New York (aktiencheck.de AG) - An der Wall Street erreicht die Berichtssaison heute ihren vorläufigen Höhepunkt. Die US-Indizes starteten schwach in den Handel, können ihre Verluste im bisherigen Verlauf aber verringern. Derzeit verliert der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048/ WKN 969420) 0,56 Prozent auf 10.097 Punkte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) gibt um 0,26 Prozent auf 1.068 Zähler nach. Für den Nasdaq Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) geht es um 0,58 Prozent auf 2.186 Punkte nach unten.
Die US-Wohnbaubeginne haben im Juni einen Rückgang gegenüber dem vorangegangenen Monat ausgewiesen. Dies gab das US-Handelsministerium in Washington bekannt. So verringerte sich die Zahl auf 0,549 Millionen Baubeginne. Damit wurde das revidierte Vormonatsniveau um 5,0 Prozent verfehlt. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,575 Millionen Baubeginnen ausgegangen. Dagegen haben die Baugenehmigungen einen Anstieg verzeichnet. Demnach wurden insgesamt 0,586 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurde das Vormonatsniveau um 2,1 Prozent übertroffen. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 0,572 Millionen Genehmigungen erwartet.
Während Konjunkturdaten heute Mangelware sind, steht die Berichtssaison im Blickpunkt. Wie der Technologiekonzern IBM (International Business Machines) am Vorabend erklärte, konnte er seinen Gewinn im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar bzw. 2,61 Dollar je Aktie steigern. Der Umsatz erhöhte sich leicht um 2 Prozent auf 23,7 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem EPS von 2,58 Dollar und einem Umsatz von 24,17 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Jahr erwartet IBM nun ein Ergebnis von mindestens 11,25 Dollar je Aktie, nach zuvor mindestens 11,20 Dollar. Wegen der enttäuschenden Umsatzentwicklung verliert der Wert derzeit 4 Prozent.
Titel des Halbleiterherstellers Texas Instruments geben über 3 Prozent ab. Unternehmensangaben zufolge wurde im zweiten Quartal ein Umsatz von 3,5 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Dies entspricht einem Anstieg um knapp 42 Prozent. Der Nettogewinn belief sich auf 769 Mio. Dollar bzw. 62 Cents je Aktie, nach 260 Mio. Dollar bzw. 20 Cents je Aktie im Vorjahr. Analysten hatten mit einem EPS von 62 Cents bei einem Umsatz von 3,52 Mrd. Dollar gerechnet.
Wie die Bankgesellschaft Goldman Sachs (Goldman Sachs Group) bekannt gab, musste sie im zweiten Quartal infolge einer Strafzahlung an die U.S. Securities and Exchange Commission einen Gewinnrückgang verbuchen. Die Erlöse verringerten sich um 36 Prozent auf 8,84 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn sank von 3,44 Mrd. Dollar bzw. 4,93 Dollar pro Aktie auf 613 Mio. Dollar bzw. 0,78 Dollar pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das jüngste EPS 2,75 Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,08 Dollar pro Aktie und Umsätzen von 8,94 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie hat nach schwächerem Start ins Plus gedreht und gewinnt derzeit gut 1 Prozent.
Die Bank of New York Mellon teilte mit, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal deutlich gestiegen ist, was mit geringeren Rückstellungen für Kreditausfälle sowie mit Sonderbelastungen im Vorjahr zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 658 Mio. Dollar bzw. 54 Cents pro Aktie, im Vergleich zu 176 Mio. Dollar bzw. 15 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie aus dem laufenden Geschäft lag bei 55 Cents. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 54 Cents pro Aktie ausgegangen. Der Wert liegt aktuell mit über 1 Prozent im Minus.
Für UnitedHealth (UnitedHealth Group) geht es um 1 Prozent nach unten. Der Krankenversicherer gab bekannt, dass er seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert hat, was auf ein Wachstum bei sowohl Health Benefits als auch Health Services zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden klar übertroffen. Zudem wurde der Ausblick angehoben.
Der Mischkonzern Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) konnte im zweiten Quartal zwar ein Gewinnwachstum ausweisen, hat seine Gesamtjahresprognose aber gesenkt. Wie der hauptsächlich auf Konsumgüter und Medizintechnik spezialisierte Konzern erklärte, wuchs der Umsatz auf 15,33 Mrd. Dollar, nach 15,24 Mrd. Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn um 7,5 Prozent auf 3,45 Mrd. Dollar bzw. 1,23 Dollar. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 1,21 Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,21 Dollar sowie einen Umsatz von 15,64 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Gesamtjahr prognostiziert der Konzern nur noch ein EPS in Höhe von 4,65 bis 4,75 (ursprünglich: 4,80 bis 4,90) Dollar. Die Aktie verliert daraufhin 2,5 Prozent.
Der Maschinenbaukonzern Illinois Tool Works konnte sein Ergebnis im zweiten Quartal steigern. Die Umsatzerlöse wuchsen auf 4,08 Mrd. Dollar, nach 3,39 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Zudem kletterte der Nettogewinn von 176,6 Mio. Dollar oder 35 Cents je Aktie auf nun 420,8 Mio. Dollar bzw. 83 Cents pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich ein EPS von 84 Cents und einen Umsatz von 4,02 Mrd. Dollar prognostiziert. Der Wert kommt um 0,5 Prozent zurück.
Titel von Whirlpool rutschen um mehr als 5 Prozent ab. Zuvor hat der weltgrößte Haushaltsgerätehersteller die Geschäftszahlen für das zweite Quartal auf den Tisch gelegt. Demnach verbesserten sich die Umsatzerlöse auf 4,53 Mrd. Dollar, nach 4,17 Mrd. Dollar im Vorjahr. Unter dem Strich verzeichnete man einen Nettogewinn von 205 Mio. Dollar bzw. 2,64 Dollar je Aktie, nach einem Nettogewinn von 78 Mio. Dollar bzw. 1,04 Dollar je Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 2,82 Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 2,13 Dollar sowie einen Umsatz von 4,48 Mrd. Dollar erwartet.
Die UAL Corp. , die Muttergesellschaft der US-Fluglinie United Air Lines, meldete, dass sie im zweiten Quartal angesichts gestiegener Umsätze einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet hat und die Erwartungen auf bereinigter Basis übertreffen konnte. Die Aktie legt 1,2 Prozent zu. Daneben hat auch der Erfrischungsgetränkehersteller PepsiCo in seine Bücher blicken lassen. Der Umsatz lag im zweiten Quartal mit 14,80 Mrd. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 10,59 Mrd. Dollar. Beim Nettogewinn wurde jedoch ein leichter Rückgang auf 1,60 Mrd. Dollar bzw. 0,98 Dollar je Aktie verzeichnet. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,10 Dollar bzw. bei 1,09 Dollar auf Basis konstanter Währungen. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,08 Dollar sowie einen Umsatz von 14,41 Mrd. Dollar erwartet. PepsiCo gewinnen 1,8 Prozent. Wie Omnicom (Omnicom Group), der größte Werbekonzern der Welt, mitteilte, hat man im zweiten Quartal angesichts gestiegener Umsätze einen leicht höheren Gewinn erzielt. Die Erwartungen wurden dabei geschlagen. Aktuell gewinnt die UAL-Aktie knapp 4 Prozent. (20.07.2010/ac/n/m)