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19.01.2011 22:24

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Wall Street Schluss: US-Börsen schließen schwächer, Hightechs trotz guter Zahlen von Apple und IBM unter Druck

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New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen präsentierten sich zur Wochenmitte schwächer. Trotz guter Quartalszahlen von Technologieschwergewichten wie IBM und Apple verzeichneten vor allem Hightechs klare Einbußen. Auch Bankaktien standen unter Druck. Der Dow Jones schloss dank deutlicher Gewinne bei IBM mit einem moderaten Minus von 0,11 Prozent bei 11.825,29 Punkten. Der S&P 500 büßte 1,01 Prozent auf 1.281,92 Zähler ein. Der NASDAQ Composite gab um 1,46 Prozent auf 2.725,36 Punkte nach.

Eher enttäuschend fielen die veröffentlichten Konjunkturdaten aus. So ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 14. Januar 2011 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. Der entsprechende Index erhöhte sich um 5,0 Prozent. In der Vorwoche war ein Plus von 2,2 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 7,7 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 1,9 Prozent zurückging.

Ferner verzeichneten die Baugenehmigungen in den USA im Dezember 2010 nach Angaben des US-Handelsministeriums einen saisonbereinigten Zuwachs. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,635 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,544 (vorläufig: 0,530) Millionen um 16,7 Prozent übertroffen und der entsprechende Vorjahresstand von 0,681 Millionen um 6,8 Prozent verfehlt. Volkswirte hatten lediglich eine Zunahme auf 0,560 Millionen Genehmigungen geschätzt.

Dagegen wiesen die US-Wohnbaubeginne im Dezember 2010 einen saisonbereinigten Rückgang gegenüber dem vorangegangenen Monat aus. So belief sich die Zahl auf 0,529 Millionen Baubeginne. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,553 (vorläufig: 0,555) Millionen um 4,3 Prozent und der entsprechende Vorjahreswert von 0,576 Millionen um 8,2 Prozent verfehlt. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,550 Millionen Baubeginnen ausgegangen.

Im Zentrum des Interesses stand aber vor allem die Berichtssaison. Dabei gab es heute einige wichtige Quartalsausweise aus dem Bankensektor. Goldman Sachs mussten im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Zurückzuführen war dies u.a. auf rückläufige Umsätze in den Bereichen Investment Banking, Financial Advisory und Underwriting. Die Ergebniserwartungen wurden zwar geschlagen, allerdings wurde die Umsatzschätzung der Analysten verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 2,39 Mrd. Dollar bzw. 3,79 Dollar pro Aktie, gegenüber einem Gewinn von 4,95 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm von 9,62 Mrd. Dollar auf 8,64 Mrd. Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,76 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 9,00 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie verlor 4,7 Prozent an Wert.

Wells Fargo (Wells FargoCo) konnte indes im vierten Quartal 2010 dank niedrigerer Kreditkosten ein Rekordergebnis erzielen und die Erwartungen erfüllen. Der Titel gab um 2,1 Prozent nach. U.S. Bancorp (US Bancorp) meldete ferner für das vierte Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg. Der Titel verschlechterte sich um 2,9 Prozent. Indes verbilligten sich Bank of New York Mellon um 1,7 Prozent. Die Bank konnte im vierten Quartal ebenfalls mit einem Gewinnanstieg aufwarten.

Der Kreditkartenkonzern American Express gab heute bekannt, dass er im vierten Quartal Sonderbelastungen in Zusammenhang mit einer Restrukturierung erwartet. Den Angaben zufolge rechnet der Finanzkonzern demnach mit Restrukturierungskosten und anderen Belastungen in Höhe von 113 Mio. Dollar (74 Mio. Dollar bzw. 6 Cents pro Aktie nach Steuern). Dabei handelt es sich vor allem um Abfindungszahlungen in Zusammenhang mit der beschlossenen Konsolidierung innerhalb des weltweiten Servicing-Netzwerks des Konzerns. In 2011 sollen zusätzliche Sonderbelastungen in Höhe von 60 bis 80 Mio. Dollar (38 bis 51 Mio. Dollar nach Steuern) anfallen. Ab 2012 sollen jedoch jährliche Einsparungen in Höhe von rund 70 Mio. Dollar generiert werden. Durch die Kürzungen werden rund 550 Arbeitsplätze wegfallen. Die Aktie verbilligte sich um 2,4 Prozent. Darüber hinaus meldete die Citigroup , dass sie John Havens zum President und COO bestellt hat. Das Papier schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent.

