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28.11.2011 22:23

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Wall Street Schluss: US-Börsen mit starkem Wochenauftakt, Einzelhandel mit Rekordumsatz am Black Friday

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New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen sind mit deutlichen Zugewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Neben der Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone sorgte ein erfolgreicher Auftakt des Weihnachtsgeschäfts im US-Einzelhandel für Kauflaune bei den Anlegern. Der Dow Jones verbesserte sich um 2,59 Prozent auf 11.523,01 Punkte, während der NASDAQ Composite um 3,52 Prozent auf 2.527,34 Zähler stieg. Der S&P 500 legte um 2,92 Prozent auf 1.192,55 Punkte zu.

Die Baugenehmigungen in den USA sind im Oktober 2011 nicht so stark gestiegen wie zunächst angenommen. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington am Montag bekannt. So wurden insgesamt 0,644 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurde der vorläufig veröffentlichte Wert nach oben korrigiert. Zunächst hatte das US-Handelsministerium einen Anstieg um 10,9 Prozent auf 0,653 Millionen Baugenehmigungen gemeldet, nach 0,589 Millionen im September.

Daneben hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im November 2011 erhöht. Wie das Commerce Department mitteilte, kletterte die Zahl gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent auf 307.000 Häuser, während Volkswirte eine Zahl von 312.000 erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 303.000 (vorläufig: 313.000) Häusern ermittelt worden. Dagegen wurde das entsprechende Vorjahresniveau von 282.000 um 8,9 Prozent übertroffen.

Für Kauflaune sorgte vor allem der erfreuliche Start der Einzelhandelsbranche in das Weihnachtsgeschäft. So verzeichnete der US-Einzelhandel am "Black Friday" einen neuen Umsatzrekord. Wie der Branchenverband NRF am Sonntag mitteilte, wurde am "Black Friday", dem Tag nach dem Feiertag Thanksgiving, mit 11,4 Mrd. US-Dollar ein neuer Umsatzrekord verbucht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 6,6 Prozent. Am gesamten Wochenende wurde mit 52,4 Mrd. US-Dollar sogar 16 Prozent mehr umgesetzt als im vergangenen Jahr. Neben verlängerten Öffnungszeiten sorgten auch die guten Wetterverhältnisse für die Konsumlaune bei den Amerikanern. So war der Black Friday der wärmste seit 13 Jahren und zugleich der trockenste seit fünf Jahren. Der Black Friday, der Tag nach Thanksgiving, gilt in den USA traditionell als Auftakt für die weihnachtliche Shopping-Saison. Die Zeit zwischen Thanksgiving und Weihnachten ist die wichtigste Zeit für den US-Einzelhandel. In diesem Zeitraum erzielt die Branche mehr als die Hälfte ihres gesamten Jahresumsatzes.

Vor diesem Hintergrund standen unter anderem Anteilsscheine von Amazon.com Inc. im Fokus. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wurden am Tag nach "Thanksgiving" mehr als viermal so viele Geräte des populären eBook-Readers verkauft als ein Jahr zuvor. Amazon bietet das Gerät derzeit in vier Ausführungen an: "Kindle", "Kindle Touch", "Kindle Touch 3G" und das neueste Modell "Kindle Fire". Diese sind für 79, 99, 149 und 199 US-Dollar zu haben. Nach Aussage von Amazon sei die mit 199 US-Dollar teuerste Ausführung des eBook-Readers, der "Kindle Fire" am vergangenen "Black Friday" am häufigsten nachgefragt worden. Der "Black Friday" gilt in den USA traditionell als Auftakt für die weihnachtliche Shopping-Saison. Die Aktie von Amazon konnte um 6,4 Prozent zulegen.

Unter Druck stand dagegen die Aktie von Groupon Inc. . Die Aktie des amerikanischen Gutschein-Portals verlor gegen den positiven Trend um 9,0 Prozent. Im Handelsverlauf rutschte der Kurs mit 14,85 US-Dollar zeitweise auf einen neuen Tiefstand ab und notiert damit inzwischen klar unter dem Ausgabepreis, der beim IPO am 4. November bei 20 US-Dollar gelegen hatte. Gegenüber dem Höchststand, der gleich am ersten Handelstag bei 31,14 US-Dollar erreicht wurde, hat sich der Aktienkurs des Börsenneulings sogar mehr als halbiert. Angesichts der hohen Nachfrage nach seinen Aktien hatte das Unternehmen den Emissionspreis auf 20 US-Dollar angehoben, nachdem man zunächst eine Spanne zwischen 16 und 18 US-Dollar angekündigt hatte.

Die US-Großbank Citigroup Inc. muss sich nun wohl doch wegen zweifelhafter Hypotheken-Geschäfte vor Gericht verantworten. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht, hat ein New Yorker Gericht den Vergleich zwischen der Citigroup und der amerikanischen Börsenaufsicht SEC für nichtig erklärt. Im Zuge des Vergleichs sollte die US-Bank 285 Mio. US-Dollar bezahlen, um damit die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Dieser Vergleich ist nun geplatzt. Der Richter Jed Rakoff begründete seine Entscheidung damit, dass die Schuldfrage nie geklärt worden sei. "Das Gericht und die Öffentlichkeit muss wissen, wie die Sachlage ist", schrieb Rakoff in seiner Urteilsbegründung. Der Citigroup wird vorgeworfen, die Anleger mit einem Produkt namens "Class V Funding III" hinters Licht geführt zu haben. Die Börsenaufsicht wirft dem Konzern vor, dass sie das Wertpapier um den Jahreswechsel 2006/2007 verkauft habe, gleichzeitig aber ohne das Wissen der Anleger dagegen wettete. Während die Investoren beim Platzen der US-Immobilienblase hohe Verluste einstecken mussten, habe die Citigroup Gewinne und Gebühren in Höhe von 160 Mio. US-Dollar eingestrichen. Die Aktie der Citigroup gewann dennoch 6,0 Prozent.

Daneben hat der US-Krankenversicherer UnitedHealth Group seine Prognose für das laufende Fiskaljahr 2011 bestätigt und den Ausblick für das kommende Geschäftsjahr 2012 konkretisiert. Demnach geht er für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 4,52 bis 4,57 US-Dollar aus. Analysten gehen hier von einem EPS von 4,55 US-Dollar aus. Für das Fiskaljahr 2012 stellt der US-Krankenversicherer Umsatzerlöse im Bereich von 107 bis 108 Mrd. US-Dollar sowie ein EPS von 4,55 bis 4,75 US-Dollar in Aussicht. Marktbeobachter gehen hier von einem EPS von 4,75 US-Dollar und Umsatzerlösen von 108,5 Mrd. US-Dollar aus. Die Aktie konnte um 3,1 Prozent zulegen.

Deutlich schwächer präsentierten sich die Anteilsscheine von Greif (Grei b). Zuvor hatte der Verpackungshersteller seine Prognose für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert. Wie aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, erwartet der Konzern für das Fiskaljahr 2011 vor Einmaleffekten einen Gewinn von 3,65 bis 3,75 US-Dollar je Aktie. Zuletzt hatte Greif hier ein EPS von 4,15 bis 4,30 US-Dollar in Aussicht gestellt. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 4,05 US-Dollar aus. Unter anderem verwies der Verpackungshersteller auf die schwächer als erwartete Umsatzentwicklung in Westeuropa, die vor allem im zweiten Halbjahr beim Absatzvolumen sowie bei der Profitabilität hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Auch habe man unter einer höheren Steuerbelastung zu leiden gehabt. Die Aktie rutschte um 5,1 Prozent ab. (28.11.2011/ac/n/m)

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