New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street zeigt sich am Donnerstagmittag New Yorker Zeit schwächer. Die Stimmung der Investoren bleibt im Vorfeld des am Wochenende anstehenden EU-Gipfels nervös. Gleichzeitig strömen auch heute zahlreiche Quartalsausweise auf die Anleger ein. Der Dow Jones verschlechtert sich um 0,2 Prozent auf 11.483 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,9 Prozent auf 2.582 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt um 0,2 Prozent auf 1.207 Punkte nach.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 15. Oktober 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums leicht verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6.000 auf 403.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 403.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 404.000 auf 409.000 nach oben korrigiert. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im Oktober 2011 deutlich verbessert. Demnach ist der Index von -17,5 Punkten im Vormonat auf nun +8,7 Punkte gestiegen. Volkswirte waren im Vorfeld nur von einer Verbesserung auf -8,8 Punkten ausgegangen. Die US-Frühindikatoren sind im September 2011 erneut gestiegen. Auf Monatssicht erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,2 Prozent, während Volkswirte ein Plus von 0,3 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,3 Prozent ermittelt worden. Die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser ist im September 2011 gesunken. So verringerte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 3,0 Prozent auf 4,91 Millionen. Volkswirte hatten nur mit einer Abnahme auf 4,92 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im August auf 5,06 Millionen belaufen hatte.
Bereits gestern nach US-Börsenschluss sahen sich die Börsianer wieder einer wahren Flut an Quartalsbilanzen ausgesetzt. Von besonderem Interesse waren dabei die Zahlen von eBay und American Express. eBay konnte im dritten Quartal 2011 aufgrund deutlich verbesserter Umsätze den bereinigten Gewinn klar steigern. Allerdings fiel der Ausblick durchmischt aus. Die Umsätze stiegen um 32 Prozent auf 2,97 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld Erlöse in Höhe von 2,91 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Daneben belief sich der Nettogewinn auf 491 Mio. US-Dollar bzw. 37 Cents je Aktie, nach 432 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte steigerte eBay den Gewinn um 18 Prozent auf 628 Mio. US-Dollar bzw. 48 Cents je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von ebenfalls 48 Cents erwartet. Für das laufende vierte Quartal 2011 stellt eBay einen Umsatz von 3,2 bis 3,35 Mrd. US-Dollar und ein bereinigtes EPS von 55 bis 58 Cents in Aussicht. Dagegen erwarten die Analysten Umsatzerlöse von 3,31 Mrd. US-Dollar sowie einen durchschnittlichen Gewinn von 58 Cents je Aktie. Die Anteilsscheine des Internetkonzerns verschlechtern sich um 5,7 Prozent. Daneben geht es für American Express nach Drittquartalszahlen um 1,9 Prozent nach unten. Dabei profitierte der Kreditkartenanbieter von der starken Nutzung der ausgegebenen Karten und einer guten Zahlungsmoral. Der Gewinn übertraf die Erwartungen klar. So stieg der Nettogewinn auf 1,24 Mrd. US-Dollar bzw. 1,03 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum waren noch 1,09 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet worden. Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von durchschnittlich 96 Cents erwartet. Die Umsätze erhöhten sich um 9 Prozent auf 7,57 Mrd. US-Dollar. Im Vorfeld waren Analysten von Umsätzen in Höhe von 7,58 Mrd. US-Dollar ausgegangen.
Heute ging dann der Reigen an Quartalsergebnissen vor Börseneröffnung munter weiter. AT&T (AT&T) geben nach Drittquartalszahlen um 1,1 Prozent nach. Der Telekommunikationskonzern verzeichnete einen Umsatzrückgang um 0,3 Prozent auf 31,48 Mrd. US-Dollar. Dabei konnte man im Mobilfunkgeschäft (+4,3 Prozent) und im Bereich Datenübertragung (+7,6 Prozent) deutlich zulegen, während man in den übrigen Segmenten deutlichere Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter wurde ein Rückgang auf 3,62 Mrd. US-Dollar bzw. 61 Cents je Aktie ausgewiesen, nach 12,32 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern von einem hohen positiven Steuereffekt sowie dem Verkauf von Sterling Commerce profitieren können. Analysten hatten zuvor ein EPS von 61 Cents bei Umsatzerlösen von 31,62 Mrd. US-Dollar erwartet.
