New York (aktiencheck.de AG) - Trotz mehrheitlich schwacher Konjunkturdaten zeigten die Aktien an der New Yorker Wall Street zur Wochenmitte Stärke und verbuchten deutliche Gewinn. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Plus von 0,44 Prozent bei 10.572,73 Punkten. Der S&P 500 gewann 0,35 Prozent auf 1.125,07 Zähler. Der NASDAQ Composite verbesserte sich um 0,50 Prozent auf 2.301,32 Punkte.
Die Federal Reserve Bank of New York hat für September eine Verschlechterung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York ermittelt. So verringerte sich der Empire State Manufacturing Index auf 4,1 Punkte, während Volkswirte lediglich mit einem Rückgang auf 6,4 Zähler gerechnet hatten. Hierbei handelt es sich um den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Für August war ein Wert von 7,1 Punkten ermittelt worden.
Wie das Arbeitsministerium bekannt gab, haben die US-Außenhandelspreise im August einen Anstieg verzeichnet. Demnach erhöhten sich die Exportpreise im Vormonatsvergleich um 0,8 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen sie um 0,5 Prozent über dem Vormonatsniveau. Ferner kletterten die Importpreise um 0,6 Prozent. Bereinigt um Ölimporte stiegen die Einfuhrpreise um 0,3 Prozent.
Wie zudem bekannt wurde, ist die Industrieproduktion in den USA im August geringer als erwartet angewachsen. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,2 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Juli um revidiert 0,6 Prozent gewachsen war. Volkswirte hatten einen um 0,3 Prozent höheren Output prognostiziert. Zudem erhöhte sich die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 74,7 Prozent, während die Prognose auf 75,0 Prozent gelautet hatte.
Wie in der Presse zu lesen war, wird die Welthandelsorganisation WTO voraussichtlich entscheiden, dass der Flugzeughersteller Boeing (The Boeing) unrechtmäßig Milliardenhilfen der US-Regierung erhalten hat. Die Europäische Union werfe dem Flugzeughersteller vor, insgesamt mindestens 24 Mrd. Dollar an Subventionen von der US-Regierung und den US-Bundesstaaten erhalten zu haben, in einigen Fällen in Form von Steuererleichterungen. Boeing und Airbus, die Passagierflugzeugsparte des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS (European Aeronautic Defence and Space), führen bereits seit Jahren rechtliche Auseinandersetzungen und beschuldigen sich gegenseitig unlauterer Machenschaften beim Bezug von Staatsdarlehen und Forschungsaufträgen. Im Juni hatte die WTO der EU vorgeworfen, Airbus billige Kredite gewährt zu haben. Die Aktie von Boeing ging nahezu unverändert aus dem Handel.
Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. will in den kommenden Jahren Umsatz und Gewinn weiter steigern. Wie der weltweit zweitgrößte Lebensmittelhersteller auf einer Investorenkonferenz bekanntgab, soll der Gewinn je Aktie langfristig mit Zuwachsraten von 9 bis 11 Prozent pro Jahr. Beim um Währungseffekte und Akquisitionen bereinigten Umsatz rechnet der Konzern mit einem Wachstum von mindestens 5 Prozent jährlich. Nachdem in den vergangenen Jahren zahlreiche Marken verkauft wurden, peilt das Management dauerhaft eine operative Gewinnmarge von mindestens 15 Prozent an. Auch die 20 Mrd. Dollar schwere Übernahme des britischen Konzerns Cadbury wirkt sich diesbezüglich positiv aus. Durch die Übernahme erzielt Kraft Foods mehr als 50 Prozent der Erlöse außerhalb Nordamerikas. Wie Kraft weiter mitteilte, soll der Geschäftsbereich Schokolade bis zum Jahr 2013 einen Jahresumsatz von 10 Mrd. Dollar erreichen, nach 8,2 Mrd. Dollar in 2009. Die Erlöse in der Gebäcksparte sollen im gleichen Zeitraum auf 13 Mrd. Dollar anwachsen, nach 9,1 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr. Die Aktie von Kraft Foods gewann 1,7 Prozent.
