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02.09.2011 22:32

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Wall Street Schluss: US-Börsen schließen mit deutlichen Verlusten, Arbeitsmarktdaten enttäuschen

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New York (aktiencheck.de AG) - Ein schwach ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht drückte die US-Indizes vor dem Wochenende deutlich in die Verlustzone. Dabei enttäuschte insbesondere der Umstand, dass die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat nicht gestiegen war. Der Dow Jones schloss mit einem Abschlag von 2,20 Prozent bei 11.240,26 Punkten. Der S&P 500 verlor 2,53 Prozent auf 1.173,97 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 2,58 Prozent auf 2.480,33 Punkte nach.

Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im August 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums stabilisiert. So blieb die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft unverändert gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 70.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Plus von revidiert 85.000 im Juli. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 17.000, nach einem Zuwachs von 156.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 110.000 gelautet. Ferner verharrte die Arbeitslosenquote bei 9,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat schon bei 9,1 Prozent gestanden hatte. Auch Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand von 9,1 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne fielen um 0,1 Prozent, gegenüber einer Lohnsteigerung um 0,5 Prozent im Vormonat. Sie gelten als wichtiger Indikator für die Inflationsentwicklung. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,2 Prozent ausgegangen.

Stark unter Druck standen zum Wochenausklang einmal mehr Bankwerte. Die US-Behörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) will einem Zeitungsbericht zufolge aufgrund von Betrügereien mit faulen Hypothekenkrediten milliardenschwere Schadenersatzklagen gegen verschiedene Kreditinstitute auf den Weg bringen. Nach Informationen der "New York Times" wirft die US-Behörde den Großbanken vor, den Wert von Hypothekenpapieren auf dem Höhepunkt des US-Immobilienblase falsch dargestellt zu haben und damit für milliardenschwere Schäden nach dem Platzen der Immobilienblase verantwortlich zu sein. Betroffen sind unter anderem die US-Großbanken Goldman Sachs Group Inc. , JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan ChaseCo) und Bank of America Corp. . Insgesamt werde die FHFA gegen mehr als ein Dutzend Großbanken entsprechende Schadenersatzklagen einreichen, hieß es. Papiere der Bank of America hatten mit einem Abschlag von 8,3 Prozent die rote Laterne im Dow Jones inne. Die Aktien von Goldman Sachs und JP Morgan Chase gaben jeweils um rund 4,6 Prozent nach.

Im Blick der Investoren standen auch die Anteilscheine von Campbell Soup . Der Nahrungsmittelkonzern konnte im vierten Quartal den Umsatz auf 1,61 Mrd. US-Dollar steigern, nach 1,52 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis jedoch ein Rückgang auf 100 Mio. US-Dollar bzw. 31 Cents je Aktie verzeichnet, nach zuvor 113 Mio. US-Dollar. Vor restrukturierungsbedingten Einmaleffekten wurde im Berichtszeitraum ein bereinigtes EPS von 43 Cents je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten zuvor ein EPS von 38 Cents bei Umsatzerlösen von 1,57 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie verbilligte sich um 1,3 Prozent.

Die Aktie von Liz Claiborne Inc. machte gegen den Trend einen Sprung um 9,1 Prozent. Die US-Bekleidungskette trennt sich von seiner defizitären Marke Mexx. Demnach wird die Tochtergesellschaft an ein Joint Venture verkauft, an dem Liz Claiborne selbst 18,75 Prozent hält. Neuer Mehrheitseigentümer mit einem Anteil von 81,25 Prozent wird der Finanzinvestor The Gores Group. Die Transaktion soll im Laufe des vierten Quartals abgeschlossen werden. Darüber hinaus erhält das Unternehmen eine Zahlung in Höhe von 85 Mio. US-Dollar. Die vereinbarte Einmalzahlung soll zum Schuldenabbau verwendet werden. Zudem werden die Verluste von Mexx das Konzernergebnis künftig nicht mehr belasten. Für das laufende Jahr erwartet Mexx einen EBITDA-Verlust von 25 Mio. US-Dollar.

Bereits gestern nach Handelsende machte H&R Block (H&R Block) mit seinem Zahlenausweis zum ersten Fiskalquartal 2011/12 auf sich aufmerksam. Dabei wurden ein Umsatzrückgang und ein höherer Verlust ausgewiesen. Die EPS-Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Der Umsatz des auf Steuerberatungs-Dienstleistungen spezialisierten Konzerns verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 267,6 Mio. US-Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Verlust aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 111,2 Mio. US-Dollar bzw. 0,37 US-Dollar je Aktie, nach 110,8 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 39 Cents je Aktie und einen Umsatz von 275 Mio. US-Dollar prognostiziert. Der Titel rutschte um 11,7 Prozent ab.

Die Aktie von American International Group Inc. (AIG) (American International Group (AIG)) verlor 4,6 Prozent. Der Flugzeug-Vermieter International Lease Finance Corp. (ILFC), eine Tochtergesellschaft des US-Versicherungskonzerns, plant den Gang an die Börse. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht, will das Unternehmen in einem ersten Schritt bis zu 100 Mio. US-Dollar bei Investoren einsammeln. Über den geplanten Zeitpunkt des Börsengangs wurde nichts bekannt. ILFC verfügt über einen Bestand von mehr als 1.000 Maschinen, die es an Fluggesellschaften in aller Welt weitervermietet. Damit ist das Unternehmen der größte Flugzeug-Vermieter der Welt. Ein Börsengang würde dem Versicherungskonzern AIG, dem größten Aktionär von ILFC, weiteres Geld in die Kasse spülen, mit dem die in der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen weiter zurückgeführt werden könnten. (02.09.2011/ac/n/m)

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