New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem gestern an der Wall Street feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, starteten die US-Indizes vor dem Hintergrund der anhaltenden Schuldenkrise in Europa und der zunehmenden Angst vor einem Abgleiten der US-Wirtschaft in die Rezession mit deutlichen Abschlägen in den Handel. Der über den Erwartungen liegende ISM-Service-Index sorgte im weiteren Verlauf für eine Erholung. Bis zur Schlussglocke konnten die Indizes ihre Verluste deutlich verringern. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,90 Prozent bei 11.139,30 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,74 Prozent auf 1.165,24 Zähler. Der NASDAQ Composite gab um 0,26 Prozent auf 2.473,83 Punkte nach.
Für eine positive Überraschung sorgte der ISM-Service-Index. Wie das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, mitteilte, haben sich die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors im August 2011 im Vergleich zum Vormonat stärker entwickelt. So kletterte der ISM-Service-Index auf 53,3 Zähler, nach 52,7 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf 51,0 Punkte prognostiziert.
Die Sprint Nextel Corp. will den geplanten Verkauf der US-Mobilfunksparte der Deutsche Telekom AG an den US-Konkurrenten AT&T Inc. (AT&T) verhindern. Der drittgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA hat Klage gegen die geplante Übernahme eingereicht. Sprint Nextel erwartet durch die 39 Mrd. US-Dollar schwere Transaktion, bei der sich der zweit- sowie der viertgrößte Anbieter in den USA zusammentun, Wettbewerbsverzerrungen. Laut Sprint würden nach dem Deal Marktführer Verizon Wireless, ein Joint Venture von Verizon Communications Inc. und der britischen Vodafone Group plc , und AT&T mehr als drei Viertel des amerikanischen Mobilfunkmarktes kontrollieren. Die Aktie von Sprint Nextel verlor 4,5 Prozent. AT&T büßten 0,8 Prozent ein, Verizon 1,0 Prozent.
Walgreen (Walgreen) konnte für August einen Umsatzanstieg ausweisen. So lag der Umsatz auf Konzernebene mit 6,10 Mrd. US-Dollar um 7,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei den vergleichbaren Umsatzerlösen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Anstieg um 5,6 Prozent ausgewiesen. Die Titel der Drugstore-Kette verbesserten sich um 1,0 Prozent.
United Technologies (United Technologies) hat heute die Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. So erwartet der Mischkonzern demnach für das laufende Fiskaljahr nach wie vor einen Umsatz im Bereich von 58 Mrd. US-Dollar sowie ein EPS von 5,35 bis 5,45 US-Dollar. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 5,46 US-Dollar sowie einem Umsatz von 58,30 Mrd. US-Dollar aus. Die Aktie verlor 0,8 Prozent an Wert.
Die Aktie von Blyth Inc. machte einen Sprung um 22 Prozent nach oben. Der US-Kerzenhersteller hat im zweiten Quartal 2010 einen Verlust ausgewiesen, die Gewinnprognose für das Gesamtjahr jedoch deutlich angehoben. Demnach stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 185,5 Mio. US-Dollar, nach 157,9 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Währungsbereinigt entspricht dies einem Anstieg um 13 Prozent. Beim Nettoergebnis musste das Unternehmen aufgrund von Sonderbelastungen einen Verlust von 3,1 Mio. US-Dollar bzw. 37 Cents je Aktie ausweisen, nach einem Gewinn von 0,7 Mio. US-Dollar bzw. 9 Cents je Aktie im Vorjahr. Ohne Einmaleffekte belief sich das Ergebnis auf Break-Even. Für das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 hob Blyth seine Prognose deutlich an und rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn von 3,30 bis 3,50 US-Dollar je Aktie, nachdem man bislang nur ein Ergebnis von 2,80 bis 3,00 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt hatte.
