New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes präsentieren sich am Dienstagmittag New Yorker Zeit vor dem Hintergrund von Sorgen bezüglich der jüngsten Entwicklungen in der Eurozone sowie angesichts zahlreicher Quartalszahlen und insbesondere eines zurückhaltenden Ausblicks seitens Texas Instruments mit tiefroten Vorzeichen. Der Dow Jones verliert aktuell 1,1 Prozent auf 12.581 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentiert sich mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 2.866 Zählern, während der S&P 500 derzeit einen Abschlag von 1,1 Prozent auf 1.335 Punkte zeigt.
Der US-Immobilienmarkt hat sich im Mai 2012 weiter erhitzt. Demnach kletterte der FHFA-House-Price-Index auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Für April war eine Preissteigerung um revidiert 0,7 (vorläufig: 0,8) Prozent ermittelt worden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte der Index damit um 3,7 Prozent zu.
Bereits gestern nach Börsenschluss hat Texas Instruments die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal des Jahres präsentiert. Zwar musste das Unternehmen Rückgänge beim Umsatz und Gewinn verbuchen, allerdings konnten die Analystenschätzungen beim bereinigten EPS geschlagen werden. Indes wurde ein vorsichtiger Umsatzausblick für das laufende Quartal gegeben. Aktien von Texas Instruments verlieren zurzeit 1,3 Prozent.
Heute beherrscht eine wahre Flut an Quartalszahlen das Marktgeschehen. Der weltgrößte Haushaltsgerätehersteller Whirlpool meldete, dass er im zweiten Quartal einen Gewinn erzielt hat, nachdem im Vorjahr angesichts hoher Sonderbelastungen noch ein Verlust verbucht worden war. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch verfehlt, was mit einer schwachen Nachfrage in Europa und einem stärkeren US-Dollar zusammenhängt. Indes wurde der Ausblick bestätigt. Whirlpool verlieren 6,7 Prozent.
Der zweitgrößte US-Chemiekonzern DuPont (E I DuPont de Nemours and) erklärte, dass er im zweiten Quartal trotz eines soliden Umsatzanstiegs einen etwas niedrigeren Gewinn erzielt hat, was mit Einmaleffekten zusammenhängt. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis geschlagen werden. Zudem wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert. DuPont büßen momentan 1,9 Prozent ein.
Papiere von AT&T (AT&T) tendieren 2,8 Prozent leichter. Der Telekommunikationskonzern konnte im zweiten Quartal 2012 dank eines guten Mobilfunkgeschäfts ein Ergebnisplus ausweisen und die Analystenschätzungen schlagen.
Der Logistikkonzern UPS (United Parcel Service) konnte im zweiten Quartal 2012 zwar ein Gewinnwachstum erzielen, hat die Erwartungen aber verfehlt. Ferner wurde der Ausblick aufgrund der unsicheren Aussichten der weltweiten Märkte nach unten revidiert. Indes gab der Rüstungskonzern Lockheed Martin bekannt, dass sein Gewinn im zweiten Quartal gestiegen ist, was auf Kostensenkungen und erhöhte Umsätze zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Die Jahresergebnisprognose wurde indes angehoben, während die Umsatzplanung bestätigt wurde. Während UPS um 5,1 Prozent nachgeben, rücken Lockheed um 0,5 Prozent vor.
Der Druckerhersteller Lexmark (Lexmark International) teilte mit, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal mehr als halbiert hat, was auf eine schwächer Nachfrage, vor allem in Europa, sowie negative Währungseffekte zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis verfehlt. Anteilsscheine von Lexmark verbilligen sich derzeit um 12,6 Prozent.
Daneben hat der Technologiekonzern EMC im zweiten Quartal eine Gewinnsteigerung erzielt und konnte die Erwartungen erfüllen. Unter anderem habe man von der starken Entwicklung im Bereich Cloud-Computing sowie weiter verbesserten Margen profitieren können. An dem Jahresausblick wurde festgehalten. Titel von EMC steigen um 1,5 Prozent.
Der Nahrungsmittelkonzern Campbell Soup hat zudem seine Prognose für das laufende Fiskaljahr konkretisiert. Demnach geht der Konzern für das laufende Fiskaljahr von einem Umsatzwachstum aus, das am unteren Ende der zuletzt genannten Prognose von 0 bis 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen werde. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwartet Campbell Soup einen Rückgang, der am oberen Ende der zuletzt genannten Spanne von 5 bis 7 Prozent liegen dürfte. Im Fiskaljahr 2013 will Campbell Soup wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren und sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie zulegen. Die Aktie von Campbell Soup notiert derzeit mit einem Minus von 1,4 Prozent.
Zu guter Letzt gibt es noch zwei interessante Neuigkeiten abseits der Quartalsbilanzen. Wie die Europäische Kommission heute mitteilte, hat sie die geplante Übernahme der britischen NDS Group, die Technologie und Software für den Pay-TV-Sektor anbietet, durch den Technologiekonzern Cisco (Cisco Systems) im Rahmen der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Cisco gab bereits Mitte März bekannt, dass man die NDS Group in einer Transaktion im Gesamtvolumen von rund 5 Mrd. US-Dollar übernehmen wird. Den Angaben zufolge handelt es sich bei NDS um einen führenden Anbieter von end-to-end Software-Lösungen für die Pay-TV-Industrie, darunter Video-Software sowie Content Security-Lösungen. Das Transaktionsvolumen beinhaltet auch die Übernahme von Verbindlichkeiten. Die NDS Group beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz in London. Sie gehört zu 51 Prozent dem Private Equity-Fonds Permira und zu 49 Prozent dem Medienkonzern News Corp. . Cisco tendieren trotz der jüngsten Entscheidung mit einem Minus von 5,9 Prozent.
Darüber hinaus hat Apple einen Teilerfolg im Prozess gegen Samsung Electronics erzielt. Dies geht aus dem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf zum Streit zwischen dem US-Technologiekonzern und dem südkoreanischen Wettbewerber um angebliche Patentverletzungen bei Tablet-PCs hervor. Demnach hat der 20. Zivilsenat des Oberlandesgerichts heute den Vertrieb des "Galaxy Tab 7.7" in der Europäischen Union (außer Deutschland) verboten, den Vertrieb des "Galaxy Tab 10.1. N" aber erlaubt. Hinsichtlich des "Galaxy Tab 10.1 N" hat der Senat die landgerichtliche Entscheidung bestätigt, wonach das gegenüber dem "Galaxy 10.1" veränderte Gerät das Apple-"iPad" weder unerlaubt nachahme noch das Apple-Gemeinschaftsgeschmacksmuster verletze, teilte das Gericht weiter mit. Aktien von Apple geben aktuell um 0,3 Prozent nach. (24.07.2012/ac/n/m)