutlich. Die Schätzungen der Analysten wurden leicht übertroffen. Die Aktie des Zeitarbeits-Spezialisten ManpowerGroup (Manpower) zeigte sich daneben mit einem Zugewinn von 3,1 Prozent in guter Form. Das Unternehmen übertraf im dritten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten. SunTrust Banks gaben derweil um 3,3 Prozent nach. Die Bank hat im dritten Quartal den Gewinn gesteigert und die Erwartungen der Analysten geschlagen. Für Air Products & Chemicals (Air Products and Chemicals) ging es um 0,4 Prozent nach unten. Der Industriegasehersteller steigerte im vierten Quartal Gewinn und Umsatz. Während die Gewinnerwartungen der Analysten erreicht wurden, wurden die Schätzungen beim Umsatz allerdings knapp verfehlt. Zu guter Letzt verteuerten sich McClatchy um 5,2 Prozent. Der Zeitungsverlag musste unter anderem wegen rückläufiger Werbeumsätze im dritten Quartal zwar einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen.
Abseits der ganzen Quartalsbilanzen meldet sich heute Barnes & Noble (BarnesNoble) mit einer Personalie zu Wort. So verlautbarte der Buchhändler, dass Joseph Lombardi sein Amt als CFO niedergelegt hat. Er verbleibt jedoch noch bis Mitte 2012 im Unternehmen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, während Barnes & Noble einen permanenten Nachfolger sucht. Derweil wurde Allen Lindstrom, zurzeit Vice President, Corporate Controller, zum Interims-CFO ernannt, bis ein Ersatz für Lombardi gefunden ist. Lindstrom kam im November 2007 zu Barnes & Noble und fungiert zudem als Principal Accounting Officer. Der Titel verlor 1,3 Prozent. (21.10.2011/ac/n/m)