New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen mussten zur Wochenmitte einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Aufschläge bis zum Handelsende wieder abgeben und schlossen mit leichten Gewinnen. Bei dünner Nachrichtenlage waren die Handelsumsätze einmal mehr recht gering. Der Dow Jones gewann 0,09 Prozent auf 11.585,38 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,10 Prozent auf 1.259,78 Zähler nach oben. Der NASDAQ Composite legte um 0,15 Prozent auf 2.666,93 Punkte zu.
Im Blickpunkt standen unter anderem die Aktien von Oracle . So muss der deutsche Software-Konzern SAP im Rechtsstreit mit dem Konkurrenten Oracle neben einer Milliardenstrafe auch noch Zinsen zahlen. Ein US-Bundesgericht verurteilte SAP am Dienstag zur Zahlung von Zinsen, zusätzlich zur bereits verhängten Strafe von 1,3 Mrd. Dollar. Dabei legte das Gericht allerdings eine andere Kalkulation als die des US-Konzerns zugrunde, so dass die Summe unter den von Oracle geforderten 211,7 Mio. Dollar liegt. Den genauen Betrag ließ das Gericht allerdings offen. Die Aktie von Oracle schloss mit einem Minus von 0,2 Prozent.
Der US-Versicherungskonzern Allstate Corp. hat eine Klage gegen die Bank of America Corp. wegen der fahrlässigen Vergabe von Hypotheken eingereicht. Wie aus der Klageschrift hervorgeht, die am Montag in New York eingereicht wurde, verklagt Allstate den Bankriesen unter anderem wegen der falschen Darstellung von Risiken für Hypotheken im Volumen von rund 700 Mio. Dollar. Demnach seien Darlehen an Kreditnehmer vergeben worden, die sich die Immobilien nicht hätten leisten können und bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tilgungsverzug zu erwarten war. Der Häuser- und Autoversicherer verlangt nun eine Annullierung des Kaufs der weitergegebenen Hypotheken sowie eine Entschädigung für entstandene Schäden. Während die Allstate-Aktie 0,3 Prozent verlor, schlossen Papiere der Bank of America nahezu unverändert.
Auch der Technologiekonzern Apple Inc. sieht sich in den USA Klagen gegenüber. Wie am Mittwoch bekannt wurde, ist der amerikanische Konzern in zwei Fällen wegen angeblicher Datenschutzverstöße verklagt worden. Die Nutzer des Smartphones iPhone und des Tablet-Computers iPad werfen Apple vor, persönliche Informationen der Nutzer von Anwendungen, sogenannter Apps, für Werbezwecke an Dritte weiterzugeben, ohne zuvor die Erlaubnis dafür eingeholt zu haben. Die Kläger, die neben einem Verbot der Datenweitergabe ohne Einverständnis auch eine finanzielle Entschädigung fordern, streben Sammelklagen an, denen sich weitere Kläger anschließen können. Die Apple-Aktie ging mit minimalen Abschlägen aus dem Handel.
Einem Pressebericht zufolge beteiligt sich die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone Group (The Blackstone Group LP) am Bieterverfahren für 600 Immobilien des australischen Shopping-Center-Betreibers Centro Properties Group. So habe Centro Properties einen Teil seiner Anlagen zum Verkauf gestellt, um seine Schulden zu reduzieren. Die Höhe von Blackstones vorläufigem Angebot sei den Angaben zufolge nicht bekannt. Das Papier rückte um 1,7 Prozent vor.
Nachrichten gab es heute auch vom Nahrungsmittelkonzern Sara Lee . Das Unternehmen veräußert die Geschäftssparten White King und Janola an Symex Holdings . Den Angaben zufolge erhält man 37,9 Mio. Euro für die Sparten, die Bleich- und Reinigungsmittel in Australien und Neuseeland verkaufen. Man hoffe, die Transaktion im ersten Quartal 2011 abschließen zu können. Das Unternehmen verfolgt damit nach wie vor das Ziel, sich auf sein Kerngeschäft mit Nahrungsmitteln, Kaffee und Tee zu konzentrieren. Der Anteilschein verlor 0,3 Prozent.
Die Private-Equity-Gesellschaft Leonard Green & Partners ist Presseangaben zufolge an einer Übernahme des Großhändlers BJ's Wholesale Club (BJ`s Wholesale Club) interessiert. Dem Bericht zufolge wird dabei auch ein feindliches Übernahmeangebot in Betracht gezogen. So könnte in den nächsten Wochen ein feindlicher Übernahmeversuch starten, falls sich BJ's nicht selbst zum Verkauf stellt. Jedoch hätten das Board und Management von BJ's angekündigt, nach den Ferien eine Auktion einzuleiten. Wie es weiter hieß, hatte BJ's im November die Experten von Morgan Stanley mit der Suche nach strategischen Alternativen, einschließlich einem möglichen Verkauf, beauftragt. Die Aktie machte daraufhin einen Sprung um rund 7 Prozent nach oben. (29.12.2010/ac/n/m)