Positiv aufgenommen werden die Zahlen von Philip Morris International . Der Zigarettenhersteller hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal angesichts eines starken Umsatzwachstums um gut 30 Prozent verbessert. Die Erwartungen konnten auf bereinigter Basis geschlagen werden. Zudem wurde die Jahresprognose konkretisiert. Der Nettogewinn belief sich auf 2,38 Mrd. US-Dollar bzw. 1,35 Dollar pro Aktie, nach 1,82 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn lag bei 1,37 US-Dollar (Vorjahr: 1,00 US-Dollar) pro Aktie. Der Nettoumsatz erhöhte sich um 26,4 Prozent auf 8,36 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,24 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 7,57 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem EPS-Ergebnis von 4,75 bis 4,80 US-Dollar (zuvor: 4,70 bis 4,80 US-Dollar). Die durchschnittliche Markterwartung liegt hier bei 4,74 US-Dollar. Die Aktie legt um 3,4 Prozent zu.
Union Pacific (Union Pacific) verteuern sich um 4,3 Prozent. Die Eisenbahngesellschaft hat ihren Gewinn im dritten Quartal trotz gestiegener Treibstoffkosten um 16 Prozent verbessert. Dabei profitierte man von erhöhten Preisen. Die Erwartungen konnten geschlagen werden. AutoNation fahren daneben um 0,7 Prozent vor. Das Unternehmen wartete im dritten Quartal mit einem deutlichen Gewinnplus auf. Die Erwartungen der Analysten wurden knapp übertroffen. Southwest Airlines fliegen unterdessen um 5 Prozent vor. Die Fluggesellschaft hat im dritten Quartal einen Verlust erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies auf verfehlte Sicherungsgeschäfte für hohe Kerosinpreise (Treibstoff-Hedging). Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis allerdings geschlagen.
McGraw-Hill (McGraw-Hill Companies) musste indes im dritten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausweisen. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt. Die Papiere des Verlags- und Informationskonzerns verlieren 1,2 Prozent an Wert.
Danaher (Danaher) hat im dritten Quartal trotz eines Gewinnrückgangs die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die Anteilsscheine des Industriekonzerns verteuern sich daraufhin um 2,1 Prozent. Ingersoll-Rand verschlechtern sich daneben um 7,5 Prozent. Der Anlagen- und Maschinenbaukonzern musste im abgelaufenen Quartal zwar einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Allerdings wurden auf bereinigter Basis die Erwartungen der Analysten geschlagen.
Eli Lilly (Eli Lilly and) verlieren 0,7 Prozent an Wert, nachdem der Pharmakonzern das dritte Quartal 2011 infolge steigender Aufwendungen für Marketingzwecke mit einem geringeren Ergebnis abschließen musste. Auf bereinigter Basis wurden die Gewinnschätzungen der Analysten getroffen. Auch Baxter International präsentierte heute die Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Dabei wurden Umsatz und Gewinn verbessert. Auf bereinigter Basis wurden die Schätzungen der Analysten knapp geschlagen. Der Titel des Generika-Herstellers verschlechtert sich um 3 Prozent. Schließlich konnte Boston Scientific für das dritte Quartal einen Gewinn oberhalb der Analystenschätzungen ausweisen. Die Titel des Medizintechnikkonzerns geben trotzdem um 4,8 Prozent nach. Als weiterer Höhepunkt der mittlerweile auf Hochtouren laufenden US-Berichtssaison werden heute nachbörslich noch die Quartalsergebnisse von Microsoft erwartet. (20.10.2011/ac/n/m)