New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street zeigt sich am Donnerstagmittag New Yorker Zeit mit deutlichen Abschlägen. Neben den aktuellen Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgt vor allem der Einstieg von Warren Buffett bei der Bank of America für Gesprächsstoff. Für eine negative Überraschung sorgte ferner die Rücktrittsankündigung von Apple-Chef Steve Jobs. Der Dow Jones verliert aktuell 1,5 Prozent auf 11.154 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,7 Prozent auf 2.425 Zähler nachgibt. Für den S&P 500 geht es unterdessen um 1,5 Prozent auf 1.160 Punkte nach unten.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 20. August 2011 verschlechtert. Dabei erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 5.000 auf 417.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von lediglich 400.000 prognostiziert hatten. Zudem wurde der zunächst für die Vorwoche ermittelte Wert von 408.000 auf 412.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt stieg um 4.000 auf 407.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Die Marktteilnehmer blicken zudem auf das Morgen stattfindende Treffen der US-Notenbank unter der Führung von Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole. Viele Investoren hoffen auf die Ankündigung neuer Hilfen für die angeschlagene US-Konjunktur.
Für Furore sorgte die Meldung, dass die vom US-Milliardär Warren Buffett geführte Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (Berkshire Hathawa a) eine 5 Mrd. US-Dollar Investition in die US-Großbank Bank of America tätigt. Dabei wurde eine Vereinbarung über den Erwerb von insgesamt 50.000 Vorzugsaktien zu einem Preis von jeweils 100.000 US-Dollar geschlossen. Die Vorzugsaktien haben einen jährlichen Zinskupon von 6 Prozent. Daneben erhält Berkshire Hathaway Optionen die zum Kauf von 700 Millionen Stammaktien der US-Großbank zu einem Preis von 7,142857 US-Dollar je Anteilsschein berechtigen. Die Optionen können in einem Zeitraum von zehn Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung zu jeder Zeit von Berkshire Hathaway ausgeübt werden. Während die Aktie von Berkshire Hathaway 2,6 Prozent verliert, gewinnt die Aktie der Bank of America 10 Prozent.
Daneben richtet sich das Augenmerk des Marktes heute auf den Technologiekonzern Apple . Das Unternehmen gab gestern nach US-Börsenschluss bekannt, dass Steve Jobs von seinem Amt als CEO zurücktritt. Tim Cook, der zuvor als COO bei Apple tätig war, wird die Konzernspitze übernehmen. Jobs soll weiterhin als Chairman im Board von Apple fungieren. Jobs hatte in der Vergangenheit mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste sich mehrfach krankheitsbedingt für längere Zeit aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Die Aktie von Apple reagiert auf die Meldung mit einem Minus von 1,2 Prozent.
Papiere von Applied Materials geben aktuell 4,2 Prozent ab. Der Chipmaschinenhersteller präsentierte gestern nach Börsenschluss seine Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2010/11. Dabei konnte man Umsatz und Gewinn steigern und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Ausblick enttäuschte jedoch.
Die Delta Air Lines hat einen Großauftrag an den Flugzeugbauer Boeing vergeben. So hat die US-Fluggesellschaft insgesamt 100 neue Maschinen vom Typ Boeing 737-900 bei dem US-Konzern bestellt. Die neuen Maschinen sollen im Zeitraum von 2013 bis 2018 ausgeliefert werden. Wie Boeing bekannt gab, liegt der Listenpreis des Großauftrags bei mehr als 8,5 Mrd. US-Dollar. Anteile von Boeing geben derzeit 1,3 Prozent ab, während Papiere von Delta Air Lines um 6,6 Prozent zurückfallen.
Auch der Modekonzern Guess? übertraf mit den Zahlen zum abgelaufenen Fiskalquartal die Analystenerwartungen. Der Konzern selbst für das dritte Quartal ein EPS von 71 bis 74 Cents in Aussicht, womit die Vorgabe unter der Konsensschätzung von 85 Cents lag. Die Aktie von Guess? liegt momentan mit 5,6 Prozent im Minus. Anteile von Big Lots geben derweil um 0,3 Prozent nach. Der Einzelhändler präsentierte heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz lag mit 1,17 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,14 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn wurde hingegen ein Rückgang auf 35,7 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich indes auf 50 Cents, nach 48 Cents im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor ein EPS von 44 Cents bei Umsatzerlösen von 1,16 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Konzern erwartet nun für das laufende Fiskaljahr ein bereinigtes EPS aus dem fortgeführten Geschäft von 2,80 bis 2,90 US-Dollar (bisher: 2,75 bis 2,90 US-Dollar).
Der Nahrungsmittelhersteller Hormel Foods konnte im dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und die Erwartungen übertreffen. Ferner hob der Konzern seine Gesamtjahresprognose an. Anteile von Hormel Foods reagieren indes mit einem Minus von 6,2 Prozent. Aktien von Brown Shoe (Brown Shoe Company) brechen um 13,4 Prozent ein. Der Schuhhändler musste im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 4,61 Mio. US-Dollar bzw. 11 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 5,26 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum ausweisen. Die Erwartungen des Marktes wurden verfehlt. Anteile von Regis verlieren 1,6 Prozent an Wert. Der weltweit größte Betreiber von Friseursalons wies für das vierte Quartal eine leichte Umsatzsteigerung auf 592,0 Mio. US-Dollar aus. Das Nettoergebnis rutschte unterdessen mit -16,4 Mio. US-Dollar bzw. -29 Cents je Aktie in den negativen Bereich. (25.08.2011/ac/n/m)