New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen notieren zur Wochenmitte unter dem Eindruck zahlreicher Unternehmensergebnisse mit Abschlägen. Zudem sorgen Spekulationen um das Ausmaß der erwarteten geldpolitischen Maßnahmen der Fed für Verunsicherung. Der Dow Jones verliert am Mittwochmittag New Yorker 1,15 Prozent auf 11.040,72 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,57 Prozent auf 2.483,00 Punkte nachgibt. Der S&P 500 verschlechtert sich um 1,00 Prozent auf 1.173,83 Zähler.
Der Auftragseingang langlebiger Güter ist im September in den USA nach Angaben des US-Handelsministeriums deutlich angestiegen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 3,3 Prozent über dem Vormonatsniveau, während Volkswirte nur eine Zunahme um 1,8 Prozent prognostiziert hatten. Für August war ein Minus von revidiert 1,0 (vorläufig: -1,5) Prozent ermittelt worden. Des Weiteren will die US-Notenbank einem Medienbericht zufolge ihre Geldpolitik weiter lockern. So dürfte die Fed in der kommenden Woche voraussichtlich weitere geldpolitische Maßnahmen ankündigen, um zusätzliche Liquidität für die Märkte zur Verfügung zu stellen. Dem Bericht zufolge werde man voraussichtlich ein weiteres Rückkaufprogramm für US-Staatsanleihen ankündigen. Dieses werde indessen mit einigen hundert Milliarden Dollar nicht annähernd so hoch ausfallen wie die im Zuge der Finanzkrise durchgeführten Anleihe-Rückkäufe im Gesamtwert von 2 Bio. Dollar. Diese Maßnahmen sollten dem Bericht zufolge nach der kommenden Notenbanksitzung nächste Woche Mittwoch verkündet werden.
Bereits gestern Abend machte IBM (International Business Machines) mit der Nachricht auf sich aufmerksam, dass man das Aktienrückkaufprogramm deutlich erhöht. So hat das Board des Technologiekonzerns weitere 10 Mrd. Dollar zum Rückkauf eigener Aktien zur Verfügung gestellt. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen zum Erwerb eigener Anteilsscheine auf 12,3 Mrd. Dollar. Die Aktie gibt aktuell leicht nach.
Heute stehen wiederum zahlreiche Quartalsausweise im Zentrum des Anlegerinteresses. Procter & Gamble (ProcterGamble) musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz stieg allerdings leicht auf 20,12 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn reduzierte sich von 3,31 Mrd. Dollar im Vorjahr auf nunmehr 3,08 Mrd. Dollar bzw. 1,02 Dollar je Aktie. Damit konnte das Unternehmen die konzerneigenen Prognosen, die bei einem EPS von 0,97 bis 1,01 Dollar gelegen hatten, übertreffen. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,00 Dollar sowie einen Umsatz von 20,25 Mrd. Dollar erwartet. Das Papier verteuert sich derzeit um 0,1 Prozent. Im Gegensatz hierzu konnte International Paper seinen Gewinn im dritten Quartal leicht steigern. Zurückzuführen war dies auf ein solides Umsatzwachstum und höhere Preise. Der Nettogewinn belief sich auf 397 Mio. Dollar bzw. 91 Cents pro Aktie, nach 371 Mio. Dollar bzw. 87 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Gesamtumsatz des Konzerns lag mit 6,72 Mrd. Dollar über dem Vorjahreswert von 5,92 Mrd. Dollar. Die Erwartungen wurden damit klar übertroffen. Der Titel schießt um 3,6 Prozent nach oben. Aktien des Haushaltsgeräteherstellers Whirlpool geben derzeit 4,8 Prozent nach. Der Umsatz stieg im dritten Quartal leicht auf 4,52 Mrd. Dollar, während beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter ein Rückgang auf 79 Mio. Dollar bzw. 1,02 Dollar je Aktie verzeichnet wurde.
Der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang. Zum Teil war dies auf Kosten im Zusammenhang mit der NBC Universal-Transaktion sowie auf steuerliche Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen allerdings übertroffen. Die Aktie legt derzeit um 2,6 Prozent zu. Des Weiteren weitete Sprint Nextel seinen Verlust aus. Die Umsatzerlöse des drittgrößten US-Mobilfunkbetreibers stiegen aber um 1,4 Prozent. Der Titel taucht mit einem Verlust von 9,8 Prozent ab. ConocoPhillips konnte seinen Gewinn wegen höheren Ölpreisen und positiven Einmaleffekten im dritten Quartal verdoppeln. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Der Anteilsschein verliert aktuell 1,7 Prozent. Der Rüstungskonzern Northrop Grumman konnte im dritten Quartal ein höheres Ergebnis verzeichnen und hat deshalb seinen Ausblick angehoben. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 8,71 Mrd. Dollar, während der Nettogewinn leicht auf 497 Mio. Dollar bzw. 1,67 Dollar je Aktie zulegte. Die Aktie verbilligt sich derzeit um 0,5 Prozent. Auch der Konkurrent General Dynamics konnte im dritten Quartal einen höheren Gewinn erzielen. Der Konzernumsatz stieg um 3,8 Prozent auf 8,01 Mrd. Dollar, während sich der Gewinn um 14 Prozent auf nun 650 Mio. Dollar bzw. 1,70 Dollar pro Aktie erhöhte. Das Papier notiert derzeit mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent. (27.10.2010/ac/n/m)