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01.08.2011 19:11

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Wall Street Update: US-Börsen drehen ins Minus, Einigung im Schuldenstreit verpufft

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New York (aktiencheck.de AG) - Die Freude der Anleger über die Einigung im US-Schuldenstreit war nur von kurzer Dauer. Auf der Stimmung lastet insbesondere der schwache ISM-Index, der auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren zurückgefallen ist. Nach freundlichem Start notieren die US-Indizes mittlerweile klar in der Verlustzone. Der Dow Jones verliert 0,79 Prozent auf 12.048 Punkte. Der S&P 500 büßt 1,03 Prozent auf 1.279 Zähler ein. Der NASDAQ Composite gibt 1,15 Prozent auf 2.725 Punkte nach.

Kurz vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit haben sich in den USA Demokraten und Republikaner am Wochenende auf einen Kompromiss verständigt. Wie es heißt, sieht die Vereinbarung die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze um mindestens 2,1 Bio. US-Dollar bis 2013 und damit über die Präsidentenwahlen hinaus vor. Ohne diese Maßnahme hätte die weltweit größte Volkswirtschaft bereits ab dem morgigen Dienstag einen Teil ihrer Schulden nicht mehr bedienen können.

Für eine herbe Enttäuschung sorgte der ISM-Index. So haben sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes in den USA im Juli unerwartet deutlich verschlechtert. Wie das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, am Montag mitmitteilte, hat sich der ISM-Index von 55,3 Zählern im Vormonat auf nun 50,9 Zähler reduziert. Damit nähert sich der Index der Schwelle von 50 Punkten. Ein Wert darunter signalisiert einen Abschwung im Verarbeitenden Gewerbe. Volkswirte waren von einem Wert von 54,0 Punkten ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund verblassen die Bauausgaben, die knapp über den Erwartungen lagen. Wie das US-Handelsministerium in Washington mitteilte, haben sich die Bauausgaben im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent erhöht, nach einem Plus von revidiert 0,3 (vorläufig: -0,6) Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten für den Berichtsmonat ein unverändertes Niveau geschätzt.

Die Berichtssaison läuft derweil weiter auf vollen Touren. Dabei standen heute insbesondere die Zahlen von Allstate im Blick. Allstate musste im zweiten Quartal aufgrund hoher Schadensbelastungen durch Naturkatastrophen einen Verlust ausweisen. Der Umsatz des Versicherers verbesserte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zwar um 5,6 Prozent auf 8,08 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis jedoch ein Verlust von 620 Mio. US-Dollar bzw. 1,19 US-Dollar je Aktie verzeichnet, nach einem Nettogewinn von 145 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Vor Einmaleffekten wurde ein Verlust von 1,23 US-Dollar je Aktie verbucht. Analysten hatten zuvor aber sogar einen Verlust von 1,46 US-Dollar je Aktie erwartet. Der Titel verteuert sich um 1,4 Prozent.

Aktien von Humana notieren nach anfänglichen Zugewinnen inzwischen mit 4,0 Prozent im Minus. Der Krankenversicherer konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal erhöhen und profitierte dabei von Umsatzzuwächsen als Folge gestiegener Mitgliederzahlen. Die Erwartungen wurden geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung erhöht.

Für eine Enttäuschung sorgte derweil heute der Mischkonzern Loews . So verzeichnete man im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang, was vor allem auf ein rückläufiges Ergebnis der Tochter CNA Financial als Folge gestiegener Katastrophenverluste zurückzuführen war. Die Erwartungen wurden verfehlt. Das Papier verliert 1,6 Prozent.

Armstrong World Industries (Armstrong World Industries) verbesserte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis. Allerdings konnten die Erwartungen der Analysten nicht erreicht werden. Die Anteilsscheine des auf Bodenbeläge und Holzverkleidungen spezialisierten Konzerns verschlechtern sich um 5,9 Prozent.

Symantec (Symantec) verlautbarte heute, dass das unabhängige Board-Mitglied Steve Bennett neuer Chairman werden soll. So will das Board of Directors Bennett zum Nachfolger von John W. Thompson, ehemals CEO und Chairman, bestellen. Thompson wird sich aus geschäftlichen und persönlichen Gründen nicht zur Wiederwahl stellen. Bennett wechselte im Februar 2010 in das Symantec-Board. Zuvor war er als President und CEO von Intuit tätig. Die Aktie des Herstellers von Sicherheits-Software verbilligt sich um 1,4 Prozent.

Eine personelle Veränderung gibt es schließlich auch beim Mischkonzern 3M . So hat man Michael G. Vale zum Executive Vice President, Consumer and Office Business, bestellt. Dabei tritt Vale die Nachfolge von Joe E. Harlan an, der zum US-Chemiekonzern Dow Chemical wechselt. Wie Dow Chemical indes separat mitteilte, wird Harlan als President der Performance Products and Performance Systems Division sowie als Executive Vice President fungieren. Er wird darüber hinaus dem Executive Leadership Committee von Dow beitreten und an Chairman und CEO Andrew Liveris berichten. Harlan wird seine neue Funktion zum 1. September antreten. Während Dow Chemical um 0,4 Prozent nachgeben, geht es für die Papiere von 3M um 1,6 Prozent nach unten.

Neuigkeiten gibt es heute auch von der Akquisitionsfront. So hat der Telekommunikationsanbieter Windstream eine Vereinbarung zur Übernahme des Netzwerkbetreibers PaeTec Holding (Paetec) vereinbart. Im Rahmen der Transaktion sollen die Aktionäre von PaeTec für jede ihrer Aktien 0,46 Anteilsscheine von Windstream erhalten. Inklusive der Übernahme von Konzernverbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Mrd. US-Dollar liegt das Transaktionsvolumen bei rund 2,3 Mrd. US-Dollar. Durch die Übernahme erhofft sich Windstream eine Erweiterung der Geschäftsaktivitäten in Wachstumssegmenten wie Breitband-Internet und im Geschäftskundenbereich. Außerdem geht man durch den Zusammenschluss von jährlichen Synergien in Höhe von 100 Mio. US-Dollar vor Steuern aus. Während sich Windstream um 0,8 Prozent verbilligen, schießen PaeTec um 20,8 Prozent nach oben. (01.08.2011/ac/n/m)

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