Der US-Flugzeughersteller Boeing Co. hat einen Großauftrag aus China erhalten. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, hat China für seine Flugindustrie insgesamt 200 Flugzeuge mit einem Gesamtwert von rund 19 Mrd. Dollar bestellt. Demnach wurden 185 Maschinen vom Typ 737 im Wert von 15 Mrd. Dollar sowie 15 Maschinen von Typ 777 im Wert von 4 Mrd. Dollar geordert. Die Flugzeuge sollen bis 2013 ausgeliefert werden. Für Boeing ist dieser Auftrag ein wichtiger Erfolg, der Folgeaufträge nach sich ziehen könnte. Schätzungen zufolge benötigt China im Laufe der nächsten 20 Jahren ungefähr 4.300 neue Maschinen. Bis zum Jahr 2030 könnte China zum größten Kunden des Flugzeugherstellers werden. Die Boeing-Aktie verlor dennoch 1,1 Prozent.

Im Fokus standen auch die bereits gestern nachbörslich bekanntgegebenen Quartalsergebnisse von Apple und IBM. Dabei konnte IBM im vierten Quartal 2010 den Gewinn und den Umsatz unerwartet stark steigern. Wie der Technologiekonzern mitteilte, belief sich der Nettogewinn auf 5,26 Mrd. Dollar bzw. 4,18 Dollar je Aktie, nach 4,81 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 29,0 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn je Aktie von 4,08 Dollar und einem Umsatz von 28,26 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet IBM ein Ergebnis von mindestens 12,56 Dollar je Aktie. Analysten prognostizieren derzeit ein EPS von 12,58 Dollar. Der Titel rückte um 3,4 Prozent vor und war mit Abstand der größte Gewinner im Dow Jones.

Daneben konnte auch Apple mit seinen Zahlen zum ersten Fiskalquartal 2010/11 überzeugen. So wurden die Erwartungen der Analysten aufgrund starker iPad-Verkaufszahlen übertroffen. Der Ausblick auf das laufende Quartal fiel ebenfalls stark aus. Das Nettoergebnis belief sich auf 6 Mrd. Dollar bzw. 6,43 Dollar je Aktie, nach 3,38 Mrd. Dollar im Vorjahr. Die Umsatzerlöse konnten um 71 Prozent auf 26,74 Mrd. Dollar gesteigert werden. Analysten hatten im Vorfeld Umsätze von 24,38 Mrd. Dollar und ein Ergebnis von 5,38 Dollar je Aktie erwartet. Für das derzeit laufende zweite Fiskalquartal 2010/11 prognostiziert Apple ein EPS von 4,90 Dollar bei Umsätzen von rund 22 Mrd. Dollar. Die Analysten erwarten derzeit ein EPS von 4,43 Dollar bei Umsätzen von 20,62 Mrd. Dollar. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent.

Schließlich konnte der Festplattenhersteller Western Digital mit seinen gestern nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2010/11 trotz eines Umsatz- und Gewinnrückgangs die Erwartungen übertreffen. Das Papier gab um 2,9 Prozent nach.

AMR (AMR), die Muttergesellschaft der Fluglinie American Airlines, konnte ihren Verlust im vierten Quartal deutlich verringern. Zurückzuführen war dies auf einen soliden Umsatzzuwachs. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen klar übertroffen. Der Titel rutschte nach anfänglichen Zugewinnen um 7,2 Prozent ab.

ADTRAN (ADTRAN) legten um 6,6 Prozent zu. Der Netzwerkausrüster verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg und konnte die Analystenerwartungen übertreffen.

Dagegen verloren Aktien von State Street 4,1 Prozent. Der Finanzdienstleister musste für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang vermelden. Northern Trust verlieren 3 Prozent an Wert. Das Kreditinstitut hat im vierten Quartal 2010 infolge des niedrigen Zinsniveaus das Vorjahresergebnis klar verfehlt.

Ferner verlautbarte Ford Motor gestern, dass man 400 Mio. Dollar in das Montagewerk in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri investieren wird, um es aufzurüsten und der Produktion eines neuen Fahrzeugs Rechnung zu tragen. Die Aktie verschlechterte sich um 4,3 Prozent. (19.01.2011/ac/n/m)

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