24.10.2008 16:05
| A A
| Drucken |

Wall Street: Schwacher Auftakt, Rezessionssorgen belasten, Microsoft im Blick


New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street ist mit deutlich roten Vorzeichen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Die anhaltenden Sorgen vor einer tiefgreifenden Rezession haben zuvor schon die Börsen in Asien und Europa auf Talfahrt geschickt. Der Dow Jones verliert aktuell 4,22 Prozent und notiert damit bei 8.324,07 Punkten. Der S&P 500 verringert sich daneben um 5,20 Prozent auf 860,93 Zähler. Gleichzeitig geht es für den Nasdaq Composite um 5,00 Prozent nach unten auf 1.523,75 Punkte.

Die Aktie von Microsoft verliert dem Umfeld entsprechend rund 5 Prozent. Der weltgrößte Software-Konzern hat am Vorabend einen Blick in seine Bücher gewährt. Während man Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal steigern und die Erwartungen klar übertreffen konnte, hat der Ausblick weniger überzeugt. Papiere des Festplattenherstellers Western Digital, der im letzten Vierteljahr einen unerwartet deutlichen Gewinnanstieg erzielt hat, ziehen gegen den Trend um fast 9 Prozent an. Ingram Micro liegen nach besser als erwarteten Ergebnissen mit rund 3 Prozent im Minus.

Ähnlich starke Verluste sind auch bei Eastman Chemical auszumachen. Der zweitgrößte Chemiekonzern in den USA konnte seinen Gewinn im dritten Quartal verfünffachen. Vor Einmaleffekten wurden die Erwartungen exakt getroffen. Titel der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern geben annähernd 3 Prozent ab, obwohl der Konzern im dritten Quartal unerwartet gut verdient und einen starken Ausblick auf das laufende Quartal gegeben hat.

Im Finanzsektor brechen Papiere des schwer angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG um mehr als 12 Prozent ein. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge AIG das verfügbare Fed-Kreditvolumen bereits zu drei Vierteln ausgeschöpft hat. Titel von National City brechen um knapp 24 Prozent ein. Zuvor wurde bekannt, dass PNC (+1,1 Prozent) die Bankgesellschaft für rund 5,6 Mrd. Dollar übernehmen wird.

Unternehmensmeldungen:

Die Microsoft Corp. veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal. Dabei konnte der weltgrößte Software-Konzern seinen Umsatz und Gewinn steigern und die Erwartungen klar übertreffen. Der Ausblick indes überzeugte nicht. Für das Gesamtjahr 2008/09 erwartet Microsoft einen Umsatz von 64,9 bis 66,4 Mrd. Dollar bei einem EPS von 2,00 bis 2,10 Dollar. Analysten erwarten hier ein EPS von 2,11 Dollar bei Erlösen von 66,5 Mrd. Dollar.

Der amerikanische Festplattenhersteller Western Digital Corp. (ISIN US9581021055/ WKN 863060) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss bekannt, dass er im ersten Fiskalquartal 2008/09 einen deutlichen Gewinnanstieg erzielt hat. Damit konnten die Erwartungen klar geschlagen werden. Der Umsatz kletterte ebenfalls deutlich.

Die amerikanische Ingram Micro Inc. (ISIN US4571531049/ WKN 903027), der weltgrößte Großhändler für Produkte der Informationstechnologie, meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 36 Prozent gesunken ist, was mit einem Umsatzrückgang als Folge einer schwächeren Nachfrage in ihren drei größten geografischen Regionen zusammenhängt. Die Erwartungen konnten übertroffen werden. Im jüngsten Ergebnis sind dabei Aufwendungen im Zusammenhang mit Effizienzprogrammen in Nordamerika und Europa enthalten. Der Umsatz verringerte sich um 4 Prozent.

Die Eastman Chemical Co. (ISIN US2774321002/ WKN 889082), der zweitgrößte Chemiekonzern in den USA, meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal verfünffacht hat, was mit einem soliden Umsatzplus und einer Kostenkontrolle zusammenhängt. Vor Einmaleffekten traf der Gewinn aus dem laufenden Geschäft exakt die Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 7,5 Prozent.

Die Burlington Northern Santa Fe Corp. (ISIN US12189T1043/ WKN 897261), die zweitgrößte Eisenbahngesellschaft in den USA, meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 31 Prozent zulegen konnte, was auf eine verbesserte Effizienz und höhere Treibstoffzuschläge zurückzuführen ist. Zudem wurde ein starker Ausblick auf das laufende Quartal gegeben.

Der schwer angeschlagene US-Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073/ WKN 859520) hat sich Presseangaben zufolge bis Mittwoch dieser Woche 90,3 Mrd. Dollar von der US-Regierung geliehen. Wie das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat AIG damit das verfügbare Fed-Kreditvolumen nun bereits zu drei Vierteln ausgeschöpft.

Die PNC Financial Services Group Inc. (ISIN US6934751057/ WKN 867679), die größte Bankgesellschaft im US-Bundesstaat Pennsylvania, gab heute bekannt, dass sie die US-Bankgesellschaft National City Corp. (ISIN US6354051038/ WKN 851820) für 5,58 Mrd. Dollar übernehmen wird. Im Zusammenhang mit der Übernahme beabsichtigt PNC, Vorzugsaktien und zugehörige Optionsscheine im Wert von 7,7 Mrd. Dollar im Rahmen des TARP Capital Purchase Program an das US-Finanzministerium zu verkaufen. (24.10.2008/ac/n/m)



 0 Bewertungen dieses Artikels: 

Passende Zertifikate von

(Anzeige)
NameWKNHebel
Microsoft MINI LongAA18RT5,68
Microsoft MINI ShortAA18QC8,70

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
08.03.10American Intern. Group Turnaround-SpekulationDie Actien-Börseplus
03.11.09American International Group underperformCredit Suisse Group minus
02.03.09AIG holdSociété Générale Group S.A. (SG)neutral
25.02.09AIG neutralCredit Suisse Group neutral
11.11.08AIG holdSociété Générale Group S.A. (SG)neutral
 

ANZEIGE

ANZEIGE

Aktien, Zertifikate & Co.: Wie zufrieden sind Sie mit der Betreuung und Beratung durch Ihre Hausbank?
Sehr zufrieden
Könnte besser sein
Gar nicht
Ich investiere nur direkt über Broker




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut       schlecht
Problem mit dieser Seite?