New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street sieht sich am Donnerstagmittag New Yorker Zeit angesichts neu aufkommender Sorgen in Sachen Schuldenkrise einem Kurssturz ausgesetzt. Im Vorfeld des morgen anstehenden US-Arbeitsmarktberichtes zeigen sich die Anleger sowieso sehr nervös. Da konnte auch die Tatsache nicht helfen, dass sich die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen etwas besser als erwartet entwickelten. Ferner richtet sich der Fokus der Investoren auch heute auf eine Flut von Quartalsausweisen. Der Dow Jones verschlechtert sich um 2,6 Prozent auf 11.590 Punkte, während der NASDAQ Composite um 2,7 Prozent auf 2.620 Punkte nachgibt. Der S&P 500 verliert 2,6 Prozent auf 1.227 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 30. Juli 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums leicht verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 1.000 auf 400.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 405.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 398.000 auf 401.000 nach oben korrigiert.
Bereits gestern Abend standen vor allem Activision Blizzard, Prudential Financial und Avis Budget mit ihren Quartalsausweisen im Blick der Anleger. Prudential Financial verschlechtern sich nach Zahlen zum zweiten Quartal um 1,3 Prozent. Der Nettogewinn des Lebensversicherers lag bei 831 Mio. US-Dollar bzw. 1,68 US-Dollar je Aktie, nach 798 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr von 7,68 Mrd. US-Dollar auf nun 10,15 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn von 1,55 US-Dollar je Aktie und Umsätzen von 9,62 Mrd. US-Dollar gerechnet. Daneben fahren die Aktien des Fahrzeugvermieters Avis Budget Group um 4,2 Prozent vor. Der Konzern hat im zweiten Quartal seinen Nettogewinn um 172 Prozent verbessert. Diese Entwicklung wurde mit der zunehmenden Markenbekanntheit und gesunkenen Kosten begründet. Die Analystenerwartungen wurden damit übertroffen. Activision Blizzard übertraf die Schätzungen der Analysten deutlich, was mit Rekordumsätzen im digitalen Bereich erklärt wurde. Die Aktie gewinnt 0,2 Prozent hinzu.
Heute ging der Reigen an Quartalszahlen weiter. Das absolute Highlight ist dabei der Bericht von General Motors . Der Automobilkonzern konnte im zweiten Quartal 2011 dank einer anziehenden Nachfrage und steigender Verkaufspreise Umsatz und Ergebnis klar verbessern. So lag der Umsatz mit 39,4 Mrd. US-Dollar um 19 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter erhöhte sich um 89 Prozent von 1,33 Mrd. US-Dollar auf nun 2,52 Mrd. US-Dollar bzw. 1,54 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten ein EPS von 1,20 US-Dollar sowie Umsätze von 36,71 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Für das laufende Quartal rechnen die Analysten mit einem EPS von 0,96 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 35,63 Mrd. US-Dollar. Die Aktie fährt trotzdem in einem sehr schwachen Gesamtmarkt mit einem Abschlag von 2,9 Prozent hinterher.
Daneben stehen vor allem auch Kraft Foods mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent im Blick. Der Lebensmittelkonzern hat seinen Gewinn im zweiten Quartal leicht erhöht, was auf eine Kostenkontrolle, Preiserhöhungen und Produktivitätsverbesserungen zurückgeführt wird. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde der Ausblick angehoben. Darüber hinaus plant der Konzern die Aufspaltung in zwei unabhängige, börsennotierte Gesellschaften. Dabei soll ein Unternehmen das globale Snack-Geschäft mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 32 Mrd. US-Dollar beinhalten, während das zweite die nordamerikanischen Lebensmittel-Aktivitäten mit einem erwarteten Jahresumsatz von ca. 16 Mrd. US-Dollar umfassen wird. Wie es hieß, soll die Aufspaltung voraussichtlich vor Ende 2012 abgeschlossen sein. Daneben verlieren Dean Foods (ISIN US2423611035/ WKN 900219) 8,1 Prozent an Wert. Der Nahrungsmittelkonzern hat vor dem Hintergrund einer hohen Sonderbelastung aus einem Rechtsstreit im zweiten Quartal einen Verlust erwirtschaftet. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis aber geschlagen. Zudem wurde der Ausblick bestätigt. Ferner verbilligen sich CVS Caremark um 3,8 Prozent. Die Drugstore-Kette meldete heute, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal geringfügig gesunken ist, was mit einem niedrigeren Bruttoergebnis im Pharmacy Services-Segment zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Indes wurde der Ausblick konkretisiert.
Southwest Airlines (Southwest Airlines) fliegen mit einem Abschlag von 7,5 Prozent hinterher, nachdem die Fluggesellschaft im zweiten Quartal dank steigender Passagierzahlen einen höheren Gewinn erwirtschaftete. Die Gewinnschätzungen der Analysten wurden leicht übertroffen.
Daneben verschlechtern sich DIRECTV (DIRECTV (A)) um 6,4 Prozent. Der größte Betreiber von Satellitenfernsehen in den USA hat im zweiten Quartal einen höheren Gewinn erzielt und profitierte dabei von einem starken Kundenwachstum. Die Erwartungen wurden damit übertroffen.
Schließlich hat CIGNA (Cigna) den Gewinn im zweiten Quartal deutlich verbessert und profitierte dabei von einer starken Ergebnisentwicklung in sämtlichen fortgeführten Geschäftsbereichen. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis klar geschlagen. Zudem wurde die Jahresprognose nach oben korrigiert. Die Aktie des Krankenversicherers verbilligt sich um 1,1 Prozent. (04.08.2011/ac/n/m)