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11.08.2010 22:17

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Wall Street Schluss: US-Börsen verbuchen massive Abschläge, Konjunktursorgen belasten

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New York (aktiencheck.de AG) - Neuerliche Konjunktursorgen drückten zur Wochenmitte an der Wall Street auf die Stimmung. Die Indizes verbuchten heftige Abschläge und gingen unweit ihrer Tagestiefs aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 2,49 Prozent auf 10.378,83 Punkte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) büßte 2,82 Prozent auf 1.089,47 Zähler ein. Der Nasdaq Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) rutschte sogar um 3,01 Prozent auf 2.208,63 Punkte ab.

Am Vorabend hatte die Fed wie erwartet die Leitzinsen bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen, dabei aber einen enttäuschenden wirtschaftlichen Ausblick gegeben. Wegen der nur langsamen Wirtschaftserholung sollen die Leitzinsen auch weiterhin auf dem aktuellen Null-Zins-Niveau gehalten werden.

Heute kündigte die Fed an, US-Staatsanleihen im Wert von 18 Mrd. Dollar zu kaufen. Die Käufe sollen im Zeitraum vom 17. August bis zum 13. September 2010 in insgesamt 9 Tranchen über die Bühne gehen. Die Laufzeiten der Staatsanleihen enden zwischen 2011 und 2040. Bereits am Vortag hatte die Notenbank angekündigt, man wolle Rückflüsse aus bisher aufgekauften Kreditpapieren in US-Staatsanleihen investieren, um durch eine anhaltende Ausweitung der Geldmenge die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Auf die Stimmung drücken zudem auch die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen zum US-Handelsbilanzdefizit im Juni. Demnach stieg das Defizit um 18,8 auf 49,9 Mrd. Dollar, während Volkswirte nur 42,2 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Hierbei handelt es sich um den höchsten Passivsaldo seit Oktober 2008. Während die Exporte um 1,3 Prozent zurückgingen, legten die Importe um 3,0 Prozent zu.

Daneben wurden Zahlen zum US-Staatshaushalt für Juli 2010 veröffentlicht. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, ging das Defizit ging auf 165 Mrd. Dollar zurück, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 181 Mrd. Dollar betragen hatte. Dabei gingen die Ausgaben von 332 auf 321 Mrd. Dollar zurück, während die Einnahmen von 151 auf 156 Mrd. Dollar anstiegen. Auf Gesamtjahressicht fiel das Defizit auf 1,17 Bio. Dollar, nach 1,27 Bio. Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney (The Walt Disney) gab am Vorabend die Zahlen zum dritten Fiskalquartal bekannt. Dabei wurden Umsatz und Gewinn unerwartet deutlich gesteigert, was besonders mit erfolgreichen Filmproduktionen und dem Sportkanal ESPN zusammenhängt. Unternehmensangaben zufolge wurde ein Umsatz von 10,0 Mrd. Dollar erwirtschaftet, der damit 16 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Der Nettogewinn belief sich auf 1,33 Mrd. Dollar, nach 954 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Vor Sondereffekten stieg das Ergebnis je Aktie von 52 Cents auf 67 Cents. Analysten hatten im Vorfeld lediglich ein EPS von 58 Cents bei einem Umsatz von 9,38 Mrd. Dollar erwartet. Walt Disney gaben in einem schwachen Markt dennoch 3 Prozent ab.

Der Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) verkauft die Mehrheit an seiner Tochter American General Finance und trennt sich damit größtenteils von seinem Geschäft mit Konsumentenkrediten. Wie der Versicherungsriese am Mittwoch mitteilte, hat man sich mit dem Finanzinvestor Fortress Investment Group (Fortress Investment Group LLC (A) ) über den Verkauf von 80 Prozent der Anteile an American General Finance geeinigt. Durch den Verkauf entsteht dem Konzern im dritten Quartal ein Vorsteuerverlust in Höhe von 1,9 Mrd. Dollar. Die AIG-Aktie verlor knapp 6 Prozent. Papiere von Fortress gaben um 4 Prozent nach.

Der IT-Dienstleister Computer Sciences (CSC) hat seinen Gewinn im ersten Quartal angesichts leicht höherer Umsätze steigern können. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 143 Mio. Dollar bzw. 91 Cents pro Aktie, nach 131 Mio. Dollar bzw. 85 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 3,9 Mrd. Dollar auf 3,94 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 91 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 4,07 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Ausblick wurde bestätigt. CSC verloren mehr als 5 Prozent.

Wie die Kaufhauskette Macy`s (Macys) erklärte, konnte sie im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Die Erlöse verbesserten sich um 7,2 Prozent auf 5,54 Mrd. Dollar. Die Same-Store Sales kletterten um 4,9 Prozent. Der Nettogewinn stieg von 7 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie auf nun 147 Mio. Dollar bzw. 35 Cents pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld nur von einem EPS von 29 Cents und einem Umsatz von 5,50 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie legte daraufhin gegen den Trend um 6 Prozent zu.

Die Großbank JPMorgan (JPMorgan ChaseCo ) gab bekannt, dass sie von der zur Citigroup gehörenden Citibank ein Kreditportfolio im Volumen von 3,5 Mrd. Dollar übernommen hat. Den Angaben zufolge umfasst das Kreditportfolio rund 3.800 Kredite, vor allem für Mehrfamilienhäuser in Kalifornien, New York und Illinois. Dabei sind in dem Portfolio ausschließlich Kredite enthalten, die regelmäßig bedient werden. Die Transaktion wird auf das Nettoergebnis der Citigroup keine nennenswerten Auswirkungen haben, hieß es. JPMorgan und Citigroup verloren jeweils knapp 4 Prozent. (11.08.2010/ac/n/m)

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