New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen verzeichnen am Donnerstagmittag New Yorker Zeit kräftige Abschläge. Nach den gestrigen Kursgewinnen knüpft die Wall Street wieder an die schlechte Laune der vergangenen Tage an. Im Fokus stehen dabei einige negativ ausgefallene Konjunkturdaten.
Der Auftragseingang für Industriegüter ist im Januar 2009 weiter geschrumpft. So sank die Anzahl der Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent, während Volkswirte ein Minus um 3,5 Prozent prognostiziert hatten. Für Dezember war ein Rückgang von revidiert 4,9 Prozent gemeldet worden.
Das US-Arbeitsministerium stellte die zweite Veröffentlichung zur US-Produktivität im vierten Quartal 2008 vor und veröffentlichte einen Rückgang. Demnach schrumpfte die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozent an, wogegen vorläufig noch ein Plus von 3,2 Prozent ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1,1 Prozent erwartet, nachdem im dritten Quartal 2008 noch ein Plus von 2,2 Prozent ausgewiesen worden war.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 28. Februar 2009 verbessert. So sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 31.000 auf 639.000, während Volkswirte im Vorfeld lediglich eine Abnahme auf 650.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 667.000 auf 670.000 nach oben korrigiert.
Der Dow Jones verliert derzeit 2,61 Prozent auf 6.696,63 Punkte, der S&P 500 gibt aktuell 2,94 Prozent auf 691,91 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 2,59 Prozent auf 1.318,64 Punkte.
Die Aktie des angeschlagenen Autobauers GM bricht dabei um rund 18 Prozent ein. Der Konzern ließ heute verlautbaren, dass er sein Geschäft möglicherweise nicht fortführen kann, sollte er nicht in der Lage sein, seine Verluste zu stemmen und genügend Barmittel aufzutreiben. Vor diesem Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, dass man sich dazu gezwungen sehen könnte, einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen. Papiere des Mitbewerbers Ford legten dagegen ein halbes Prozent zu.
Anteilsscheine des Rüstungskonzerns General Dynamics, der angesichts rückläufiger Jet-Umsätze 1.200 Stellenstreichungen angekündigt und seinen Ausblick gesenkt hat, fallen um über 7 Prozent zurück.
Der Netzwerkausrüster Ciena musste im ersten Quartal in Zusammenhang mit stark rückläufigen Umsätzen einen Verlust hinnehmen. Auf bereinigter Basis wurden die Schätzungen dabei verfehlt. Zudem wurde der Abbau von 200 Stellen angekündigt. Der Wert gewinnt dennoch knapp 12 Prozent.
Bei Adobe Systems ist daneben ein Plus von gut 5 Prozent auszumachen. Wie der Software-Hersteller am Vorabend mitteilte, wird sein Umsatz im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten voraussichtlich verfehlen. Allerdings soll das Ergebnis die Marktschätzung dank Kostensenkungen übertreffen. Im Anschluss haben UBS und Jefferies & Co ihre Einschätzung für die Adobe-Aktie angehoben.
Titel des Einzelhandelsgiganten Wal-Markt stemmen sich ebenfalls mit Erfolg gegen den Abwärtssog. Aktuell ist hier ein Plus von fast 3 Prozent auszumachen. Der Konzern hat seine vergleichbaren US-Umsätze im Februar um über 5 Prozent gesteigert und die Erwartungen damit klar in den Schatten gestellt. Außerdem wurde eine Dividendenerhöhung um 15 Prozent angekündigt.
Target geben 2,5 Prozent nach. Der zweitgrößte Discount-Händler in den USA meldete zuvor, dass seine vergleichbaren Umsätze im Februar um rund 4 Prozent geschrumpft sind. Analysten hatten allerdings mit Schlimmeren gerechnet.
Die US-Kaufhauskette Macy`s, die auch die Bloomingdale`s-Geschäfte betreibt, hat deutlich gesunkene vergleichbare Umsätze für Februar veröffentlicht. Dabei reduzierten sich die so genannten Same-Store Sales um 8,5 Prozent, während Analysten einen Rückgang um 7,3 Prozent prognostiziert hatten. Die Aktie verliert 9 Prozent. (05.03.2009/ac/n/m)