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14.07.2010 22:15

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Wall Street Schluss: US-Börsen schließen nahezu unverändert, Fed Minutes belasten

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New York (aktiencheck.de AG) - Nach den kräftigen Zugewinnen der Vortage gingen die amerikanischen Börsen zur Wochenmitte kaum verändert aus dem Handel. Die Veröffentlichung der Fed Minutes drückte die US-Indizes vorübergehend in die Verlustzone. Der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048/ WKN 969420) gewann 0,04 Prozent auf 10.366,72 Punkte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) gab um 0,02 Prozent auf 1.095,17 Zähler nach. Der Nasdaq Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) profitierte von starken Intel-Zahlen und rettete ein Plus von 0,35 Prozent auf 2.249,84 Punkte ins Ziel.

Am Abend wurden die Protokolle der letzten Fed-Sitzung vom 22. und 23. Juni veröffentlicht. Wie aus den Fed Minutes hervorging, wurde bei der letzten Sitzung über neue Maßnahmen diskutiert, um die sich abschwächende Konjunkturerholung zu stimulieren. Das Tempo der Erholung sei geringer als erhofft, die FOMC-Mitglieder sahen aber keine unmittelbare Notwendigkeit für etwaige stimulierende Maßnahmen.

Angesichts der leicht verschlechterten Aussichten wurde die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft gesenkt. Für das laufende Jahr 2010 erwartet die Notenbank einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 bis 3,5 Prozent. Im April hatte die Fed ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum noch auf 3,2 bis 3,7 Prozent angehoben. Für den Arbeitsmarkt zeigen sich die Notenbanker ebenfalls etwas pessimistischer. So soll die Arbeitslosenquote, die derzeit bei 9,5 Prozent liegt, bis zum Jahresende auf diesem Niveau verharren oder bestenfalls auf 9,2 Prozent sinken. Bei ihrer letzten Prognose im April hatte die Fed noch einen Rückgang der Arbeitslosenquote bis zum Jahresende bis auf 9,1 Prozent in Aussicht gestellt.

Unter den Erwartungen lag der US-Einzelhandelsumsatz, der sich im Juni auf Monatssicht um 0,5 Prozent reduziert hat. Volkswirte hatten im Vorfeld nur einen Rückgang um 0,2 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche fielen die Umsätze um 0,1 Prozent. Experten waren von einem unveränderten Umsatzniveau ausgegangen.

Wie ferner bekannt wurde, haben die US-Außenhandelspreise im Juni einen Rückgang verzeichnet. Demnach verringerten sich die Exportpreise im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen sie um 0,2 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Ferner fielen die Importpreise um 1,3 Prozent. Bereinigt um Ölimporte sanken die Einfuhrpreise um 0,6 Prozent.

Die Lagerbestände in den US-amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen wiesen im Mai nur einen leichten Anstieg aus. Wie das US-Handelsministerium bekanntgab, lagen die Lagerbestände im Berichtsmonat um 0,1 Prozent über dem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten zuvor ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Im Vormonat war bei den Lagerbeständen ein Plus von 0,4 Prozent ausgewiesen worden. Der Umsatz bei den Industrie- und Handelsunternehmen verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent, nachdem für April ein Plus von 0,6 Prozent ausgewiesen worden war.

Der weltgrößte Chip-Konzern Intel hat am Vorabend die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,9 Mrd. Dollar bzw. 51 Cents je Aktie, nach einem Verlust von 400 Mio. Dollar bzw. 7 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen der Analysten hatten nur bei 43 Cents je Aktie gelegen. Die Umsätze erhöhten sich um 34 Prozent auf 10,8 Mrd. Dollar. Analysten hatten lediglich Erlöse von 10,25 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende dritte Quartal erwarten die Analysten ein EPS von 48 Cents bei Umsatzerlösen von 10,92 Mrd. Dollar. Intel wiederum erwartet einen Umsatz von 11,6 Mrd. Dollar (plus oder minus 400 Mio. Dollar). Die Intel-Aktie gewann an der NASDAQ 1,8 Prozent. Titel des Kontrahenten AMD verloren dagegen 0,9 Prozent.

