New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen konnten ihre Zugewinne am Mittwoch in den Feierabend retten und deutlich im Plus schließen. Der Dow Jones gewann bis Handelsende 4,24 Prozent auf 12.045,68 Punkte hinzu, während der NASDAQ Composite 4,17 Prozent fester notierte bei 2.620,34 Zählern. Der S&P 500 verbesserte sich abschließend um 4,33 Prozent auf 1.246,96 Punkte.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat am Mittwoch das jüngste Beige Book veröffentlicht. Diesmal erklärte sie, dass sich die Wirtschaft weiter erhole, von einer robusten Wachstumsrate jedoch weiterhin entfernt sei. Die Wirtschaftsleistung habe demnach in den meisten der zwölf Regionen "leicht bis moderat" zulegt. Wie bereits beim letzten Beige Book Anfang Oktober haben auch dieses Mal vor allem die Konsumausgaben zu dieser Entwicklung beigetragen. Große Impulse lieferte die Autonachfrage, aber auch der Tourismus zeigte sich stärker. Während der Produktionssektor mit einer konstanten Rate wuchs, stiegen die Aktivitäten im Dienstleistungsbereich an. Die Anstellung neuer Mitarbeiter verlief weiterhin in gedämpftem Maße. Jedoch gaben viele Unternehmen mit offenen Stellen an, dass sie Schwierigkeiten hätten, qualifiziertes Personal zu finden. Die Löhne und Gehälter blieben in allen Regionen stabil.
Daneben ermittelte die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager für November 2011 einen Zuwachs beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 62,6 Punkten, nach 58,4 Punkten im Vormonat. Daneben teilte die National Association of Realtors mit, dass die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA im September 2011 gestiegen ist. Demnach erhöhte sich der entsprechende Index um 10,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Energy Information Administration (EIA) veröffentlichte für die Woche zum 25. November 2011 einen Anstieg der Öllagerbestände von 3,9 Millionen Barrel. Das US-Arbeitsministerium meldete unterdessen, dass sie die US-Produktivität im dritten Quartal 2011 schwächer erhöhte als zunächst gemeldet. Demnach kletterte die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorquartal um revidiert 2,3 Prozent. Die US-Beschäftigung hat sich nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) im November 2011 weiter erhöht. Wie ADP mitteilte, stieg die Beschäftigtenzahl im Privatsektor gegenüber dem Vormonat um 206.000. Hierbei wuchs die Zahl um 28.000 im Produzierenden Gewerbe und um 178.000 im Dienstleistungsbereich.
Der US-Medienkonzern Time Warner gab bekannt, dass Laura Lang im Januar den Posten des CEO bei Tochter Time Inc. übernehmen wird. Die Time Inc. ist die größte US-amerikanische Verlagsgesellschaft und gibt u. a. das Time-Magazin heraus. Weitere Zeitschriften sind Sports Illustrated, People, InStyle und Money. Die Aktie von Time Warner gewann bis Handelsende 4,3 Prozent an Wert.
Anteilsscheine von Autodesk legten 8,2 Prozent zu. Das Unternehmen hatte erklärt, dass es Horizontal Systems übernehmen wird und davon ausgeht, dass die Transaktion im vierten Fiskalquartal abgeschlossen wird. Vertragliche und finanzielle Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht. Horizontal Systems ist ein Anbieter webbasierter Ingenieur-Modellsysteme.
Papiere von OmniVision Technologies notierten 3,6 Prozent im Minus. Bereits am Dienstag nach Börsenschluss hatte das Unternehmen seine Geschäftszahlen vorgestellt und einem schwachen Ausblick gegeben. Demnach lag der Umsatz im zweiten Quartal mit 276,1 Mio. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 239,5 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich auf 21,1 Mio. US-Dollar bzw. 35 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 28,9 Mio. US-Dollar bzw. 50 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 160 Mio. und 180 Mio. US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5 bis 17 Cents.
Der amerikanische Lebensmittelkonzern United Natural Foods musste im ersten Quartal angesichts hoher Einmalbelastungen einen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte indessen jedoch beim bereinigen Gewinn die Analystenschätzungen erfüllen. Das Papier legte 8,6 Prozent zu.
Der amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar Inc. will seine Produktionskapazitäten in Indien weiter ausbauen. Das Unternehmen kündigte ein millionenschweres Investitionsprogramm an und will dabei mehr als 210 Mio. US-Dollar investieren. Caterpillar gewann 8,1 Prozent.
Die Bekleidungskette Jos. A. Bank Clothiers Inc. (Jos A Bank Clothiers) konnte im dritten Quartal die Analystenerwartungen übertreffen. Für das laufende vierte Quartal äußerte man sich trotz eines schwächer als erwarteten Auftakts verhalten optimistisch. Die Aktie verlor 3,7 Prozent an Wert. Auch der Wettbewerber American Eagle Outfitters veröffentlichte seine Zahlen zum dritten Quartal. Demnach konnte man einen Gewinnanstieg verbuchen. Der Ausblick auf das vierte Quartal fiel stark aus. Der Titel legte abschließend 3,6 Prozent zu.
Bereits am Dienstagabend hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor´s die Bonität zahlreicher US-Banken heruntergestuft, so z. B. bei der Bank of America Corp. von zuletzt "A" auf "A-". Der Ausblick wurde dabei auf "negativ" belassen. Auch das Rating der Citigroup Inc. wurde um eine Stufe auf "A-" gesenkt. Die Bonitätsnote von Goldman Sachs Group Inc. wurde um eine Stufe auf "A-" nach unten revidiert, die Großbank JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan ChaseCo), rutschte um eine Stufe auf "A" herab. Der Ausblick wurde hier mit "stabil" bestätigt. Dennoch zählen Finanzwerte heute zu den größten Gewinnern an der Wall Street: Citigroup legte bis Handelsende 8,9 Prozent zu, Goldman Sachs gewann 7,9 Prozent, JP Morgen zeigte abschließend ein Plus von 8,4 Prozent, während die Bank of America 7,3 Prozent fester notierte. Grund für diese Kurssteigerung sind die Lockerung der Geldpolitik in China und die zuvor angekündigte konzentrierte Aktion der internationalen Notenbanken. (30.11.2011/ac/n/m)