Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen präsentieren sich am Mittwochmittag New Yorker Zeit mit kräftigen Abschlägen. Trotz der gestrigen Zugewinne herrscht zur Wochenmitte wieder Verkaufsdruck vor.
Auf der Konjunkturseite sind die US-Verbraucherpreise im Oktober kräftig gesunken. Demnach verringerte sich der Verbraucherpreisindex um 1,0 Prozent, wogegen im September ein unverändertes Preisniveau ausgewiesen worden war. Hierbei handelt es sich um die stärkste Abnahme seit Aufzeichnungsbeginn im Februar 1947. Volkswirte hatten hier zuvor einen Preisrückgang von 0,8 Prozent erwartet. Die um die volatilen Bestandteile Nahrungsmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate reduzierte sich um 0,1 Prozent, gegenüber einem Anstieg um 0,1 Prozent im Vormonat. Das ist der erste Rückgang seit 1982. Volkswirte waren hier von einem erneuten Zuwachs um 0,1 Prozent ausgegangen.
Die Baugenehmigungen in den USA verbuchten im Oktober einen saisonbereinigten Rückgang. So wurden auf annualisierter Basis insgesamt 0,708 Millionen Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt. Hierbei handelt es sich um ein Rekord-Tief. Damit wurden das Vormonatsniveau von 0,805 Millionen um 12,0 Prozent und der entsprechende Vorjahresstand von 1,182 Millionen um 40,1 Prozent verfehlt. Volkswirte hatten lediglich eine Abnahme auf 0,772 Millionen Genehmigungen erwartet. Auch die US-Wohnbaubeginne verzeichneten im Oktober einen saisonbereinigten Rückgang. So verringerte sich die Zahl auf 0,791 Millionen Baubeginne und erreichte damit ein Rekordtief. Damit wurden das revidierte Vormonatsniveau von 0,828 (vorläufig: 0,817) Millionen um 4,5 Prozent und der entsprechende Vorjahreswert von 1,275 Millionen um 38,0 Prozent verfehlt. Volkswirte waren sogar von einer Abnahme auf 0,780 Millionen Baubeginne ausgegangen. Schließlich ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 14. November 2008 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge.
Der Dow Jones verliert derzeit 2,13 Prozent auf 8.244,98 Punkte, der S&P 500 gibt aktuell 3,09 Prozent auf 832,54 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 3,46 Prozent auf 1.431,92 Punkte.
Die großen drei US-Automobilkonzerne General Motors, Ford und Chrysler haben gestern vor dem Bankenausschuss des US-Senats staatliche Finanzhilfen in Höhe von insgesamt rund 25 Mrd. Dollar gefordert. Während GM-Aktien mehr als 15 Prozent verlieren, geht es bei Ford um über 21 Prozent abwärts.
Der US-Großhändler BJ's Wholesale Club meldete heute, dass sein Gewinn im dritten Quartal um 24 Prozent gestiegen ist, was vor allem mit dem Verkauf von Benzin zusammenhängt. Zudem wurde die Jahresprognose angehoben. Die Aktie büßt ein halbes Prozent ein.
Der Einzelhandelskonzern Ross Stores erzielte im dritten Quartal einen Gewinnzuwachs, was vor allem mit höheren Umsätzen zusammenhängt. Die Jahresprognose wurde jedoch nach unten korrigiert. Die Aktie gibt rund 6 Prozent nach.
Der Schnellrestaurantkonzern YUM! Brands, die Muttergesellschaft der Fast-Food-Ketten Pizza Hut, Tacco Bell und KFC, will seine Kette Taco Bell dem "Wall Street Journal" zufolge zu einer globalen Marke mit Niederlassungen weltweit ausbauen. Die Aktie verliert 2 Prozent.
Der US-Flugzeughersteller Boeing überarbeitet nach Angaben des "Wall Street Journal" zufolge derzeit seinen gesamten Produktionsplan, was für sämtliche 3.374 Maschinen im Auftragsbestand bedeutet, dass sich die ursprünglich vereinbarten Liefertermine um bis zu zehn Wochen verzögern werden.
Der US-Modekonzern Phillips-Van Heusen meldete gestern nach Börsenschluss, dass sein Gewinn im dritten Quartal gesunken ist, die Erwartungen jedoch trotzdem geschlagen wurden, was vor allem mit einem Umsatzwachstum im Calvin Klein Lizenzgeschäft zusammenhängt. Indes wurde die Jahresprognose gesenkt. Zudem liegt die Planung für das laufende Quartal unterhalb der Marktschätzungen. Die Aktie legte 1,5 Prozent zu.
Die Schnellrestaurantkette Jack in the Box meldete gestern nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im vierten Quartal leicht gestiegen ist, womit die Erwartungen geschlagen werden konnten. Für das laufende Quartal wird jedoch erwartet, dass der Gewinn gegenüber dem Vorjahr zurückgeht. Derzeit geht es um 10 Prozent nach unten. (19.11.2008/ac/n/m)