New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen schlossen am Donnerstag mit massiven Verlusten. Als Belastungsfaktor erwiesen sich die Ergebnisse der Fed-Sitzung vom Vorabend. Auf die Stimmung drückte insbesondere der Umstand, dass die US-Notenbank signifikante Abwärtsrisiken im Konjunkturausblick sieht. Daneben fielen auch die heutigen Daten vom US-Arbeitsmarkt etwas schlechter aus als erwartet. Der Dow Jones verschlechterte sich um 3,51 Prozent auf 10.733,83 Punkte. Der S&P 500 gab um 3,19 Prozent auf 1.129,56 Zähler nach. Der NASDAQ Composite fiel um 3,25 Prozent auf 2.455,67 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 17. September 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 9.000 auf 423.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 418.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 428.000 auf 432.000 nach oben korrigiert.
Die Tatsache, dass die US-Frühindikatoren im August erneut gestiegen sind, kann die Stimmung ebenfalls nicht verbessern. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,3 Prozent, während Volkswirte ein Plus von 0,1 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,6 Prozent ermittelt worden.
Bei dem amerikanischen IT-Konzern Hewlett-Packard Co. (Hewlett-Packard (HP)) steht Presseberichten zufolge ein Führungswechsel unmittelbar bevor. Wie das "Wall Street Journal" auf seiner Internetseite unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person berichtete, soll Meg Whitman, frühere Vorstandschefin des Internetkonzerns eBay Inc. , künftig den Posten des CEO bekleiden. Erst gestern waren Gerüchte über eine mögliche Ablösung des derzeitigen CEOs Leo Apotheker, der erst seit 11 Monaten im Amt ist, aufgekommen. Wie das "Wall Street Journal" weiter berichtete, soll nach der heutigen Sitzung des Board of Directors möglicherweise noch heute Abend nach Börsenschluss der Führungswechsel bekanntgegeben werden. Die HP-Aktie verlor 6,1 Prozent.
Zyklische Werte zählten vor dem Hintergrund des negativen Konjunkturausblicks der Fed und der damit verbundenen Rezessionssorgen heute zu den größten Verlierern im Dow Jones. So verlor die Aktie des Chemiekonzerns E. I. Du Pont de Nemours and Co. (DuPont) (E I DuPont de Nemours and) 6,6 Prozent. Papiere des Aluminiumkonzerns Alcoa Inc. gaben um 6,7 Prozent nach. Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar Inc. büßte sogar 6,9 Prozent ein.
Der größte Verlierer im Dow Jones war jedoch die Aktie von United Technologies . Der Mischkonzern gab gestern Abend bekannt, dass er den Luftfahrtzulieferer Goodrich übernehmen wird. Zudem bekräftigte man den Ausblick für das Gesamtjahr. Im Rahmen der Transaktion erhalten Goodrich-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 127,50 US-Dollar in bar. Dies entspricht einem Enterprise Value von insgesamt 18,4 Mrd. US-Dollar, einschließlich zu übernehmender Verbindlichkeiten in Höhe von 1,9 Mrd. US-Dollar. Während United Technologies 8,8 Prozent an Wert einbüßten, schossen Goodrich um 10,1 Prozent nach oben.
Im Blickfeld der Investoren standen auch die bereits gestern nach Börsenschluss bekanntgegebenen Zahlen von Bed Bath & Beyond sowie Red Hat. Bed Bath & Beyond (Bed BathBeyond) legten nach Zweitquartalszahlen um 0,6 Prozent zu. Der Sanitärausrüster konnte dank gestiegener Umsätze den Gewinn deutlich verbessern und so die Erwartungen schlagen. Der Ausblick überzeugte ebenfalls. Das Nettoergebnis belief sich auf 229 Mio. US-Dollar bzw. 93 Cents je Aktie, nach 182 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Die Umsatzerlöse konnten von 2,14 Mrd. US-Dollar auf 2,31 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Die vergleichbaren Umsätze erhöhten sich um 5,6 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 84 Cents bei Erlösen von 2,31 Mrd. US-Dollar erwartet. Für das laufende dritte Fiskalquartal 2011/12 prognostizieren sie ein EPS von 86 Cents und einen Umsatz von 2,35 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen selbst stellt für das dritte Quartal ein Ergebnis zwischen 82 und 87 Cents je Aktie in Aussicht.
