New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen gingen am Freitag mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel. Im Fokus standen dabei vor allem einige Konjunkturdaten, die Diskussion um die Einrichtung einer Bad Bank sowie erneut die große Zahl an Quartalszahlen, allen voran Amazon und die Ölwerte Exxon Mobil und Chevron.
So hat sich die US-Wirtschaftsleistung im Schlussquartal kräftig verringert. Gegenüber dem Vorquartal reduzierte sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,8 Prozent. Hierbei handelt es sich um das schlechteste Ergebnis seit 1982. Volkswirte hatten sogar einen BIP-Rückgang um 5,4 Prozent prognostiziert.
Daneben hat sich der Anstieg der Arbeitskosten im vierten Quartal mit gebremstem Tempo fortgesetzt. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA nur noch um 0,5 Prozent. Volkswirte waren von einer Kostensteigerung um 0,7 Prozent ausgegangen. Im Gesamtjahr erhöhten sich die Arbeitskosten lediglich um 2,6 Prozent. Das ist der schwächste Anstieg seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1982.
Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager ermittelte für Januar 2009 einen Rückgang ihres saisonbereinigten Konjunktur-Index. So verringerte sich der Index auf 33,3 Punkte, nach 35,1 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten ein Wert von 34,9 Punkten erwartet.
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich nach der Universität Michigan im Januar verbessert. So lag der Gesamtindex des Verbrauchervertrauens bei 61,2 Punkten, nachdem zuvor auf vorläufiger Basis ein Plus von 61,9 Punkten ermittelt worden war. Volkswirte waren hingegen von einem Wert von 61,5 Punkten ausgegangen, nach 60,1 Punkten im Vormonat Dezember.
Der Dow Jones verlor am Ende 1,82 Prozent auf 8.000,86 Punkte, der S&P 500 gab 2,28 Prozent auf 825,88 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete wiederum ein Minus von 2,08 Prozent auf 1.476,42 Punkte.
Der Ölkonzern Exxon Mobil hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet, die Erwartungen der Analysten jedoch übertroffen. Der Titel gab dennoch mehr als 3 Prozent nach. Im Gegensatz dazu konnte der Mitbewerber Chevron seinen Gewinn trotz der rückläufigen Ölpreisnotierungen sogar leicht steigern. Die Aktie verbuchte aber dennoch ein Minus von 0,7 Prozent.
Wie von Marktbeobachtern erwartet konnte der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble im zweiten Quartal in Zusammenhang mit dem Verkauf einer Konzernsparte einen Ergebnisanstieg vorweisen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet das Unternehmen ein Anhalten der weiterhin schwierigen Marktbedingungen. Der Wert verlor daraufhin über 6 Prozent.
Daneben hat auch der Mischkonzern Honeywell im letzten Quartal mehr verdient und die Erwartungen getroffen. Zudem wurden die Jahresprognosen bestätigt. Am war hier ein leichtes Plus auszumachen.
Der Online-Einzelhändler Amazon hat am Vorabend mit einem Gewinnanstieg für das Schlussquartal positiv überrascht. Die Anleger honorierten die unerwartet guten Zahlen mit einem Aufschlag von fast 18 Prozent.
Dell gaben 4,5 Prozent nach. Hier stand ein Bericht des "Wall Street Journal" im Blick, demzufolge der Konzern bereits im kommenden Monat ein eigenes Mobiltelefon vorstellen will, um sich so der aktuellen Krise auf dem PC-Absatzmarkt entgegenzustellen.
Auch die Aktie von Genentech macht von sich reden. Zuvor wurde bekannt, dass der schweizerische Pharmakonzern und Großaktionär Roche ein öffentliches Kaufangebot zur Übernahme aller ausstehenden Genentech-Anteilscheine plant. Der Wert verlor dennoch mehr als 3 Prozent.
Die US-Großbank Morgan Stanley plant einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge möglicherweise weitere Stellenstreichungen. So erwägt Morgan Stanley derzeit den Abbau von 5 Prozent der rund 47.000 Mitarbeiter. Damit wolle man der anhaltend rückläufigen Entwicklung in den Geschäftsbereichen Investment-Banking und im Eigenhandel Rechnung tragen. Die Aktie gab am Ende über 5 Prozent.
Der Baumaschinenhersteller Caterpillar hat in Zusammenhang mit der schwachen konjunkturellen Gesamtlage den Abbau von mehr als 2.000 Stellen angekündigt. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das vierte Quartal hatte der Konzern bereits den Abbau von konzernweit rund 20.000 Stellen angekündigt. Die Aktie verlor 3 Prozent. (30.01.2009/ac/n/m)