New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street konnte am Freitag mit deutlichen Zugewinnen aus dem Handel gehen. Zuvor waren die US-Börsen mit Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Dabei wurden die weltweiten Märkte durch das schwere Erdbeben in Japan erschüttert. Daneben drückten auch Sorgen um die jüngste Entwicklung der Verbraucherpreise in China sowie um die Finanzsituation des hoch verschuldeten EU-Mitglieds Portugal auf die Stimmung der Anleger. Indes ging der Ölpreis, auch im Hinblick auf Japan, weiter zurück. Der Dow Jones stieg am Ende um 0,50 Prozent auf 12.044,09 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,54 Prozent auf 2.715,61 Punkte zulegte. Der S&P 500 verbesserte sich um 0,71 Prozent auf 1.304,28 Punkte.
Wie das US-Handelsministerium heute mitteilte, hat sich der Einzelhandelsumsatz in den USA im Februar 2011 mit beschleunigtem Tempo erhöht. Auf Monatssicht kletterten die Umsatzerlöse um 1,0 Prozent, während sie im Januar um 0,7 Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1,0 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche wuchsen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent. Experten waren von einem Umsatzwachstum von 0,6 Prozent ausgegangen, nach einer Zunahme um 0,6 Prozent im Vormonat. Unterdessen hat sich die Stimmung der US-Verbraucher laut der Universität Michigan im März 2011 gegenüber dem Vormonat überraschend deutlich verschlechtert. So lag der Gesamtindex im Berichtszeitraum bei 68,2 Punkten, nachdem im Vormonat noch ein Stand von 77,5 Punkten ausgewiesen worden war. Volkswirte waren von einem Wert von 76,5 Punkten ausgegangen. Ferner wiesen die Lagerbestände in den amerikanischen Industrie- und Handelsunternehmen im Januar 2011 einen saisonbereinigten Anstieg gegenüber dem Vormonat aus. So lagen die Lagerbestände um 0,9 Prozent über dem Vormonatsniveau. Volkswirte hatten zuvor ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Im Vormonat war bei den Lagerbeständen ein Plus von revidiert 1,1 Prozent (vorläufig: +0,8 Prozent) ausgewiesen worden. Der Umsatz bei den Industrie- und Handelsunternehmen hat gegenüber dem Vormonat ein Plus von 2,0 Prozent verzeichnet. Im Vormonat wurde ein revidierter Anstieg von 1,6 Prozent (vorläufig: +1,1 Prozent) beim Umsatz der Industrie- und Handelsunternehmen ausgewiesen.
Indes sieht die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) trotz der Krise in Libyen keinen Versorgungsengpass beim Öl. Wie aus dem heute vorgelegten Monatsbericht hervorgeht, haben verschiedene Mitgliedsstaaten ihre Produktion gesteigert, so dass die Fördermenge im Februar 2011 um 111.000 Barrel am Tag (bpd) auf 30,02 Millionen bpd anwuchs. Damit wurde der höchste Wert seit September 2008 verbucht. Zudem versicherte das Kartell, dass es die weitere Entwicklung des Ölmarkts genau beobachten und erforderlichenfalls mit einer höheren Förderung reagieren wird. Bis zum Abend verlor der Ölpreis knapp 2 Prozent auf 100,65 US-Dollar.
Auf der Unternehmensseite meldeten bereits gestern nach Börsenschluss National Semiconductor und Smith & Wesson (SmithWesson) ihre jüngsten Ergebnisse zum abgelaufenen Vierteljahr. National Semiconductor teilte mit, dass der Gewinn im dritten Fiskalquartal 2010/11 trotz eines Umsatzrückgangs gestiegen ist. Die Gewinnerwartungen wurden so getroffen, während der Umsatz hinter den Marktschätzungen zurückblieb. Indes musste der Hersteller von Handfeuerwaffen Smith & Wesson im dritten Fiskalquartal 2010/11 einen deutlichen Verlust ausweisen. Zudem enttäuschte der Umsatzausblick. Während Papiere von National Semiconductor um 3,8 Prozent anzogen, mussten Titel von Smith & Wesson rund 10 Prozent abgeben.
