New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen sind am letzten Handelstag der Woche nach gemischten Konjunkturdaten nahezu unverändert aus dem Handel gegangen. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts lag im Rahmen der Erwartungen und brachte keine entscheidenden Impulse. Der Dow Jones gewann minimal um 0,04 Prozent auf 11.118,49 Punkte. Dagegen verzeichnete der S&P 500 einen leichten Abschlag von 0,04 Prozent auf 1.183,26 Zähler. Der NASDAQ Composite ging praktisch unverändert bei 2.507,41 Punkten aus dem Handel.
Die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal nach Angaben des US-Handelsministeriums nach einer ersten Schätzung mit beschleunigtem Tempo angewachsen. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,0 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 2,0 Prozent prognostiziert hatten. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft lediglich um 1,7 Prozent erhöht.
Des Weiteren hat sich der Anstieg der US-Arbeitskosten im dritten Quartal nach Angaben des Arbeitsministeriums mit leicht abgebremstem Tempo fortgesetzt. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA um 0,4 Prozent an. Volkswirte waren von einer Kostensteigerung um 0,5 Prozent ausgegangen, nachdem der Index im zweiten Quartal um 0,5 Prozent zugelegt hatte.
Schließlich ermittelte die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager für Oktober einen Anstieg beim saisonbereinigten Konjunktur-Index. So lag der Einkaufsmanager-Index bei 60,60 Punkten, nach 60,40 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Wert von 58,0 Punkten prognostiziert.
Dagegen hat sich die US-Verbraucherstimmung im Oktober eingetrübt. Wie aus der Umfrage der University of Michigan hervorgeht, lag der Index im Berichtszeitraum bei revidiert Punkten 67,7 Punkten (vorläufig: 67,9 Punkten), während Volkswirte einen Stand von 69,0 Punkten erwartet hatten. Für den Vormonat wurde ein Indexstand von 68,2 Punkten ausgewiesen.
Gestern nach Börsenschluss meldeten sich bereits mit Microsoft und MetLife zwei Schwergewichte zu Wort. Dabei konnte Microsoft mit seinen Zahlen zum abgelaufenen ersten Fiskalquartal 2010/2011 vollends überzeugen. Der weltweit führende Software-Konzern profitierte weiter von der Nachfrage nach Office 2010. Zudem konnte auch das Wachstum von Windows 7 stark fortgeführt werden. Daneben zeigte sich das Konsolengeschäft mit der Xbox 360 positiv. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 16,2 Mrd. Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 5,41 Mrd. Dollar bzw. 62 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Gewinn von 3,6 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 55 Cents je Aktie sowie einem Umsatz von 15,80 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie verbesserte sich um 1,5 Prozent.
Zudem konnte MetLife , der größte Lebensversicherer in den USA, im dritten Quartal zwar in die Gewinnzone zurückkehren. Allerdings wurden die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. Zurückzuführen war dies auf eine umfassende Kapitalerhöhung in Zusammenhang mit der ALICO-Übernahme. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 286 Mio. Dollar bzw. 32 Cents pro Aktie, nach einem Verlust von 650 Mio. Dollar im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis lag bei 99 Cents pro Aktie. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 12,44 Mrd. Dollar. Der Titel schloss mit einem Minus von 0,3 Prozent.
Der Softwarekonzern BMC Software Inc. legte gestern nach Börsenschluss die Ergebnisse des zweiten Fiskalquartals vor und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn belief sich auf 132 Mio. Dollar bzw. 73 Cents je Aktie, nach 94 Mio. Dollar bzw. 50 Cents je Aktie im Vorjahr. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis belief sich auf 82 Cents je Aktie. Der Umsatz erhöhte sich um 9 Prozent auf 502 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld lediglich von einem Gewinn von 70 Cents je Aktie und einem Umsatz von 483 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr hob der Konzern seine Gewinnprognose an und rechnet nun mit einem Ergebnis von 2,92 bis 3,02 Dollar. Bislang hatte man einen Gewinn je Aktie zwischen 2,84 und 2,94 Dollar in Aussicht gestellt. Analysten erwarten derzeit einen Gewinn je Aktie von 2,87 Dollar. Die Aktie von BMC Software gewann an der NYSE daraufhin 3,4 Prozent.
