New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes verzeichnen am Mittwochmittag New Yorker Zeit deutliche Aufschläge. Dabei stützen positiv ausgefallene Arbeitsmarktdaten und die Aussagen der Fed zur US-Wirtschaft. Die Leitzinsen wurden wie erwartet belassen. Der Dow Jones verbessert sich um 1,1 Prozent auf 11.782 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,6 Prozent auf 2.621 Zähler steigt. Der S&P 500 legt um 1,0 Prozent auf 1.230 Punkte zu.
Die US-Notenbank Fed hat das Leitzinsniveau im Rahmen ihrer turnusmäßigen Sitzung erwartungsgemäß unverändert gelassen. Somit verharren die Leitzinsen damit unverändert auf ihrem historisch niedrigen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent. Angesichts der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen werde das derzeitige Leitzinsniveau voraussichtlich bis Mitte 2013 Bestand haben. Wie die US-Notenbank weiter ausführte, habe sich die Lage der US-Wirtschaft seit der letzten Notenbanksitzung etwas aufgehellt. Die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt bleibe jedoch nach wie vor angespannt und die Arbeitslosenquote verharre weiterhin auf einem hohen Niveau. Angesichts der zuletzt deutlich rückläufigen Preisentwicklung bei einigen Rohstoffen habe sich das Inflationsrisiko weiter vermindert. Nach Ansicht der US-Notenbank dürfte sich das moderate Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Quartalen weiter fortsetzen. Dennoch bestehen nach Einschätzung der Fed für die wirtschaftliche Entwicklung erhebliche Risiken, wobei unter anderem auch auf die derzeitigen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten verwiesen wurde.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte für die Woche zum 28. Oktober 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 0,2 Prozent. In der Vorwoche war sogar ein Plus von 4,9 Prozent gemeldet worden. Im Einzelnen schrumpfte der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 0,2 Prozent, wogegen der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 1,8 Prozent zulegte. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 4,31 Prozent, was einer Abnahme um 0,02 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche entspricht. Unterdessen hat sich die US-Beschäftigung nach Angaben von Automatic Data Processing (ADP) im Oktober 2011 weiter erhöht. Wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister heute mitteilte, stieg die Beschäftigtenzahl im Privatsektor gegenüber dem Vormonat um 110.000. Hierbei schrumpfte die Zahl um 4.000 im Produzierenden Gewerbe und kletterte um 114.000 im Dienstleistungsbereich. Für September war ein revidierter Anstieg um 116.000 (vorläufig: 91.000) verbucht worden.
MasterCard (MasterCard) wusste mit seinem Zahlenwerk zum abgelaufenen Quartal zu überzeugen. So lag der Nettogewinn des Kreditkartenanbieters mit 717 Mio. US-Dollar bzw. 5,63 US-Dollar je Aktie über dem Vorjahreswert von 518 Mio. US-Dollar. Die Analysten hatten lediglich ein EPS von 4,82 Euro erwartet. Auch beim Umsatz verzeichnete man einen deutlichen Anstieg auf 1,82 Mrd. US-Dollar, nach zuvor 1,43 Mrd. US-Dollar. Damit konnten auch hier die Erwartungen der Analysten geschlagen werden. Insgesamt hat man im Berichtszeitraum vor allem von der starken Entwicklung im internationalen Geschäft profitieren können. Die Aktie schießt um 6,3 Prozent nach oben.
Im Blickpunkt der Investoren steht heute ferner der Quartalsausweis von Time Warner . Der Medienkonzern hat im dritten Quartal einen höheren Gewinn erzielt und die Erwartungen auf bereinigter Basis geschlagen. Dabei profitierte man neben gestiegenen TV-Werbeumsätzen von höheren Kabelgebühren vor allem vom Kinoerfolg "Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2". Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 822 Mio. US-Dollar bzw. 78 Cents pro Aktie, nach 522 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis lag bei 79 Cents (Vorjahr: 62 Cents) pro Aktie. Der Umsatz nahm um 11 Prozent auf 7,06 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 76 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 6,98 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Das Papier gibt um 2,2 Prozent nach.
Comcast (Comcast) verbessern sich um 0,7 Prozent, nachdem der Kabelnetzbetreiber vermeldete, dass man beim Gewinn im dritten Quartal leicht zulegen konnte, was vor allem auf ein starkes traditionelles Kabelgeschäft zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der Internetanbieter AOL ist im dritten Quartal unter anderem aufgrund von Einmalbelastungen in die Verlustzone gerutscht. Dank gestiegener Werbeerlöse konnten die durchschnittlichen Analystenschätzungen allerdings übertroffen werden. Der Titel rückt daraufhin um 10,7 Prozent vor.
Die Aktie des Energieversorgers Edison International ist nach Zahlen 0,4 Prozent im Plus. So lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum mit 426 Mio. US-Dollar bzw. 1,31 US-Dollar je Aktie unter dem Vorjahreswert von 510 Mio. US-Dollar bzw. 1,56 US-Dollar je Aktie. Insgesamt zeigte sich der Konzern mit der Ergebnisentwicklung im dritten Quartal zufrieden. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,23 US-Dollar erwartet. Im Anschluss wurde die Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr dank der insgesamt verbesserten Aussichten auf 2,90 bis 3,00 US-Dollar je Aktie angehoben. Zuletzt hatte der Konzern für das Gesamtjahr einen Gewinn von 2,60 bis 2,90 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Für das laufende Geschäftsjahr gehen Marktbeobachter von einem EPS von 2,81 US-Dollar aus.
Schwach fielen die Quartalszahlen des Automobilzulieferers TRW Automotive aus. So verzeichnete man im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang. Dabei belasteten höhere Rohstoff- und Entwicklungskosten. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Das Papier verschlechtert sich um 5,5 Prozent. Penske Automotive (Penske Automotive Group) verteuern sich indes deutlich um 9,7 Prozent, nachdem der Automobilhändler im dritten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich schlagen konnte.
Für R.R. Donnelley & Sons (RR DonnelleySons) geht es um 1,9 Prozent nach oben. Der Auftragshersteller in der Druckindustrie hat seinen Gewinn im dritten Quartal angesichts gestiegener Umsätze verdreifacht hat und dabei vor allem von Einmaleffekten profitiert. Allerdings wurden auch auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Die Aktie des Versicherungsbrokers Marsh & McLennan (MarshMcLennan Cos) gewinnt 3 Prozent an Wert. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Auf bereinigter Basis wurden die Gewinnschätzungen der Analysten erreicht, während man die Erwartungen beim Umsatz schlagen konnte.
Devon Energy (Devon Energy) legen um 2,5 Prozent zu. Der Öl- und Gasproduzent hat im dritten Quartal einen deutlich geringeren Gewinn erzielt, was vor allem mit einem hohen Einmalertrag im Vorjahr aus dem Verkauf von Assets in Aserbaidschan zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch geschlagen. (02.11.2011/ac/n/m)