New York (aktiencheck.de AG) - Die politischen Unruhen in Libyen und der deutlich gestiegene Ölpreis haben auch zur Wochenmitte den Handel an der Wall Street belastet. Die US-Indizes verzeichneten nach dem schwachen Wochenauftakt weitere Einbußen, konnten sich von ihren Tagestiefs aber ein wenig erholen. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,88 Prozent bei 12.105,78 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,61 Prozent auf 1.307,40 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 1,21 Prozent auf 2.722,99 Punkte nach.
Die wenigen anstehenden Konjunkturdaten konnten dem Markt heute keine nachhaltigen Impulse liefern. Die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser ist im Januar 2011 stärker gewachsen als erwartet. Wie die National Association of Realtors (NAR, Nationale Vereinigung der Immobilienverkäufer) am Mittwoch bekanntgab, erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 2,7 Prozent auf 5,36 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 5,23 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im Dezember auf revidiert 5,22 Millionen belaufen hatte. Gegenüber dem Vorjahresmonat von 5,09 Millionen wurde ein Plus von 5,3 Prozent ausgewiesen.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte für die Woche zum 18. Februar 2011 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 13,2 Prozent. In der Vorwoche war ein Minus von 9,5 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 17,8 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 5,1 Prozent zurückging. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 5,00 Prozent, nach 5,12 Prozent in der Vorwoche.
Die Aktie von Hewlett-Packard (Hewlett-Packard (HP)) rutschte nach der Zahlenvorlage am Vorabend deutlich ab und verlor 9,6 Prozent. Der Hardware-Hersteller verzeichnete im ersten Fiskalquartal 2010/11 einen unter den Erwartungen liegenden Umsatzanstieg von 4 Prozent. Der Gewinnanstieg fiel dagegen oberhalb der Erwartungen aus. Beim Ausblick wiederum enttäuschte HP klar. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,6 Mrd. US-Dollar bzw. 1,17 US-Dollar je Aktie, nach zuvor 2,3 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis lag bei 1,36 US-Dollar je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von durchschnittlich 1,29 US-Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen von 31,2 Mrd. US-Dollar auf nun 32,3 Mrd. US-Dollar, während Analysten zuvor Umsätze von durchschnittlich 32,95 Mrd. US-Dollar erwartet hatten. Für das laufende zweite Fiskalquartal 2010/11 rechnen die Analysten mit einem EPS von 1,25 US-Dollar bei Umsätzen von 32,59 Mrd. US-Dollar. HP selbst erwartet ein bereinigtes EPS von 1,19 bis 1,21 US-Dollar bei einem Umsatz von 31,4 bis 31,6 Mrd. US-Dollar.
Indes musste RadioShack im vierten Quartal trotz höherer Umsatzerlöse einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Titel des Elektronikhändlers verlor 2,8 Prozent an Wert. Der Autovermieter Hertz (Hertz Global) konnte seinen Verlust im vierten Quartal derweil etwas reduzieren. Zurückzuführen war dies auf Kostensenkungen und ein starkes Umsatzwachstum in den USA. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Der Anteilsschein des Fahrzeugvermieters rutschte dennoch um 1,7 Prozent ab.
Auch heute standen einmal mehr zahlreiche Quartalszahlen an. Papiere von Lowe's (Lowes Companies) gaben nach anfänglichen Gewinnen um 1,0 Prozent nach. Die Baumarktkette steigerte ihren Gewinn im vierten Quartal deutlich. Zurückzuführen war dies auf ein Wachstum der vergleichbaren Umsätze und eine verbesserte Bruttomarge. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Allerdings konnte man beim Ausblick nicht überzeugen.
