New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen sind mit recht deutlichen Gewinnen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der
Dow Jones Industrial Average zieht kurz nach der Eröffnungsglocke um 0,90 Prozent an und notiert bei 8.682,09 Indexpunkten. Der S&P 500 klettert daneben um 0,96 Prozent auf 893,81 Zähler. Der
Nasdaq Composite legt wiederum 1,72 Prozent auf 1.579,05 Punkte zu.
Im Mittelpunkt steht einmal mehr die schwer angeschlagene Automobilbranche. So beabsichtigt der scheidende US-Präsident George Bush, General Motors (GM) und Chrysler mit Notkrediten in Höhe von rund 17,4 Mrd. Dollar zu helfen. Die Mittel stammen aus dem 700 Mrd. Dollar schweren Rettungspaket, das ursprünglich nur für die Finanzbranche geschnürt worden war. Die Kredite sind mit strengen Auflagen verbunden und müssen vollständig zurückgezahlt werden, wenn es den Unternehmen nicht gelingt, bis Ende März einen Sanierungsplan vorzulegen. Die Regierung erhält im Gegenzug stimmrechtslose Aktien der Unternehmen.
GM gewinnen aktuell mehr als 11 Prozent und Ford über 5 Prozent. Daneben stehen Papiere des Gebrauchtwagenhändlers CarMax im Blick. Das Unternehmen hat im dritten Geschäftsquartal einen Verlust ausweisen müssen, während Analysten zuvor mit einem leicht positiven Ergebnis gerechnet hatten. Der Titel büßt gut 4 Prozent ein.
Der Ölpreis setzt seine Talfahrt angesichts der schwachen konjunkturellen Aussichten weiter fort. Zuletzt waren nur knapp 35 Dollar für ein Barrel leichtes US-Öl zu zahlen. Dennoch gewinnen Chevron 1,6 Prozent und ConocoPhillips 1,2 Prozent. Exxon Mobil geben dagegen leicht ab.
Im Technologiesektor legen Anteilsscheine von Oracle gut 6 Prozent zu. Der Software-Konzern hat im abgelaufenen Quartal trotz gestiegener Erlöse weniger verdient. Auf bereinigter Basis wurden die Schätzungen erfüllt. Die Umsatzentwicklung hat indes enttäuscht. Bei Palm ist ein Abschlag von fast 2 Prozent auszumachen. Zuvor hat der Handheld-Hersteller enttäuschende Quartalszahlen auf den Tisch gelegt. So wurde der Verlust drastisch ausgeweitet, während die Erlöse kräftig eingebrochen sind.
Papiere des kanadischen BlackBerry-Herstellers Research In Motion, der Umsatz und Gewinn im dritten Fiskalquartal im Rahmen der Erwartungen gesteigert und einen robusten Ausblick abgegeben hat, legen indes über 6 Prozent zu. Für 3Com geht es um gut 4 Prozent nach oben. Der Netzwerkausrüster hat im letzten Vierteljahr auf bereinigter Basis unerwartet gut verdient. Titel von Jabil Circuit geben nach Ergebnisvorlage annähernd 2 Prozent ab.
Unternehmensmeldungen:
Die Oracle Corp. hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal veröffentlicht. Dabei konnte der US-Softwarekonzern seinen Umsatz um 6 Prozent steigern, enttäuschte damit jedoch. Der Gewinn war leicht rückläufig. Auf bereinigter Basis konnten die Erwartungen jedoch getroffen werden.
Die Palm Inc. (ISIN US6966431057/ WKN A0ETPB) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Fiskalquartal. Dabei musste der amerikanische Handheld-Hersteller seinen Verlust drastisch ausweiten und verfehlte auch die Erwartungen. Die Umsatzerlöse sanken ebenfalls unerwartet deutlich.
Der kanadische BlackBerry-Hersteller Research In Motion Ltd. (RIM) (ISIN CA7609751028/ WKN 909607) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss bekannt, dass er Umsatz und Gewinn im dritten Fiskalquartal im Rahmen der Erwartungen gesteigert hat. Für das laufende vierte Fiskalquartal erwarten Analysten ein EPS von 83 Cents. Research In Motion selbst erwartet ein EPS von 83 bis 91 Cents.
Der amerikanische Netzwerkausrüster 3Com Corp. (ISIN US8855351040/ WKN 868840) meldete am Donnerstag nach Börsenschluss, dass er im zweiten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet hat, was u.a. auf höhere Umsätze zurückzuführen ist. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis geschlagen werden. Der Umsatz nahm um mehr als 11 Prozent zu.
Die amerikanische Jabil Circuit Inc. (ISIN US4663131039/ WKN 886423), ein Auftragshersteller von Elektronikkomponenten, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Quartal um 26 Prozent gesunken ist. Die Erwartungen wurden dabei auf bereinigter Basis verfehlt. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau.
Der US-Gebrauchtwagenhändler CarMax Inc. (ISIN US1431301027/ WKN 662604) musste infolge von Abschreibungen und einer rückläufigen Nachfrage für das dritte Geschäftsquartal einen Verlust ausweisen. Unternehmensangaben von heute verringerten sich auch die Umsatzerlöse. Die so genannten same-store sales brachen um 25 Prozent ein. Analysten hatten zuvor ein leicht positives Ergebnis erwartet. (19.12.2008/ac/n/m)