New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street zeigt sich am Donnerstagmittag New Yorker Zeit mit deutlichen Zugewinnen. Vor dem Hintergrund der Zuspitzung der Lage in Griechenland fürchten sich immer mehr Anleger vor der möglichen Staatspleite des Landes. Allerdings wirken sich die heimischen Konjunkturdaten stützend aus. Neben positive Daten vom US-Arbeitsmarkt und des US-Leistungsbilanzdefizits sorgte vor allem der Immobiliensektor für eine Überraschung. Der Dow Jones gewinnt derzeit 0,5 Prozent auf 11.962 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,1 Prozent auf 2.635 Punkte zulegt. Der S&P 500 steigt um 0,3 Prozent auf 1.269 Punkte.
Eine positive Überraschung gab es heute vom Arbeitsmarkt. So hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 11. Juni 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verbessert. Dabei verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 16.000 auf 414.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 421.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 427.000 aber auf 430.000 nach oben korrigiert. Daneben fiel auch das Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal 2011 geringer als erwartet aus. Es erhöhte sich zwar auf 119,3 Mrd. Dollar, allerdings hatten Volkswirte mit einem Zuwachs auf 130,0 Mrd. Dollar gerechnet. Für das vierte Quartal 2010 wurde der Passivsaldo auf 112,2 Mrd. Dollar nach unten revidiert. Vorläufig war ein Minus in Höhe von 113,3 Mrd. Dollar ermittelt worden. Ferner verzeichneten die Baugenehmigungen in den USA im Mai 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,612 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,563 (vorläufig: 0,551) Millionen um 8,7 Prozent und der entsprechende Vorjahresstand von 0,582 Millionen um 5,2 Prozent übertroffen. Volkswirte hatten hingegen eine Abnahme auf 0,548 Millionen Genehmigungen geschätzt. Schließlich wiesen auch die Wohnbaubeginne im Mai 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs gegenüber dem vorangegangenen Monat aus. So belief sich die Zahl auf 0,560 Millionen Baubeginne, während Volkswirte von einer Zahl von 0,540 Millionen Baubeginnen ausgegangen waren. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im Juni 2011 unerwartet verschlechtert. Demnach ist der Index von +3,9 Punkten im Vormonat auf nun -7,7 Punkte gefallen. Hierbei handelt es sich um den niedrigsten Stand seit 31 Monaten. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Anstieg auf +7,0 Punkten ausgegangen.
Auch heute gibt es wieder einige interessante Quartalsberichte, die die Kurse bewegen. Kroger legen um 4,8 Prozent zu. Der größte Lebensmittelhändler in den USA hat im ersten Quartal einen höheren Gewinn erzielt und profitierte dabei von einem soliden Umsatzwachstum. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Zudem wurde die Jahresprognose nach oben korrigiert. Für eine klare Enttäuschung sorgte derweil Winnebago Industries . Der größte amerikanische Hersteller von Wohnmobilen musste im dritten Quartal trotz eines leichten Umsatzanstiegs einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Zurückzuführen war dies auf einen steuerlichen Einmalertrag im Vorjahr und einen schwächeren Markt für Wohnmobile. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Die Aktie bricht um 20,5 Prozent ein.
Actuant (Actuant) legen hingegen um 5,5 Prozent zu, nachdem der Industriekonzern im dritten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten konnte. Die Erwartungen der Analysten konnten übertroffen werden. Ferner wurde auch die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Smithfield Foods erwirtschaftete indes im vierten Quartal einen Gewinn. Dabei profitierte man von einer gestiegenen Schweinefleischpreisen sowie einer starken Nachfrage in Übersee. Die Gewinnerwartungen des Marktes wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde ein Aktienrückkauf beschlossen. Die Anteilsscheine des Fleischproduzenten verteuern sich um 5,6 Prozent. Pier 1 Imports konnte schließlich im ersten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten und die Erwartungen der Analysten erreichen. Dabei profitierte man von der weiterhin starken Nachfrageentwicklung und den umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen. Die Aktie des Möbelhändlers gibt um 4,5 Prozent nach. Nachbörslich werden zudem noch Quartalszahlen von Research In Motion erwartet.
Ferner gibt es Neuigkeiten von der Akquisitionsfront. Der Erdgaskonzern Southern Union steht vor der Übernahme durch den Konkurrenten Energy Transfer Equity (Energy Transfer Equity LP Partnership Units ). Dabei werden die Aktionäre im Zuge der Übernahmeofferte für jede Aktie neue Anteilsscheine von Energy Transfer Equity mit einem Wert von jeweils 33,00 US-Dollar erhalten. Diese neuen Anteilsscheine, die von Energy Transfer Equity ausgegeben werden, sind mit einem jährlichen Zinskupon von mindestens 8,25 Prozent ausgestattet. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde inklusive der Übernahme von Konzernverbindlichkeiten in Höhe von rund 3,7 Mrd. US-Dollar auf ca. 7,9 Mrd. US-Dollar beziffert. Während Southern Union um 17,5 Prozent nach oben schießen, geht es für Energy Transfer Equity um 6,2 Prozent nach oben.
Der US-Versicherungskonzern Allstate schätzt die Katastrophen-Verluste für die beiden Monate April und Mai 2011 auf insgesamt 2 Mrd. US-Dollar vor Steuern. Den Angaben zufolge rechnet der Konzern demnach für Mai 2011 mit Katastrophen-Verlusten in Höhe von 0,6 Mrd. US-Dollar vor Steuern, nachdem man in diesem Monat sieben Ereignisse (Tornados, Gewitter, etc.) zu verzeichnen hatte. Bereits zuvor hatte Allstate für den Monat April die Katastrophen-Verluste auf 1,4 Mrd. US-Dollar vor Steuern geschätzt. Die Aktie von Allstate gewinnt 0,2 Prozent hinzu. (16.06.2011/ac/n/m)