Der Bau- und Ingenieurskonzerns Shaw Group Inc. trennt sich von seiner Minderheitsbeteiligung an der Westinghouse Electric Co. Der Anteil in Höhe von 20 Prozent wird an den zweitgrößten Elektronikkonzern und Chip-Hersteller in Japan, Toshiba Corp. , verkauft, der bereits die Mehrheit an Westinghouse hält. Nach dem Verkauf wird Toshiba 87 Prozent an Westinghouse innehaben. Über den Preis für die Beteiligung machte Shaw keine Angaben. Das Unternehmen teilte jedoch mit, man wolle mit dem Erlöse die Verbindlichkeiten um rund 1,7 Mrd. US-Dollar reduzieren und damit seine Bilanz stärken. Die Shaw-Tochter Nuclear Energy Holdings LLC hatte die Beteiligung an Westinghouse im Oktober 2006 für 1,08 Mrd. US-Dollar erworben. Die Shaw-Aktie gewann daraufhin 7,8 Prozent.
Für eine Enttäuschung sorgte derweil heute Fairchild Semiconductor International . Der Halbleiterhersteller hat seine Umsatzprognose für das dritte Quartal angepasst. Demnach geht man für das dritte Quartal nur noch von einem Umsatz im Bereich von 400 bis 410 Mio. US-Dollar aus, nachdem man zuvor Umsatzerlöse von 433 bis 446 Mio. US-Dollar erwartet hatte. Auch bei der um Einmaleffekte bereinigten Bruttomarge rechnet der Konzern nunmehr mit einem Wert im Bereich von 36,0 bis 36,5 Prozent, nachdem man hier zuletzt einen Wert von 36,5 bis 36,9 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Insgesamt hat man den Angaben zufolge unter der schwächer als erwarteten Nachfrage in einigen Absatzmärkten und Regionen zu leiden gehabt. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 40 Cents bei Umsatzerlösen von 439,5 Mio. US-Dollar aus. Der Titel schloss knapp unter dem Vortagesniveau.
Auf der Unternehmensseite standen ferner auch die Aktien von Sunoco mit einem Aufschlag von 5,3 Prozent im Blick. Der Konzern will sich von seiner Raffineriesparte trennen und prüft in diesem Zusammenhang weitere strategische Optionen für die verbleibenden Geschäftsaktivitäten des Konzerns. Der Verkaufsprozess für die beiden Raffinerien in Philadelphia und Marcus Hook (beide im US-Bundesstaat Pennsylvania) wurde bereits eingeleitet. Begründet wurde die Entscheidung mit der unbefriedigenden Ergebnisentwicklung der Raffineriesparte. In Zukunft werde man sich auf profitablere Geschäftsfelder, wie etwa den Vertrieb oder das Logistikgeschäft konzentrieren, erklärte CEO Lynn L. Elsenhans. Sollte sich kein Käufer für die Raffinerien finden, werde man den Großteil der Raffinerien ab Juli 2012 stilllegen. Als Berater für den Verkauf der Raffinerie-Sparte wurde die Credit Suisse Securities (USA) LLC. engagiert. Erst kürzlich hatte Sunoco die Abspaltung der Koks-Sparte SunCoke Energy abgeschlossen. Im Zuge der geplanten Veräußerung der Raffinerien erwartet Sunoco im dritten Quartal Einmalbelastungen in Höhe von 1,9 bis 2,2 Mrd. US-Dollar vor Steuern. Sollte sich kein Käufer finden und eine Stilllegung der beiden Raffinerien notwendig sein, könnten sich die Einmalbelastungen um weitere bis zu 500 Mio. US-Dollar vor Steuern erhöhen. Im Zuge des Verkaufs von Öl-Lagerbeständen und weiteren Produkt-Lagerbeständen wird man weiteren Angaben zufolge nach Abschluss der Transaktion, abhängig vom jeweiligen Marktpreisniveau, einen Vorsteuergewinn von rund 2 Mrd. US-Dollar verbuchen. (06.09.2011/ac/n/m)