New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes konnten am Freitag angesichts zahlreicher Konjunkturdaten Zugewinne verzeichnen. Allerdings hielten sich die Anleger vor dem langen Wochenende mit Neuengagements auch vermehrt zurück. Am Montag bleibt die Wall Street wegen des Feiertags Memorial Day geschlossen. Der Dow Jones legte am Ende 0,31 Prozent zu auf 12.441,58 Punkte, während der NASDAQ Composite 0,50 Prozent auf 2.796,86 Punkte hinzugewann. Der S&P 500 stieg um 0,41 Prozent auf 1.331,10 Punkte.
In den USA sind die saisonbereinigten persönlichen Einkommen und Ausgaben im April 2011 angewachsen. So erhöhten sich die persönlichen Einkommen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonatsniveau, während im Vormonat ein Plus von revidiert 0,4 (vorläufig: 0,5) Prozent verbucht worden war. Ferner zogen die persönlichen Konsumausgaben um 0,4 Prozent an, nachdem sie im Vormonat um 0,5 (vorläufig: 0,6) Prozent gestiegen waren. Volkswirte hatten im Vorfeld Zuwächse von 0,4 Prozent bei den Einkommen und 0,5 Prozent bei den Konsumausgaben prognostiziert. Das US-Verbrauchervertrauen in die Wirtschaftsentwicklung hat sich laut der University of Michigan im Mai 2011 überraschend deutlich verbessert. So lag der Index im Berichtszeitraum bei revidiert 74,3 Punkten (vorläufig: 72,4 Punkten), während Volkswirte einen Stand von 72,4 Punkten erwartet hatten. Für den Vormonat wurde ein Indexstand von 69,8 Zählern ausgewiesen. Daneben ist die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA im April 2011 deutlich zurückgegangen. Demnach verringerte sich der entsprechende Index um 11,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte lediglich von einer Abnahme um 1,4 Prozent ausgegangen waren. Im März 2011 war hingegen ein Plus von revidiert 3,6 (vorläufig: 5,1) Prozent ausgewiesen worden.
Hoch im Kurs standen heute die Aktien Marvell Technology (Marvell Technology Group), nachdem der Halbleiterhersteller bereits gestern nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal 2011/2012 bekannt gab. Dabei konnte man die Markterwartungen nicht erfüllen. Während der Umsatz um 6 Prozent auf 802,4 Mio. US-Dollar sank, brach das Nettoergebnis (GAAP) von 205,8 Mio. US-Dollar auf 146,9 Mio. US-Dollar bzw. 22 Cents je Aktie (verwässert) ein. Das Nettoergebnis (non-GAAP) wurde auf 189,3 Mio. US-Dollar bzw. 29 Cents je Aktie (verwässert) beziffert. Analysten hatten zuvor ein EPS von 30 Cents bei Umsatzerlösen von 826,1 Mio. US-Dollar erwartet. Allerdings überzeugte der Konzern mit einem starken Umsatzausblick für das zweite Quartal. Die Aktie verbesserte sich in der Folge um rund 11 Prozent.
Interessante Nachrichten gab es zudem bereits gestern von Johnson & Johnson (JohnsonJohnson). Der Gesundheitskonzern prüft zurzeit Wachstumsstrategien für sein Pharmageschäft. In den letzten Jahren hatte man hier mit Patentverlusten und rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Das Unternehmen rechnet damit, dass der weltweite Pharmamarkt von derzeit schätzungsweise 850 Mrd. US-Dollar bis zum Jahr 2015 auf mehr als 1 Bio. US-Dollar wachsen wird. Vor diesem Hintergrund will Johnson & Johnson seine Pharmasparte mit differenzierten Arzneimitteln, dem Aufbau einer transformativen Pipeline, der Stärkung der geografischen Präsenz sowie Investitionen in organisatorische Ressourcen dahingehend aufstellen, um an diesem Wachstum partizipieren zu können. Zwischen 2011 und 2015 will der Konzern dabei die Zulassung von insgesamt elf neuen Medikamenten und Impfstoffen beantragen. Der Titel rückte um 1,9 Prozent vor.
Der Verlagskonzern McClatchy hat für 236 Mio. US-Dollar insgesamt 14 Morgen Land verkauft. Hierunter fällt auch das Gebäude, in dem die Tochtergesellschaft Miami Herald Media Company untergebracht ist. Käufer war die Bayfront 2011 Property LLC, eine Tochter der Genting Malaysia Berhad. Das Papier schoss vor diesem Hintergrund um 6,9 Prozent nach oben.
Nachdem es bereits gestern Zahlen aus dem kanadischen Bankensektor gab, meldete sich heute der Branchenprimus zu Wort. So konnte die Royal Bank of Canada ihren Gewinn im zweiten Quartal steigern. Dabei profitierte man von stärkeren Ergebnissen in den Bereichen Canadian Banking, Wealth Management und Insurance sowie geringeren Rückstellungen für Kreditausfälle. Allerdings wurden die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. Indes hat die Bank die Quartalsdividende um 8 Prozent auf 0,54 CAD pro Aktie angehoben. Der Anteilsschein gab um 2,6 Prozent nach. (27.05.2011/ac/n/m)