New York (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten Indizes an der Wall Street zeigten am heutigen Donnerstag auch zum Handelsschluss einige negative Tendenzen, wobei die Verluste aus dem Tagesverlauf stark reduziert wurden. Dabei hatten die Märkte lange Zeit vor allem unter einer schwächer als erwarteten Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zu leiden. Der Dow Jones konnte sich aber mit 0,15 Prozent auf 13.145,82 Punkte ins Plus retten, während der NASDAQ Composite 0,31 Prozent auf 3.095 Zähler nachgab. Der S&P 500 tendierte zum Handelsschluss um 0,16 Prozent leichter bei 1.403,28 Punkten.
Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im vierten Quartal 2011 mit beschleunigtem Tempo angewachsen. In der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums, welche heute veröffentlicht wurde, wurden die vorläufigen Angaben bestätigt. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,0 Prozent, während vorläufig bereits ein Zuwachs in dieser Größenordnung gemeldet worden war. Volkswirte hatten ebenfalls einen BIP-Anstieg um 3,0 Prozent prognostiziert. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft lediglich um 1,8 Prozent erhöht. Wie das US-Arbeitsministerium daneben mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 24. März 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 5.000 auf 359.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 350.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 348.000 auf 364.000 nach oben korrigiert.
Bereits gestern nach Börsenschluss präsentierte Paychex , ein auf Gehaltsabrechnungen spezialisierter Dienstleister, die Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2011/12. Die Umsatzerwartungen konnten dabei übertroffen werden, während der Gewinn lediglich wie erwartet ausgefallen ist. Der Ausblick wurde indes bestätigt. Aktien von Paychex gaben 1,97 Prozent ab. Ebenfalls nachbörslich erklärte der Chemiekonzern H.B. Fuller (H B Fuller), dass sein Gewinn im ersten Quartal angesichts deutlich höherer Umsätze gestiegen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Papiere von H.B. Fuller zogen um 3,98 Prozent an.
Im Fokus stand heute Best Buy . Der größte US-Elektronikhändler meldete, dass er im vierten Quartal aufgrund von Einmalbelastungen einen Verlust verbuchen musste. Auf bereinigter Basis konnte man die Marktschätzungen übertreffen, wohingegen die Umsatzentwicklung enttäuschte. Im Anschluss kündigte der Konzern im Zuge weiterer Effizienzsteigerungen und Restrukturierungen die Schließung von insgesamt 50 Big Box-Niederlassungen an. Damit will man bis 2015 Einsparungen in Höhe von 800 Mio. US-Dollar erzielen. Auf den ganzen Tag gesehen mussten die Anteilsscheine von Best Buy einen Abschlag von 6,95 Prozent hinnehmen.
Aktien von Movado (Movado Group) rückten dagegen um 9,70 Prozent vor. Der Uhrenhersteller teilte mit, dass er im vierten Quartal bei höheren Umsatzerlösen wieder in die Gewinnzone zurückkehren konnte. Unter anderem habe man von den konsequent umgesetzten Umstrukturierungen und der deutlich verbesserten Absatzentwicklung profitieren können. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Daneben hat der Bau- und Ingenieurkonzern Shaw Group im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt und die Markterwartungen erfüllt. Shaw Group tendierten 3,86 Prozent fester.
Schließlich gab es noch eine Meldung von der Akquisitionsfront. So hat der schweizerische Medizintechnikkonzern Roche sein Übernahmeangebot für Illumina erhöht, nachdem zuletzt die Annahmefrist erneut verlängert worden war. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, bietet Roche nun 51,00 US-Dollar je Illumina-Aktie, nachdem man bisher lediglich 44,50 US-Dollar je Aktie zu zahlen bereit war. Die Aktionäre des US-Konzerns können die Offerte noch bis zum 20. April 2012 annehmen. Titel von Illumina verteuerten sich um 5,05 Prozent.
Das Internet-Auktionshaus eBay gab am Donnerstag bekannt, dass es seinen Manager David Marcus zum President von PayPal ernannt hat. Den Angaben zufolge wird Marcus sein neues Amt als Leiter des Online-Zahlungsdienstes zum 2. April 2012 antreten. Er wird dabei an eBay-President und -CEO John Donahoe berichten. Marcus tritt die Nachfolge von Scott Thompson an, der künftig als CEO des Internet-Konzerns Yahoo! (Yahoo) tätig sein wird. Marcus war zuletzt Mitglied des PayPal-Managements und dort für den schnell wachsenden Bereich für Mobile Payments verantwortlich, hieß es. Die Aktie von eBay notierte zum Schluss mit 0,68 Prozent im Minus. (29.03.2012/ac/n/m)