Der Kreditkartenanbieter MasterCard hat am Vorabend ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Demnach hat das Board of Directors den Konzern zum Erwerb eigener Aktien im Gesamtwert von bis zu 1 Mrd. Dollar ermächtigt. Der Erwerb solle über die Börse oder auch im Zuge außerbörslicher Transaktionen erfolgen. Außerdem sorgt das Unternehmen mit einem überzeugenden Ausblick für gute Stimmung. So geht der Konzern für die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des EPS-Ergebnisses von über 20 Prozent auf Basis konstanter Währungen aus. Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 12 bis 14 Prozent pro Jahr (bei konstanten Währungen) wachsen. Indes wird für 2011 bis 2013 eine operative Marge von mindestens 50 Prozent pro Jahr angestrebt, hieß es. Aktien von MasterCard gewannen daraufhin mehr als 5 Prozent.
Der amerikanische Software-Hersteller Novell Inc. plant einem Pressebericht zufolge die Aufspaltung sowie den Verkauf des Unternehmens. Wie die "New York Post" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, soll das Unternehmen in zwei Teile aufgespalten werden. Der Geschäftsbereich SUSE Linux soll an einen strategischen Investor verkauft werden. Der überwiegende Rest des Unternehmens soll an eine Private-Equity-Gesellschaft gehen. Dem Bericht zufolge ist der Deal jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. Wer die Käufer sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. Über den Preis wurde nur bekannt, dass die Summe aus beiden Unternehmensteilen über dem Angebot liegen soll, das Novell im März dieses Jahres abgelehnt hatte. Damals hatte Elliott Associates 5,75 Dollar je Aktie für das gesamte Unternehmen geboten. Die Novell-Aktie verbesserte sich um fast 6 Prozent.
Die AK Steel Holding Corp. erwartet für das laufende dritte Quartal einen operativen Verlust. Wie der US-Stahlkocher am Mittwoch mitteilte, rechnet man nun mit einem operativen Verlust von 20 Dollar pro produzierter Tonne Stahl. Bislang war AK Steel von einem operativen Gewinn in Höhe von 15 Dollar pro Tonne ausgegangen. Für das schlechtere Ergebnis sind die höheren Materialkosten infolge der gestiegenen Preise für Eisenerz verantwortlich. Anders als manche Konkurrenten kontrolliert AK Steel keine eigenen Eisenerzminen, sondern kauft den Rohstoff von drei verschiedenen Zulieferern. Die Aktie von AK Steel rutschte um knapp 6 Prozent ab.
Beazer Homes (Beazer Homes USA), einer der größten US-Baukonzerne für Eigenheime, hat seine Prognose für den Auftragseingang neuer Häuser nach unten revidiert. So gehe man für das laufende Fiskaljahr von einem Auftragseingang aus, der leicht über oder leicht unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 4.209 Häusern liegen werde. Zuletzt hatte der Konzern einen Auftragseingang über dem des Vorjahres in Aussicht gestellt. Als Grund für die Abwärtskorrektur wurde der voraussichtlich schwächer als erwartet ausfallenden Ordereingang im vierten Quartal genannt, der zwischen 700 und 800 Neuaufträgen liegen solle. Zuvor hatte man hier noch ein Plus von mindestens 767 Bestellungen erwartet. Die Aktie verlor daraufhin mehr als 7 Prozent.
Die Aktie des Biotechnologiekonzerns Cypress Bioscience ging mit einem Plus von über 9 Prozent aus dem Handel. Hintergrund ist eine Übernahmeofferte durch die Ramius Value and Opportunity Advisors LLC, die ihr ursprüngliches Angebot von 4,00 Dollar je Aktie auf 4,25 Dollar je Aktie erhöht hat. Mit dem neuen Übernahmeangebot wendet sich Ramius Value and Opportunity Advisors direkt an die Aktionäre des Konzerns. (15.09.2010/ac/n/m)