New York (aktiencheck.de AG) - Nach relativ schwach ausgefallenen US-Konjunkturdaten gaben die US-Börsen am Donnerstag nach, konnten in der letzten Handelsstunde aber einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Verluste wieder aufholen. Der Dow Jones schloss mit einem marginalen Minus von 0,01 Prozent bei 11.094,57 Punkten. Der S&P 500 gab um 0,36 Prozent auf 1.173,81 Zähler nach. Der NASDAQ Composite verlor 0,24 Prozent auf 2.435,38 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 9. Oktober nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 13.000 auf 462.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 450.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 445.000 auf 449.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt stieg um 2.250 auf 459.000 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.
Ferner sind die US-Erzeugerpreise im September gestiegen. Binnen Monatsfrist erhöhten sie sich um 0,4 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise kletterten die Preise in der Kernrate um 0,1 Prozent an. Volkswirte hatten im Vorfeld Preissteigerungen von 0,2 bzw. 0,1 Prozent prognostiziert. Im August 2010 waren die Erzeugerpreise im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent angezogen. Für die Kernrate war im August ein Plus von 0,1 Prozent ausgewiesen worden.
Darüber hinaus hat sich das US-Handelsbilanzdefizit im August um 8,8 Prozent auf 46,3 Mrd. Dollar erhöht, während Volkswirte 44,5 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Für Juli wurde der Passivsaldo von vorläufig 42,8 Mrd. auf 42,6 Mrd. Dollar nach unten revidiert.
Die Aktie von Wal-Mart Stores verlor 1 Prozent. Das Unternehmen hat seine Investitionsplanungen für das laufende Fiskaljahr leicht nach unten korrigiert. Demnach werde man im Fiskaljahr 2011 zwischen 13 und 14 Mrd. Dollar für Investitionen ausgeben, nachdem man hier zuvor 13 bis 15 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt hatte. Für das kommende Fiskaljahr 2012 will Wal-Mart Investitionen in Höhe von 12,5 bis 13,5 Mrd. Dollar tätigen. Zudem erwartet das Einzelhandelsunternehmen im kommenden Fiskaljahr ein konzernweites Umsatzwachstum im Bereich von 4 bis 6 Prozent.
Safeway (Safeway), der drittgrößte Lebensmittelhändler in den USA, musste im dritten Quartal vor dem Hintergrund eines leichten Umsatzrückgangs einen geringeren Gewinn hinnehmen. Die Erwartungen konnten aber dennoch geschlagen werden. Die Jahresprognose wurde indes leicht nach unten korrigiert. Der Nettogewinn betrug demnach 122,8 Mio. Dollar bzw. 33 Cents pro Aktie. Der Umsatz nahm leicht von 9,46 Mrd. Dollar auf 9,4 Mrd. Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 31 Cents und einem Umsatz von 9,44 Mrd. Dollar ausgegangen. Das Papier verteuerte sich um 1,6 Prozent.
Bereits gestern meldete OfficeMax , der drittgrößte Bürohändler in den USA, dass er Ravi K. Saligram zum President und CEO sowie zum Director mit Wirkung zum 8. November 2010 bestellt hat. Die Aktie gab um gut 5 Prozent nach.
Yahoo! steht möglicherweise kurz vor der Übernahme. Einem Pressebericht zufolge plant der US-Internetanbieter AOL gemeinsam mit mehreren Finanzinvestoren eine Übernahmeofferte für Yahoo. Laut dem Bericht hätten unter anderem die PrivateEquity-Gesellschaften Silver Lake Partners und Blackstone (The Blackstone Group LP) Interesse an einer derartigen Transaktion bekundet. Außerdem käme dem Bericht zufolge auch eine Übernahme durch ein nur aus Finanzinvestoren bestehendes Konsortium in Betracht. Die Verhandlungen befinden sich laut dem Bericht derzeit aber noch in einer sehr frühen Phase, wobei nicht klar sei, ob es tatsächlich zu einer Offerte für Yahoo kommen werde. Die Papiere von Yahoo rückten um knapp 5 Prozent vor. Dagegen gaben Papiere von AOL und Blackstone um 0,6 bzw. 0,8 Prozent nach.
Fairchild Semiconductor (Fairchild Semiconductor International) konnte die Umsatzerlöse im dritten Quartal um 25 Prozent auf 414,4 Mio. Dollar steigern. Ferner verbesserte sich der Nettogewinn von 2,7 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie auf nun 35,8 Mio. Dollar bzw. 28 Cents pro Aktie. Analysten waren sogar von einem EPS von 39 Cents und einem Umsatz von 417,2 Mio. Dollar ausgegangen. Die Aktie gewann rund 8 Prozent hinzu.
Der größte US-Hersteller von Wohnmobilen, Winnebago Industries , konnte den Umsatz im vierten Quartal auf 123,1 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahreswert von 59,5 Mio. Dollar deutlich steigern. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 4,9 Mio. Dollar bzw. 17 Cents je Aktie ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum aufgrund hoher Einmalbelastungen einen Nettoverlust von 50,2 Mio. Dollar bzw. 1,73 Dollar je Aktie verzeichnet hatte. Analysten hatten zuvor ein EPS von 5 Cents bei einem Umsatz von 103,6 Mio. Dollar erwartet. Nach anfänglichen Gewinnen rutschte die Aktie deutlich ins Minus und schloss mit Verlusten von gut 9 Prozent. (14.10.2010/ac/n/m)