New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street zeigt sich am Montagmittag New Yorker Zeit mit schwächeren Tendenzen. Dabei drücken gedämpfte Erwartungen im Vorfeld des am 23. Oktober stattfindenden EU-Krisengipfels auf die Stimmung der Investoren. Der Dow Jones verschlechtert sich um 1,7 Prozent auf 11.452 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,8 Prozent auf 2.620 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt um 1,6 Prozent auf 1.205 Punkte nach.
Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte für Oktober 2011 eine leichte Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So erhöhte sich der Empire State Manufacturing Index auf -8,5 Punkte, während Volkswirte mit einem Wert von -4,0 Zählern gerechnet hatten. Für September war ein Wert von -8,8 Punkten ermittelt worden. Unterdessen ist die US-Industrieproduktion im September 2011 nach Angaben der U.S. Federal Reserve Bank leicht gestiegen. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,2 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im August unverändert geblieben war. Volkswirte hatten ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Zudem kletterte die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 77,4 Prozent, während die Prognose auf 77,5 Prozent gelautet hatte. Im Vormonat hatte die Auslastung bei revidiert 77,3 Prozent (vorläufig: 77,4 Prozent) gelegen.
Im Mittelpunkt des Interesses der Investoren steht heute die Aktie der Citigroup , die sich um 1,3 Prozent verbilligt. Die Bankgesellschaft konnte im dritten Quartal dank sinkender Kreditkosten das Ergebnis steigern. Die Umsatzerlöse erhöhten sich geringfügig auf 20,83 Mrd. US-Dollar, nach 20,74 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn um 74 Prozent auf nun 3,77 Mrd. US-Dollar bzw. 1,23 US-Dollar pro Aktie. Bereinigt um Sondereffekte betrug das EPS 84 Cents. Analysten waren im Vorfeld nur von einem Gewinn von 82 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 19,25 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Wells Fargo (Wells FargoCo) konnte im dritten Quartal zwar ebenfalls den Gewinn steigern, wobei man von geringeren Rückstellungen für Kreditausfälle profitierte. Die Erwartungen wurden allerdings knapp verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 4,06 Mrd. US-Dollar bzw. 72 Cents pro Aktie, gegenüber 3,34 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 6 Prozent auf 19,63 Mrd. US-Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 73 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 20,21 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Das Papier der Bankgesellschaft verliert 7,4 Prozent an Wert. Charles Schwab hat im dritten Quartal den Gewinn gesteigert und dabei von einer erhöhten Investitionstätigkeit seitens ihrer Kunden und einer Kostenkontrolle profitiert. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Die Anteilsscheine des Discount-Brokers gibt um 4 Prozent nach.
Daneben verschlechtern sich Halliburton um 7 Prozent, nachdem der Ölfeld-Servicedienstleister im dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. So lag der Umsatz mit 6,55 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 4,67 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich wurde beim Nettogewinn ein Anstieg auf 683 Mio. US-Dollar bzw. 74 Cents je Aktie ausgewiesen, nach 544 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 94 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 92 Cents sowie einen Umsatz von 6,29 Mrd. US-Dollar erwartet. Indes geben Gannett um 7,6 Prozent nach. Der Zeitungsverlag musste im dritten Quartal vor dem Hintergrund rückläufiger Umsätze einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis aber erfüllt. Hasbro legen um 0,4 Prozent zu. Der zweitgrößte Spielzeughersteller in den USA konnte seinen Gewinn im dritten Quartal steigern. Die Erwartungen wurden allerdings verfehlt, was vor allem auf rückläufige Umsätze bei Spielwaren für Mädchen sowie im Bereich Spiele und Puzzles zurückzuführen war. Nachbörslich wird heute auch IBM noch seine Bücher öffnen.
Anadarko Petroleum (Anadarko Petroleum) und BP haben alle Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Deepwater Horizon Unfall beigelegt. Im Rahmen eines Vergleichs zahlt Anadarko 4 Mrd. US-Dollar in bar an BP. Der britische Ölgigant wird diese Summe in den 20 Mrd. US-Dollar schweren Treuhandfonds einbringen, den er für die Geschädigten der Ölpest im Golf von Mexiko gegründet hat. Zudem wird Anadarko seine MC252-Anteile an BP transferieren. Die Aktie des Öl- und Gaskonzerns legt um 4,1 Prozent zu.
Für Lowe`s Cos. (Lowes Companies) geht es um 1,2 Prozent nach oben. Die Baumarktkette wird 20 Geschäfte in 15 US-Bundesstaaten schließen, die sich unterdurchschnittlich entwickelt haben. Den Angaben zufolge haben bereits zehn Standorte zum 16. Oktober 2011 geschlossen. Die restlichen zehn Filialen sollen innerhalb von rund einem Monat geschlossen werden, nachdem die Bestände abverkauft worden sind. Von den Schließungen sind insgesamt rund 1.950 Mitarbeiter betroffen. Darüber hinaus hat der Konzern nach einer umfassenden Prüfung beschlossen, eine Reihe geplanter Neueröffnungen nicht weiter zu verfolgen. Demnach rechnet man nun mit zehn bis fünfzehn neuen Geschäften pro Jahr in Nordamerika ab 2012, nachdem man hier bisher rund 30 Neueröffnungen vorgesehen hatte. In 2011 will man indes unverändert 25 neue Filialen eröffnen.
Schließlich hat der Pipelinekonzern Kinder Morgan bereits am Sonntag eine milliardenschwere Übernahme angekündigt. So wurde eine Vereinbarung zum Kauf des Energiekonzerns El Paso geschlossen. Im Zuge der Transaktion erhalten die Aktionäre von El Paso 14,65 US-Dollar je Aktie in bar, 0,4187 Anteilsscheine von Kinder Morgan sowie 0,640 Kaufoptionen je Anteilsschein. Alternativ können die Aktionäre von El Paso auch eine Barauszahlung in Höhe von 25,91 US-Dollar sowie 0,9635 Anteilsscheine von Kinder Morgen für eine Aktie von El Paso wählen. Auch hier erhalten die El Paso-Aktionäre 0,640 Kinder Morgan-Kaufoptionen je Anteilsschein. Inklusive der Übernahme von Verbindlichkeiten hat die Transaktion ein Gesamtvolumen von 38 Mrd. US-Dollar. Während Kinder Morgan um 3,6 Prozent zulegen, schießen El Paso um 25 Prozent nach oben. (17.10.2011/ac/n/m)