Zale (Zale) schießen derweil um 5,9 Prozent nach oben. Die Juwelierkette konnte im zweiten Quartal einen Ergebnisanstieg ausweisen. Dollar Tree gaben um 6,9 Prozent nach, nachdem der Einzelhändler im vierten Quartal mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwartete. Chico`s FAS verteuerten sich um 9 Prozent, nachdem der Einzelhändler bekannt gab, dass man das Ergebnis im vierten Quartal 2010 dank steigender Umsätze verbessern konnte. Saks erzielte im vierten Quartal 2010 dank steigender Umsätze einen Gewinn. Der Anteilsschein des Einzelhandelskonzerns gab um 2,6 Prozent nach. Schließlich musste die Bekleidungskette TJX (TJX Cos) im Schlussquartal 2010 ein geringeres Ergebnis ausweisen. Der Titel verlor 1,8 Prozent an Wert.
Washington Post (Washington Post) verbilligten sich um 5,9 Prozent. Das Verlagshaus hat im vierten Quartal einen etwas geringeren Gewinn erzielt. Zurückzuführen war dies unter anderem auf rückläufige Werbeumsätze. Die Gewinnerwartungen wurden aber übertroffen. Dana hat im vierten Quartal angesichts eines soliden Umsatzwachstums einen deutlich geringeren Verlust erwirtschaftet. Zudem wurden die Prognosen für 2011 angehoben. Das Papier des Automobilzulieferers verbesserte sich um 0,6 Prozent. Die Aktien des Baukonzerns Toll Brothers gewannen 2,2 Prozent an Wert. Das Unternehmen konnte im ersten Quartal dank der gestiegenen Nachfrage nach hochpreisigen Luxus-Wohnungen wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Daneben hat WellPoint die Jahresprognose bestätigt und das Aktienrückkaufprogramm weiter aufgestockt. Der Anteilsschein des Krankenversicherers gab um 0,6 Prozent nach. Der Finanzinvestor KKR (KKRCo LP Partnership Units) konnte im vierten Quartal von der allgemeinen Erholung an den internationalen Finanzmärkten profitieren und nach einem Vorjahresverlust jetzt einen Nettogewinn erwirtschaften. Die Aktie verbesserte sich um 1,2 Prozent.
Die Aktie von Apple Inc. konnte gegen den Trend um 1,2 Prozent zulegen. Der Technologiekonzern hat für den Mittwoch kommender Woche ein "Special Event" angekündigt. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die Veranstaltung am Mittwoch, dem 2. März 2011, in San Francisco stattfinden. Der Konzern verschickte Einladungen an ausgewählte Medienvertreter, die erkennen lassen, dass es auf der Veranstaltung voraussichtlich um das iPad gehen wird. Üblicherweise präsentiert der Konzern auf derartigen Veranstaltungen neue Produkte oder Neuerungen zu bereits auf dem Markt befindlichen Produkten. Für das bevorstehende Special Event wird ein Update des Tablet-Computers iPad erwartet. So wird spekuliert, dass die neue Generation des iPad leistungsfähigere Chips sowie eine oder zwei Kameras haben wird. Zudem könnte die neue Version dünner werden als die im Frühjahr 2010 gestartete erste Generation.
Dagegen verlor die Aktie von Ford Motor Co. 2,4 Prozent. Der US-Autokonzern muss Tausende von Autos in die Werkstätten zurückrufen. Wie das Unternehmen mitteilte, sind rund 144.000 Pick-Ups vom Modell F-150 in den USA und Kanada von der Rückrufaktion betroffen. Demnach bestehe bei den Wagen die Gefahr, dass sich der Airbag infolge eines Kurzschlusses von selbst entfalte. Das Problem betrifft Modelle, die in den Jahren 2005 und 2006 in einem Werk in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia gebaut wurden.
Presseangaben zufolge zieht der Börsenbetreiber Nasdaq OMX Group (NASDAQ Stock Market) ein Übernahmeangebot für den heimischen Wettbewerber NYSE Euronext in Betracht, der bereits mit der Deutsche Börse AG (Deutsche Boerse) eine Fusion vereinbart hat. Während Papiere von NASDAQ OMX unverändert schlossen, legten NYSE Euronext um 0,4 Prozent zu. (23.02.2011/ac/n/m)