Anteilsscheine von United Technologies tendierten am Ende 0,4 Prozent fester. Der Mischkonzern gab gestern bekannt, dass er seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert hat. Dabei wurde das untere Ende der Planspanne deutlich angehoben. Die Umsatzprognose wurde indes bestätigt. Demnach rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2011 nun mit einem Ergebnis pro Aktie von 5,20 bis 5,35 US-Dollar, nach einem bisher erwarteten Gewinn von 5,05 bis 5,35 US-Dollar pro Aktie. Beim Konzernumsatz geht United Technologies für 2011 weiterhin von 56 bis 57 Mrd. US-Dollar aus. Analysten stellen für das laufende Geschäftsjahr ein EPS von 5,34 US-Dollar sowie Erlöse von 57,06 Mrd. US-Dollar in Aussicht.
Ebenfalls im Fokus stand heute AIG (American International Group (AIG)). Wie aus einer SEC-Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht, hat der Versicherungskonzern der Federal Reserve Bank of New York angeboten, hypothekenbesicherte Anleihen im Wert von 15,7 Mrd. US-Dollar zurückzukaufen. Das jüngste Angebot zum Rückkauf der toxischen Assets kam für viele Marktbeobachter überraschend, da AIG zuletzt noch erklärt hatte, ein entsprechendes Angebot frühestens in einem Jahr zu unterbreiten. Derzeit hält die US-Regierung noch 92 Prozent der AIG-Anteile. Bis zum Abend gewann die Aktie 2,4 Prozent.
Quartalszahlen gab es am heutigen Tage von AnnTaylor Stores und UTStarcom . Der Einzelhändler AnnTaylor teilte mit, dass er im vierten Quartal einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet hat, was mit einem zweistelligen Plus bei den vergleichbaren Filialumsätzen zusammenhängt. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis geschlagen werden. Zudem wurde ein starker Umsatzausblick auf das erste Quartal bzw. das Gesamtjahr gegeben. Daneben meldete UTStarcom, ein Anbieter von Mobilfunk- und Breitband-Ausrüstung sowie Mobiltelefonen, dass er seinen Verlust im vierten Quartal deutlich verringern konnte, nachdem sich die operativen Ausgaben gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert haben. AnnTaylor sprangen um 12,7 Prozent nach vorne, UTStarcom verteuerten sich um 3,7 Prozent.
Darüber hinaus kündigte Chevron eine Transaktion an. Der zweitgrößte US-Ölkonzern verkauft demnach seine Gesellschaft Chevron Ltd., zu der die Pembroke-Raffinerie mit einer Kapazität von 220.000 Barrel pro Tag sowie andere Downstream-Assets in Großbritannien gehören, an den Raffineriekonzern Valero Energy . Den Angaben zufolge beläuft sich der Kaufpreis für die Chevron Ltd. auf 730 Mio. US-Dollar, plus zusätzliche Zahlungen von schätzungsweise 1 Mrd. US-Dollar vornehmlich für die Bestände der Gesellschaft. Die Transaktion wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2011 abgeschlossen sein, hieß es. Chevron-Papiere lagen 0,9 Prozent im Plus.
Der Discount-Händler 99 Cents Only Stores steht möglicherweise vor einem Management-Buy-Out. So habe das Board of Directors eine Übernahmeofferte in Höhe von 19,09 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Konzernangaben zufolge wurde das Übernahmeangebot von Mitgliedern der Schiffer/Gold-Familie und der Leonard Green & Partners L.P. unterbreitet. Die Aktie von 99 Cents Only Stores gewann 17,4 Prozent. (11.03.2011/ac/n/m)