New York (aktiencheck.de AG) - Nach einem volatilen Handel haben die wichtigsten US-Indizes uneinheitlich geschlossen. Die Hoffnung auf positive Signale durch die US-Notenbank Fed, die heute und morgen tagt, hatte zeitweise für deutliche Gewinne gesorgt, die bis zur Schlussglocke jedoch wieder abgegeben mussten. Der Dow Jones rettete ein marginales Plus von 0,07 Prozent und schloss bei 11.408,66 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,17 Prozent auf 1.202,09 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 0,86 Prozent auf 2.590,24 Punkte nach.
Die Baugenehmigungen in den USA verzeichneten im August 2011 nach Angaben des US-Handelsministeriums einen saisonbereinigten Zuwachs. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,620 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,601 (vorläufig: 0, 597) Millionen um 3,2 Prozent und der entsprechende Vorjahresstand von 0,575 Millionen um 7,8 Prozent übertroffen. Volkswirte hatten hingegen eine Zahl von 0,585 Millionen Genehmigungen geschätzt. Gleichzeitig wiesen die US-Wohnbaubeginne im August 2011 einen saisonbereinigten Rückgang gegenüber dem vorangegangenen Monat aus. So belief sich die Zahl auf 0,571 Millionen Baubeginne. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,601 (vorläufig: 0,604) Millionen um 5,0 Prozent und der entsprechende Vorjahreswert von 0,606 Millionen um 5,8 Prozent verfehlt. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,590 Millionen Baubeginnen ausgegangen.
In den USA standen heute einige interessante Quartalsausweise an. Gemischte Nachrichten kamen dabei von Carnival . Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern konnte seinen Gewinn zwar im dritten Quartal leicht verbessern, wobei man von einem soliden Umsatzwachstum und geringer als erwarteten Kosten profitierte. Die Erwartungen wurden auch übertroffen. Allerdings wurde die Jahresprognose erneut gesenkt. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,34 Mrd. US-Dollar bzw. 1,69 US-Dollar pro Aktie, nach 1,30 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich auf 5,06 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 4,53 Mrd. US-Dollar). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,63 US-Dollar Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 4,91 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS-Ergebnis von 36 Cents bei Erlösen von 3,89 Mrd. US-Dollar in Aussicht, während Carnival selbst einen Gewinn von 26 bis 30 Cents pro Aktie erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 2,40 bis 2,44 US-Dollar (zuvor: 2,40 bis 2,50 US-Dollar). Analysten sehen das Ergebnis pro Aktie hier bei 2,46 US-Dollar. Das Papier machte einen Sprung um 5,1 Prozent nach oben.
Seine Bücher geöffnet hat zudem AutoZone . Das Unternehmen hat seinen Gewinn im vierten Quartal um gut 12 Prozent gesteigert. Dabei profitierte man von verbesserten Margen und höheren Umsätzen. Der Nettogewinn belief sich auf 301,5 Mio. US-Dollar bzw. 7,18 US-Dollar pro Aktie, nach 268,9 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich gleichzeitig um 8,1 Prozent auf 2,64 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 6,97 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 2,61 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Die Aktie der Autoteilekette fuhr mit einem Abschlag von 1,3 Prozent dem Markt hinterher.
Für eine Enttäuschung sorgte unterdessen der Lebensmittelhersteller ConAgra Foods . So musste man im ersten Geschäftsquartal infolge gestiegener Kosten einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 9,5 Prozent auf 3,07 Mrd. US-Dollar. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn schrumpfte allerdings um 41,7 Prozent auf 85,3 Mio. US-Dollar bzw. 20 Cents pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte belief sich das EPS auf 29 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 31 Cents bei einem Umsatz von 2,95 Mrd. US-Dollar erwartet. Für das gesamte Geschäftsjahr liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 1,81 US-Dollar und Umsätzen von 12,82 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen geht von einem EPS-Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: 1,75 US-Dollar) aus. Der Titel verlor 1,7 Prozent.
Die Aktie des US-Online-Verleihers für DVDs Netflix Inc. setzte ihren Kursrutsch auch am Dienstag fort und war mit einem Abschlag von 9,5 Prozent der größte Verlierer im Nasdaq 100. Belastend wirkt sich eine Umfrage aus, deren Ergebnisse die Medien-Research-Firma Frank N. Magid Associates heute veröffentlicht hat. Demnach wollen rund 30 Prozent der befragten Netflix-Nutzer ihr Abonnement kündigen oder denken zumindest ernsthaft darüber nach. Auslöser dieser Entwicklung ist eine deutliche Preiserhöhung, die das Unternehmen Anfang Juli umgesetzt hat. Netflix selbst hatte bereits in der vergangenen Woche seine Prognose für die Nutzerzahlen im Inlandsgeschäft gesenkt.
Die Fifth Third Bancorp , eine große Bankgesellschaft im Mittleren Westen der USA, hat eine Dividendenerhöhung um 33 Prozent angekündigt. So hat das Board of Directors beschlossen, die Quartalsdividende von bislang 6 Cents je Aktie um ein Drittel auf nunmehr 8 Cents je Aktie anzuheben. Die Ausschüttung wird am 20. Oktober an die Aktionäre vom Stichtag 30. September erfolgen. Die jährliche Ausschüttung steigt durch diese Anhebung auf 32 Cents je Aktie. Zum aktuellen Kurs errechnet sich daraus eine Dividendenrendite von 3,08 Prozent. Die Aktie von Fifth Third Bancorp verlor 0,9 Prozent.
Cypress Semiconductor (Cypress Semiconductor) verloren 0,5 Prozent, nachdem der Chip-Hersteller verlautbarte, dass sein Board ein neues Aktienrückkaufprogramm über 400 Mio. US-Dollar beschlossen hat. Ein im Oktober 2010 genehmigtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 600 Mio. US-Dollar wurde den Angaben zufolge nun abgeschlossen.
Indes geben Office Depot um 3,0 Prozent nach. Der zweitgrößte Bürohändler in den USA wird den E-Book-Reader Kindle, das bisher meistverkaufte Produkt des weltgrößten Online-Einzelhändlers Amazon.com (Amazon), landesweit verkaufen. Für Amazon.com ging es um 3,5 Prozent nach unten. (20.09.2011/ac/n/m)