Die Drugstore-Kette Walgreen Co. hat eine Dividendenerhöhung angekündigt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, hat das Board of Directors beschlossen, die Quartalsdividende von bislang 13,75 Cents je Aktie um 27 Prozent auf nunmehr 17,5 Cents je Aktie anzuheben. Die jährliche Ausschüttung steigt dadurch auf 70 Cents je Aktie. Zum aktuellen Kurs errechnet sich daraus eine Dividendenrendite von 2,4 Prozent. Die Walgreen-Aktie verbesserte sich daraufhin um 1,8 Prozent.

Wie in der Presse zu lesen war, ist Nokia Siemens Networks, ein Gemeinschaftsunternehmen des Industriekonzerns Siemens und Nokia , an einer Übernahme der Netzwerktechnik-Sparte des US-Konzerns Motorola interessiert. So laufen derzeit bereits Verhandlungen über einen Kauf der Konzernsparte, hieß es. Der Kaufpreis dürfte sich dabei zwischen 1,1 und 1,3 Mrd. Dollar bewegen. Motorola rückten um 3,6 Prozent vor.

Wie der Technologie- und Rüstungskonzern L-3 Communications (L-3 Communications Titan) erklärte, hat sein Board ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen, nach dem bis zum 31. Dezember 2012 eigene Aktien im Wert von bis zu 1 Mrd. Dollar zurückgekauft werden können. Den Angaben zufolge tritt das jüngste Aktienrückkaufprogramm mit sofortiger Wirkung in Kraft und entspricht dem vierten Rückkaufprogramm des Konzerns. Die Aktie von L-3 Communications gewann 1,7 Prozent.

Der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast hat von der Europäischen Kommission grünes Licht für die mehrheitliche Übernahme des zum US-Mischkonzern General Electric (GE) gehörenden Medien- und Unterhaltungsunternehmens NBC Universal erhalten. Comcast verzeichneten ebenso wie GE minimale Einbußen.

Für Papiere von Jackson Hewitt Tax Service ging es um 3 Prozent nach oben. Das zweitgrößte Steuerberatungsunternehmen in den USA hat zuvor die Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Demnach verringerten sich die Umsatzerlöse auf 125,6 Mio. Dollar, nach 141,2 Mio. Dollar im Vorjahr. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 48,1 Mio. Dollar bzw. 1,67 Dollar je Aktie verzeichnet, nach einem Nettogewinn von 41,3 Mio. Dollar bzw. 1,45 Dollar je Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 1,16 Dollar je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,06 Dollar sowie einen Umsatz von 120,3 Mio. Dollar erwartet.

Der Autoversicherer Progressive meldete, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 211,9 Mio. Dollar bzw. 32 Cents pro Aktie gesunken ist, was mit Investment-Verlusten zusammenhängt. Die gebuchten Prämieneinnahmen erhöhten sich um 5,1 Prozent auf 3,71 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 36 Cents pro Aktie und Prämieneinnahmen von 3,70 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie von Progressive gewann 1,2 Prozent.

Anteilscheine des Druckerherstellers Lexmark International Inc. verloren fast 6 Prozent, nachdem die Analysten von Morgan Stanley ihre Einschätzung von "equal weight" auf "underweight" gesenkt hatten.

Unter Druck standen auch Aktien von Baukonzernen, nachdem Goldman Sachs den gesamten Sektor von "attraktiv" auf "neutral" abgestuft hatte. Papiere von Lennar Corp. verloren daraufhin mehr als 4 Prozent.

Dagegen machte die Aktie von AK Steel Holding Corp. einen Sprung um 6,5 Prozent nach oben. Die Analysten von Goldman Sachs hatten die Papiere des US-Stahlkochers von "Neutral" auf "Kaufen" heraufgestuft. (14.07.2010/ac/n/m)

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