Daneben ging es für Red Hat nach Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2011/12 um 3,0 Prozent nach oben. Der Linux-Anbieter schlug die Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich. Der Umsatz belief sich auf 281,3 Mio. US-Dollar, nach 219,8 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg von 23,7 Mio. US-Dollar auf nun 40 Mio. US-Dollar bzw. 20 Cents je Aktie. Auf bereinigter Basis belief sich das EPS auf 29 Cents. Analysten hatten im Vorfeld der Zahlen einen Umsatz von 271 Mio. US-Dollar sowie ein EPS von 25 Cents erwartet.
Heute richtete sich der Fokus der Investoren dann vor allem auf die Zahlen von FedEx . Der Logistikkonzern konnte zwar sein Ergebnis im ersten Geschäftsquartal deutlich verbessern, hat jedoch den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. So erhöhten sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 Prozent auf 10,52 Mrd. US-Dollar. Ferner kletterte der Nettogewinn um 22 Prozent auf 464 Mio. US-Dollar bzw. 1,46 US-Dollar pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich 1,46 US-Dollar beim EPS und 10,32 Mrd. US-Dollar beim Umsatz prognostiziert. Für das gesamte Geschäftsjahr gehen Analysten von einem EPS von 6,40 US-Dollar bei Umsatzerlösen in Höhe von 42,53 Mrd. US-Dollar aus. Das Unternehmen selbst stellt einen Gewinn von 6,25 bis 6,75 (bisher: 6,35 bis 6,85) US-Dollar pro Aktie in Aussicht. Der Titel brach um 8,2 Prozent ein.
Die Aktie von CarMax Inc. rutschte nach der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal sogar um 11,0 Prozent ab. Der größte US-Gebrauchtwagenhändler erzielte im Berichtszeitraum zwar das zweitbeste Quartalsergebnis seiner Firmengeschichte, konnte die Erwartungen der Analysten aber nicht erreichen. So belief sich der Umsatz im Berichtszeitraum auf 2,59 Mrd. US-Dollar verbessert werden, was einem Plus von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,34 Mrd. US-Dollar entspricht. Auf vergleichbarer Basis gingen die Umsätze im Vorjahresvergleich um 2 Prozent zurück. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 111,9 Mio. US-Dollar bzw. 49 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 107,9 Mio. US-Dollar bzw. 48 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld allerdings einen Gewinn von 51 Cents je Aktie und Umsatzerlöse in Höhe von 2,62 Mrd. US-Dollar erwartet.
Rite Aid (Rite Aid) hat im zweiten Geschäftsquartal infolge steigender Umsätze den Verlust verringert. So erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 6,27 Mrd. US-Dollar, nach 6,16 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Same Store Sales zogen dabei um 2,2 Prozent an. Daneben sank der Nettoverlust von 197,0 Mrd. US-Dollar auf nun 92,3 Mio. US-Dollar bzw. 11 Cents pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich ein EPS von -17 Cents und einen Umsatz von 6,22 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Die Papiere der Drugstore-Kette verloren 3,7 Prozent an Wert.
Discover Financial Services (Discover Financial Services) verloren nach anfänglichen Gewinnen 0,4 Prozent. Das viertgrößte Kreditkartennetzwerk in den USA konnte seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Dabei profitierte man von einer stärkeren Nutzung der Karten und rückläufigen Zahlungsverzügen. Die Erwartungen wurden damit klar geschlagen.
Daneben verlautbarte der Finanzdienstleister State Street ebenfalls bereits gestern, dass er eine Vereinbarung zum Erwerb des Wertpapierhändlers Pulse Trading abgeschlossen hat. Der Anteilsschein verschlechterte sich um 0,8 Prozent. Honeywell (Honeywell International) verbilligten sich um 6,4 Prozent, nachdem der Mischkonzern heute meldete, dass er an seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2011 festhält. (22.09.2011/ac/n/m)