New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Aktienmärkte zeigen am Mittwochmittag New Yorker Zeit mit uneinheitliche Tendenzen. Während die Standardwerte fester tendieren geben die Technologiewerte im Vorfeld der heute anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank leicht ab.
Auf der Konjunkturseite stehen zahlreiche Daten im Blick. Wie das Arbeitsministerium verkündete, erhöhte sich der Arbeitskosten-Index im vierten Quartal nur um 0,8 Prozent, während Volkswirte durchschnittlich von einer Kostensteigerung um 1,0 Prozent ausgegangen waren. Daneben präsentierte das Handelsministerium eine überraschend starke Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung für das Schlussquartal. So kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um kräftige 3,5 Prozent. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum ein BIP-Wachstum von lediglich 3,0 Prozent erwartet. Im weiteren Handelsverlauf kamen mit einem unerwartet gesunkenem Chicago Einkaufsmanager-Index und überraschend gesunkenen Bauausgaben weitere Impulse.
Der Dow Jones gewinnt derzeit 0,21 Prozent auf 12.550,23 Punkte, der S&P 500 legt aktuell 0,01 Prozent auf 1.428,91 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 0,10 Prozent auf 2.446,18 Punkte.
Aktien von Boeing befinden sich im Mittagshandel im Steigflug und legen aktuell mehr als 4 Prozent zu. Der Flugzeughersteller konnte im vierten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Absatzentwicklung bei Passagiermaschinen einen kräftigen Ergebnisanstieg vorweisen und die Erwartungen deutlich schlagen, ferner wurden die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr angehoben.
Der Medienkonzern Time Warner hat seinen Gewinn im vierten Quartal um 38 Prozent gesteigert, was auf einen Einmalertrag und erhöhte Werbeumsätze bei AOL zurückzuführen ist. Die Aktie geben derzeit dennoch rund ein Prozent nach.
Dagegen können Aktien von Eli Lilly rund 1,3 Prozent zulegen. Der Pharmakonzern hatte zuvor erklärt, dass sein Gewinn im vierten Quartal drastisch gesunken ist, was mit einer Reihe von Sonderbelastungen zusammenhängt.
Daneben rücken auch der Tabakkonzern Altria und seine derzeitige Tochter Kraft Foods in de Fokus. Während Altria einen deutlichen Gewinnanstieg erzielen konnte, musste Kraft einen Gewinnrückgang hinnehmen. Ferner wurde heute bekannt, dass Altria beabsichtigt, seine Kraft-Beteiligung am 30. März 2007 abzuspalten. Im Rahmen des Spin-Offs erhalten Altria-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 0,7 Kraft-Aktien. Die Vorgängergesellschaft der Altria Group, die Philip Morris Cos. Inc., hatte Kraft Foods im Jahr 1988 erworben. Beide Aktien notieren derzeit um ihr Vortagesniveau.
Anteilsscheine der Hotelkette Hilton, deren Gewinn sich im vierten Quartal fast verdoppelt hat, verfestigen sich um rund 3,5 Prozent. Dabei sorgte vor allem eine höhere Zimmerauslastung, das Wachstum der Kapazitäten und die Übernahme der Hotel-Assets der Hilton Group im Februar 2006 für diese Entwicklung.
Nach der Vorlage von Ergebnissen liegen Papiere von L-3 Communications nur wenig verändert im Markt. Im Technologiesektor brechen Papiere von SanDisk um rund 7 Prozent ein. Der Speicherchip-Hersteller musste im abgelaufenen Quartal aufgrund von Aufwendungen für die Übernahme von MSystems einen Verlust ausweisen. Sonderbelastungen ausgenommen lag der Gewinn zwar deutlich über den Prognosen des Marktes, jedoch rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit sinkenden Margen.
Die NYSE Group, der Betreiber der New York Stock Exchange, hat heute mit der Tokyo Stock Exchange, der größten Börse in Asien, eine Absichtserklärung für eine strategische Allianz unterzeichnet. Im Rahmen des Abkommens wollen beide Börsen neue Möglichkeiten in den Bereichen Handelssysteme, Investor- und Emittentenservices, Investmentprodukte sowie Governance und Regulierung entwickeln. Dabei geht es auch um gegenseitige Notierungen und die gemeinsame Entwicklung von Technologien. Mit der Schließung dieser nicht-exklusiven Vereinbarung wurde den Angaben zufolge der Grundstein für eine mögliche finanzielle Allianz gelegt. Die Aktie der NYSE Group gibt derzeit 0,6 Prozent nach. (31.01.2007/ac/n/m)