New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes weisen am Donnerstagmittag New Yorker Zeit kräftige Abschläge aus. Dabei können die Märkte nicht von den erfreulichen Arbeitsmarktdaten profitieren. Der schwache Philly-Fed-Index belastet ebenfalls. Zudem bleiben die Anleger skeptisch hinsichtlich der Euro-Schuldenkrise. Der Dow Jones verliert aktuell 1,3 Prozent auf 11.758 Punkte, während der NASDAQ Composite um 1,9 Prozent auf 2.589 nachgibt. Der S&P 500 fällt unterdessen um 1,6 Prozent auf 1.217 Punkte zurück.
Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im November 2011 verschlechtert. Demnach ist der Index von 8,7 Punkten im Vormonat auf nun 3,6 Punkte gesunken. Volkswirte waren im Vorfeld nur von einer Abnahme auf 7,5 Punkten ausgegangen. Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 12. November 2011 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 5.000 auf 388.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 398.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 390.000 auf 393.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt fiel um 4.000 auf 396.750 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Daneben verzeichneten die US-Baugenehmigungen im Oktober 2011 einen saisonbereinigten Anstieg gegenüber dem vorangegangenen Monat. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,653 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,589 (vorläufig: 0,594) Millionen um 10,9 Prozent und der entsprechende Vorjahresstand von 0,555 Millionen um 17,7 Prozent übertroffen. Volkswirte hatten hingegen eine Zahl von 0,603 Millionen Genehmigungen geschätzt. Indes wiesen die US-Wohnbaubeginne im Oktober 2011 einen saisonbereinigten Rückgang aus. So belief sich die Zahl auf 0,628 Millionen Baubeginne. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,630 (vorläufig: 0,658) Millionen um 0,3 Prozent verfehlt, aber der entsprechende Vorjahreswert von 0,539 Millionen um 16,5 Prozent übertroffen. Volkswirte waren von einer Zahl von 0,604 Millionen Baubeginnen ausgegangen.
Unternehmensseitig meldete bereits gestern nach Börsenschluss der Halbleiterausrüster Applied Materials , dass er im vierten Geschäftsquartal 2010/11 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausgewiesen hat. Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch übertroffen, allerdings fiel der Ausblick enttäuschend aus. Ebenfalls nachbörslich gab die Zoohandelskette PetSmart (PETsMART) bekannt, dass sie Umsatz und Gewinn im dritten Geschäftsquartal 2011/12 unerwartet deutlich gesteigert hat. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Während Applied Materials Prozent um 7,9 Prozent abgeben, verbilligen sich PetSmart um 1,5 Prozent.
Der Technologiekonzern NetApp veröffentlichte am Vorabend seine Ergebnisse für das zweite Quartal und konnte dabei die Analystenerwartungen schlagen. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,51 Mrd. US-Dollar unter dem Vorjahreswert von 1,25 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich auf 165,6 Mio. US-Dollar bzw. 44 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 175,4 Mio. US-Dollar bzw. 45 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Vor Einmaleffekten verbesserte sich der bereinigte Gewinn je Aktie auf 63 Cents, nach 54 Cents in der Vorjahresperiode. Analysten hatten zuvor ein EPS von 59 Cents bei Umsatzerlösen von 1,54 Mrd. US-Dollar erwartet. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz von 1,52 bis 1,61 Mrd. US-Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 56 bis 60 Cents liegen. Analysten gehen hier von einem EPS von 63 Cents aus. Die Aktie von NetApp verliert derzeit 12 Prozent.
Die heutigen Quartalsberichte standen ganz im Zeichen der Einzelhändler, allen voran Sears Holdings . Der Betreiber der Sears-Kaufhäuser und der Kmart-Discountgeschäfte gab heute bekannt, dass sich sein Verlust im dritten Quartal fast verdoppelt hat. Dabei hatte der Konzern unter einer schwachen Entwicklung in Kanada, rückläufigen Konsumelektronik-Umsätzen bei Sears sowie schwächeren Bekleidungsumsätzen in seinen Kmart-Filialen zu leiden. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Die Aktie büßt vor diesem Hintergrund 4,5 Prozent ein.
Anteilsscheine von Williams-Sonoma tendieren 0,2 Prozent fester. Der Einzelhändler meldete, dass sein Gewinn im dritten Quartal gestiegen ist, was mit einem soliden Umsatzwachstum zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Zudem wurde der Jahresausblick angehoben. Daneben büßen Titel von GameStop (Gamestop a) um 2,5 Prozent ein. Der größte Videospiele-Händler in den USA teilte mit, dass sein Gewinn im dritten Quartal trotz eines leichten Umsatzwachstums geringfügig gesunken ist. Dabei hatte der Konzern u.a. unter einer schwächer als erwarteten Nachfrage nach neuer Software zu leiden. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Zudem wurde die Jahresprognose bestätigt.
Der Einzelhandelskonzern Children`s Place Retail Stores (Childrens Place Retail Stores) konnte im dritten Quartal einen Umsatzanstieg ausweisen und den Gewinn verbessern. Zudem hob der Konzern für das laufende Fiskaljahr seine Ergebnisprognose an. Children`s Place rücken angesichts dieser Entwicklungen momentan um 15,4 Prozent vor. Dagegen fallen Papiere von J.M. Smucker (J M Smucker) um 2,4 Prozent zurück. Der Nahrungsmittelhersteller konnte im zweiten Quartal mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Der Gewinn verringerte sich hingegen unter anderem aufgrund von negativen Einmaleffekten sowie einer höheren Steuerbelastung. Daneben machten sich auch die weiter steigenden Rohstoffpreise negativ bemerkbar.
Abseits der Quartalszahlen hat der Düngemittelkonzern Mosaic (The Mosaic) heute einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt. Demnach hat der Konzern eine Vereinbarung zum Rückkauf eigener Aktien im Gesamtwert von rund 1,2 Mrd. US-Dollar von Margaret A. Cargill Trusts geschlossen. Aktien von Mosaic fallen vor diesem Hintergrund um 4 Prozent. Indes kündigte der Verpackungs- und Papierhersteller MeadWestvaco die Ausgliederung der Konzernsparte Consumer & Office Products an. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, werde die Konzernsparte nach der Ausgliederung mit dem Konzern ACCO Brands verschmolzen. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde auf rund 860 Mio. US-Dollar beziffert. MeadWestvaco tendieren derzeit 4 Prozent fester.
Nachbörslich werden noch mit Spannung die Zahlenwerke von Gap und Foot Locker erwartet. (17.11.2011/ac/n/m)