Heute vor Börsenstart wurde dann unter anderem das Zahlenwerk von Merck & Co. veröffentlicht. Der Pharmakonzern musste im dritten Quartal angesichts hoher Einmalaufwendungen im Zuge der Fusion mit Schering-Plough und weiterer Restrukturierungen einen deutlichen Ergebniseinbruch ausweisen. Der Umsatz lag mit 11,12 Mrd. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 6,05 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn verschlechterte sich allerdings auf 341,6 Mio. Dollar bzw. 11 Cents je Aktie, nach 3,42 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Vor Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn je Aktie im Berichtszeitraum bei 85 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 82 Cents bei Umsatzerlösen von 11,23 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie gab um 1,7 Prozent nach.
Der Ölkonzern Chevron gab bekannt, dass sich der Gewinn im dritten Quartal leicht verringert hat, was auf Kosten in Zusammenhang mit dem Bohr-Moratorium im Golf von Mexiko und negative Währungseffekte zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 3,77 Mrd. Dollar bzw. 1,87 Dollar pro Aktie, nach 3,83 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Gesamtumsatz des Konzerns erhöhte sich im Berichtszeitraum um 7 Prozent auf 49,72 Mrd. Dollar. Das Papier verbilligte sich um 2,2 Prozent.
Der US-Pharmakonzern Pfizer Inc. kündigte an, er werde weitere rund 38.000 Packungen der 40-mg-Tabeletten seines Cholesterinsenkers Lipitor zurückgerufen. Grund des Rückrufs ist der modrige Geruch des Arzneimittels. Aus diesem Grund hatte Pfizer bereits in zwei vorangegangenen Rückrufaktionen insgesamt rund 320.000 Tabletten zurückgerufen. Weitere Rückrufaktionen seien nicht auszuschließen. Mittlerweile hat der Pharmakonzern den Produktionsprozess bei dem weltweit umsatzstärksten Medikament verändert. Die Aktie von Pfizer verlor 0,9 Prozent.
Interpublic (Interpublic Group of Cos), der weltweit drittgrößte Werbekonzern, konnte seinen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Zurückzuführen war dies auf eine starke Entwicklung in den USA und in wichtigen Emerging Markets zurückzuführen. Die Erwartungen wurden damit erfüllt. Der Titel verlor nach anfänglichen Zugewinnen 0,7 Prozent.
Weyerhaeuser (Weyerhaeuser) konnte im dritten Quartal dank einer Nachfragesteigerung ein positives Ergebnis verzeichnen. Die Umsatzerlöse stiegen um 18,3 Prozent auf 1,66 Mrd. Dollar, während sich der Nettogewinn auf 1,12 Mrd. Dollar oder 3,50 Dollar je Aktie verbesserte. Die Aktie rückte um 3,4 Prozent vor.
Des Weiteren konnte der Börsenbetreiber Nasdaq OMX (NASDAQ Stock Market) seinen Gewinn im dritten Quartal um 68 Prozent steigern, was auf eine Diversifikation der Geschäftsaktivitäten und die Bereitstellung von Mehrwert-Produkten zurückzuführen war. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Der Titel konnte um 1 Prozent zulegen.
Aon (Aon), der weltweit größte Versicherungs-Broker, konnte seinen Gewinn im dritten Quartal zwar steigern. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch verfehlt, was auf einen Rückgang der Brokerage-Umsätze zurückzuführen war. Der Anteilschein gab um 2,2 Prozent nach.
CIGNA (CIGNA) verloren 1,4 Prozent. Der Krankenversicherer konnte im dritten Quartal den Umsatz dank deutlich gestiegener Prämieneinnahmen auf 5,27 Mrd. Dollar steigern. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter wurde aber ein Rückgang auf 307 Mio. Dollar bzw. 1,13 Dollar je Aktie ausgewiesen.
Der Gewinn des Konsumgüterkonzerns Newell Rubbermaid ist im dritten Quartal deutlich gesunken, was vor allem mit Sonderbelastungen aus dem Capital Structure Optimization Plan zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch übertroffen. Die Jahresplanung wurde indes bestätigt. Das Papier verbilligte sich um 0,8 Prozent. (29.10.2010/ac/n/m)