New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen sind angesichts der nicht abreißen wollenden Negativnachrichten aus dem Finanzsektor mit deutlichen Abschlägen aus dem verlängerten Wochenende gestartet. Der
Dow Jones verliert kurz nach der Eröffnung 1,45 Prozent und notiert bei 8.161,35 Indexpunkten. Beim
Nasdaq Composite ist ein Minus von 1,99 Prozent auf 1.498,87 Zähler auszumachen. Der S&P 500 gibt 2,16 Prozent ab und notiert bei 831,77 Punkten. Im weiteren Tagesverlauf dürften sich die Blicke auf die Hauptstadt Washington richten. Als 44. Präsident der USA wird Barack Obama heute seinen Amtseid ablegen.
Der Finanzsektor leidet unter dem am Vortag in Aussicht gestellten Rekordverlust der britischen Großbank Royal Bank of Scotland. Unter anderem geben die Citigroup über 5 Prozent, die Bank of America fast 18 Prozent und Morgan Stanley mehr als 6 Prozent ab. Der Online-Broker TD Ameritrade hat einen Blick in seine Bücher gewährt und im ersten Quartal wie erwartet weniger verdient. Zudem wurde die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Der Wert verliert daraufhin mehr als 3 Prozent. Bei State Street schlägt ein drastisches Minus von rund 50 Prozent zu Buche. Wie der Finanzdienstleister heute mitteilte, musste er im vierten Quartal einen kräftigen Ergebnisrückgang hinnehmen.
Der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im vierten Quartal aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen um 14 Prozent gesteigert und die Erwartungen übertroffen hat. Die Umsatzentwicklung konnte dagegen nicht überzeugen. Die Aktie tendiert zur Stunde quasi unverändert.
Titel des Chemiekonzerns Rohm and Haas, der den Abbau von rund 900 Arbeitsplätzen angekündigt und ein besser als von Analysten erwartetes Quartalsergebnis in Aussicht gestellt hat, geben gut 1 Prozent ab. Anteilsscheine des Mitbewerbers H.B. Fuller liegen knapp im Minus. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal einen Verlust erwirtschaftet, die Erwartungen auf bereinigter Basis jedoch erfüllt.
Autowerte stehen ebenfalls im Blick. Zuvor wurde bekannt, dass sich der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat an dem angeschlagenen Autobauer Chrysler beteiligt. Demnach erwirbt Fiat zunächst 35 Prozent des drittgrößten US-Automobilherstellers. Im Gegenzug erhält Chrysler Zugang zu Fiats Technologie für den Bau von Kleinwagen mit geringem Spritverbrauch. GM verlieren 4,6 Prozent, während Ford 1,4 Prozent abgeben.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im vierten Quartal aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen um 14 Prozent gesteigert und die Erwartungen geschlagen hat. Der Umsatz verringerte sich von um 4,9 Prozent. Die Schätzungen des Marktes wurden damit verfehlt.
Der US-Chemiekonzern Rohm and Haas Co. (ISIN US7753711073/ WKN 852156) teilte heute mit, dass er rund 900 Arbeitsplätze abbauen und Werke stilllegen bzw. schließen wird. Den Angaben zufolge wird der Konzern im Rahmen eines Kostensenkungsplans zudem die Gehälter der Mitarbeiter sowie freiwillige Ausgaben einfrieren. Wie der Konzern weiter bekannt gab, geht er davon aus, im vierten Quartal ein bereinigtes EPS-Ergebnis aus dem laufenden Geschäft zu erreichen, das über der aktuellen Erwartung der Analysten liegt.
Der amerikanische Chemiekonzern H.B. Fuller Co. (ISIN US3596941068/ WKN 861402) meldete am Montag, dass er im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit einer schwächeren Nachfrage angesichts der globalen Rezession zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch erfüllt. Vor Einmaleffekten wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn aus dem laufenden Geschäft erzielt. Der Umsatz sank leicht.
Die amerikanische QUALCOMM Inc. (ISIN US7475251036/ WKN 883121), ein Spezialist für Mobilfunktechnologie, erwirbt für 65 Mio. Dollar in bar Geschäftsteile des US-Halbleiterkonzerns Advanced Micro Devices Inc. (AMD) (ISIN US0079031078/ WKN 863186). Unternehmensangaben von heute zufolge machten die übernommenen Vermögensteile einst die Basis von AMDs Handheld-Geschäft aus.
Der amerikanische Online-Broker TD Ameritrade Holding Corp. (ISIN US87236Y1082/ WKN A0H1BG) meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Quartal wie erwartet um 23 Prozent gesunken ist. Zudem wurde die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, was mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage zusammenhängt. Der Umsatz verringerte sich ebenfalls.
Der US-Finanzdienstleister State Street Corp. (ISIN US8574771031/ WKN 864777) musste im vierten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten verringerte sich der Gewinn je Aktie dabei weniger stark als befürchtet. Beim Umsatz wurde hingegen ein Anstieg von 8 Prozent ausgewiesen.
Der drittgrößte US-Ölkonzern ConocoPhillips (ISIN US20825C1045/ WKN 575302) gab am späten Freitag bekannt, dass er rund 4 Prozent der gesamten Belegschaft abbauen wird. Wie der Konzern weiter mitteilte, hat er für 2009 ein Kapitalprogramm im Umfang von 12,5 Mrd. Dollar genehmigt, nach einem Volumen von 15,3 Mrd. Dollar in 2008. (20.01.2009/ac/n/m)