New York (aktiencheck.de AG) - Erneute Konjunktursorgen drücken zur Wochenmitte an der Wall Street die Stimmung und sorgen für heftige Abschläge. Der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verliert im laufenden Handel 2,33 Prozent auf 10.396 Punkte. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) büßt 2,78 Prozent auf 1.090 Zähler ein. Der Nasdaq Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) rutscht sogar um 3,13 Prozent auf 2.206 Punkte ab.
Am Vorabend hatte die Fed wie erwartet die Leitzinsen bei 0,0 bis 0,25 Prozent belassen, dabei aber einen sehr zurückhaltenden wirtschaftlichen Ausblick gegeben. Wegen der nur langsamen Wirtschaftserholung sollen die Leitzinsen auch weiterhin auf dem aktuellen Null-Zins-Niveau gehalten werden.
Auf die Stimmung drücken zudem auch die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen zum US-Handelsbilanzdefizit im Juni. Demnach stieg das Defizit um 18,8 auf 49,9 Mrd. Dollar, während Volkswirte nur 42,2 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Hierbei handelt es sich um den höchsten Passivsaldo seit Oktober 2008. Während die Exporte um 1,3 Prozent zurückgingen, legten die Importe um 3,0 Prozent zu.
Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney (The Walt Disney) gab am Vorabend die Zahlen zum dritten Fiskalquartal bekannt. Dabei wurden Umsatz und Gewinn unerwartet deutlich gesteigert, was besonders mit erfolgreichen Filmproduktionen und dem Sportkanal ESPN zusammenhängt. Unternehmensangaben zufolge wurde ein Umsatz von 10,0 Mrd. Dollar erwirtschaftet, der damit 16 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Der Nettogewinn belief sich auf 1,33 Mrd. Dollar, nach 954 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Vor Sondereffekten stieg das Ergebnis je Aktie von 52 Cents auf 67 Cents. Analysten hatten im Vorfeld lediglich ein EPS von 58 Cents bei einem Umsatz von 9,38 Mrd. Dollar erwartet. Walt Disney geben in einem schwachen Markt dennoch fast 3 Prozent ab.
Der Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) verkauft die Mehrheit an seiner Tochter American General Finance und trennt sich damit größtenteils von seinem Geschäft mit Konsumentenkrediten. Wie der Versicherungsriese am Mittwoch mitteilte, hat man sich mit dem Finanzinvestor Fortress Investment Group (Fortress Investment Group LLC (A) ) über den Verkauf von 80 Prozent der Anteile an American General Finance geeinigt. Durch den Verkauf entsteht dem Konzern im dritten Quartal ein Vorsteuerverlust in Höhe von 1,9 Mrd. Dollar. Die AIG-Aktie verliert derzeit knapp 5 Prozent. Papiere von Fortress geben um 7 Prozent nach.
Der IT-Dienstleister Computer Sciences (CSC) hat seinen Gewinn im ersten Quartal angesichts leicht höherer Umsätze steigern können. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 143 Mio. Dollar bzw. 91 Cents pro Aktie, nach 131 Mio. Dollar bzw. 85 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 3,9 Mrd. Dollar auf 3,94 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 91 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 4,07 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Ausblick wurde bestätigt. CSC verlieren 5 Prozent.
Wie die Kaufhauskette Macy`s (Macys) erklärte, konnte sie im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern. Die Erlöse verbesserten sich um 7,2 Prozent auf 5,54 Mrd. Dollar. Die Same-Store Sales kletterten um 4,9 Prozent. Der Nettogewinn stieg von 7 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie auf nun 147 Mio. Dollar bzw. 35 Cents pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld nur von einem EPS von 29 Cents und einem Umsatz von 5,50 Mrd. Dollar ausgegangen. Die Aktie legt daraufhin gegen den Trend um 4 Prozent zu.
Die Großbank JPMorgan (JPMorgan ChaseCo ) gab bekannt, dass sie von der zur Citigroup gehörenden Citibank ein Kreditportfolio im Volumen von 3,5 Mrd. Dollar übernommen hat. Den Angaben zufolge umfasst das Kreditportfolio rund 3.800 Kredite, vor allem für Mehrfamilienhäuser in Kalifornien, New York und Illinois. Dabei sind in dem Portfolio ausschließlich Kredite enthalten, die regelmäßig bedient werden. Die Transaktion wird auf das Nettoergebnis der Citigroup keine nennenswerten Auswirkungen haben, hieß es. JPMorgan und Citigroup verlieren jeweils rund 3 Prozent. (11.08.2010/ac/n/m)