New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen sind mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Nach dem freundlichen Wochenschluss machte sich wieder Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Eurozone unter den Anlegern breit. Wichtige Konjunkturdaten standen heute nicht an. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,62 Prozent bei 12.078,91 Punkten, während der NASDAQ Composite um 0,80 Prozent auf 2.657,22 Zähler nachgab. Der S&P 500 verlor 0,95 Prozent auf 1.251,80 Punkte.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ermittelte die weiteren Aussichten für die Weltwirtschaft. Demnach sinkt der OECD-Frühindikator für die 30 Mitgliedsländer im September 2011 auf 100,4 Zähler, nach 100,9 Zählern im August. Hierbei stand der Indikator für die Eurozone mit 99,1 Punkten unter dem Vormonatsniveau von 99,9 Zählern. In der Länderbetrachtung lag der Konjunktur-Index für die USA mit 101,2 Zählern um 0,3 Zähler unter dem Vormonatsniveau.
Die Aktie des Flugzeugbauers Boeing gewann 1,5 Prozent und war damit der größte Gewinner im Dow Jones. Das Unternehmen konnte im Rahmen der Dubai Air Show mehrere Großaufträge aus dem Mittleren Osten an Land ziehen. Unternehmensangaben zufolge hat die in Dubai ansässige Fluggesellschaft Emirates insgesamt 50 Maschinen vom Typ 777-300 geordert. Das Abkommen beinhaltet außerdem eine Kaufoption für weitere 20 Maschinen gleichen Typs. Das Volumen des Festauftrags wurde nach Listenpreisen auf rund 18 Mrd. US-Dollar beziffert, womit Boeing den bislang größten Einzelauftrag in seiner Firmengeschichte an Land ziehen konnte. Die Option zum Kauf von 20 zusätzlichen Maschinen hat einen Wert von rund 8 Mrd. US-Dollar.
Für Titel von Cray (ISI US2252231061/ WKN 900702) ging es mit einem Kursgewinn von 8,5 Prozent deutlich bergauf. Das Unternehmen hat einen Großauftrag vermeldet und im Anschluss die Prognosen für das Fiskaljahr 2011 bestätigt. Demnach wurde Cray mit der Lieferung eines Supercomputers für das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der University of Illinois beauftragt. Insgesamt beläuft sich das Gesamtvolumen des über mehrere Jahre geschlossenen Abkommens auf rund 188 Mio. US-Dollar.
Aktien der Bank of America gaben hingegen 2,6 Prozent ab. Die größte Bankgesellschaft der USA erwartet einen milliardenschweren Buchgewinn aus dem Verkauf des größten Teils ihrer Beteiligung am chinesischen Kreditinstitut China Construction Bank . So habe man eine Vereinbarung über den Verkauf von rund 10,4 Milliarden Anteilsscheinen der China Construction Bank an eine Gruppe von Investoren geschlossen. Nach Angaben des US-Finanzkonzerns dürfte die Transaktion im November dieses Jahres abgeschlossen werden. Im Zuge des Verkaufs geht die Bank of America von einem Nachsteuergewinn in Höhe von rund 1,8 Mrd. US-Dollar aus.
Die Berkshire Hathaway Inc. (Berkshire Hathawa a), das Konglomerat des amerikanischen Milliardärs Warren Buffett, hat sich mit 5,5 Prozent an dem US-Technologiekonzern International Business Machines Corp. (IBM) beteiligt. Wie Buffet am Montag bekanntgab, hat sein Unternehmen seit März 64 Millionen IBM-Aktien im Wert von rund 10,7 Mrd. US-Dollar aufgekauft und sich damit einen Anteil von rund 5,5 Prozent an dem Technologiekonzern gesichert. Ein weiterer Ausbau der Beteiligung ist laut Buffett nicht geplant. Mit dem Einstieg bei IBM rückt der legendäre Investor von seinen Prinzipien ab und investiert erstmals in ein Unternehmen aus der IT-Branche. Einer seiner Leitsätze lautete immer: "Investiere nur in das, was du verstehst". IBMs Strategie sei glänzend. Zudem respektiere das Unternehmen seine Aktionäre, so Buffett. Die Aktie von Berkshire Hathaway verlor 1,3 Prozent. Papiere von IBM gingen praktisch unverändert aus dem Handel.
Anteile des Finanzdienstleisters State Street verloren 0,8 Prozent. Das Unternehmen hat seine Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa (Deutsche Lufthansa) um den Bereich Wertpapierleihe erweitert. Das zusätzliche Mandat erstreckt sich auf Vermögenswerte an mehreren Standorten mit einem Gesamtvolumen unter Verwahrung (Assets under Custody) von 9 Mrd. Euro.
Die Lowe's-Aktie (Lowes Companies) legte 1,7 Prozent zu. Die zweitgrößte Baumarktkette in den USA gab heute bekannt, dass ihr Gewinn im dritten Quartal deutlich gesunken ist, was vor allem auf Sonderbelastungen im Zusammenhang mit Filialschließungen und nicht fortgeführten Projekten zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 225 Mio. US-Dollar bzw. 18 Cents pro Aktie, gegenüber 404 Mio. US-Dollar bzw. 29 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 33 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 11,70 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Nach den Zahlen hat die Ratingagentur Moody's Investors Service ihre Einschätzung für Lowe's um zwei Stufen abgesenkt. Das Kreditrating wurde von A1 auf A3 gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Als Grund für die Abstufung nannte Moody's die Erwartung, dass das operative Geschäft von Lowe's durch einen schwierigen Häusermarkt, ein fragiles wirtschaftliches Umfeld und verstärkte Konkurrenz durch den Branchenprimus Home Depot Inc. weiterhin unter Druck bleiben werde.
Daneben ging es für Anteile des unabhängigen Stromerzeugers Dynegy um 4,1 Prozent abwärts. Das Unternehmen hat den Verlust im dritten Quartal vergrößert, was auf Mark-to-Market-Verluste zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 75 Mio. US-Dollar bzw. 61 Cents pro Aktie, im Vergleich zu einem Verlust von 24 Mio. US-Dollar bzw. 20 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 33,4 Prozent auf 516 Mio. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 20 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 688,6 Mio. US-Dollar ausgegangen.
Papiere von JCPenney (J C Penney Company) verloren 2,7 Prozent. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Demnach belief sich der Nettoverlust auf 143 Mio. US-Dollar bzw. 67 Cents pro Aktie, verglichen mit einem Gewinn von 44 Mio. US-Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie im Vorjahr. Auf bereinigter Basis wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 11 Cents pro Aktie erzielt. Der Umsatz lag mit 3,99 Mrd. US-Dollar um 4,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. (14.11.2011/ac/n/m)