New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen notieren auch am Freitagmittag im Minus. Die US-Konjunkturdaten gerieten ins Hintertreffen, nachdem Gerüchte um eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Länder die Runde machten. Der Dow Jones verliert 0,89 Prozent auf 12.359,84 Punkte, während der NASDAQ Composite 0,85 Prozent auf 2.701,67 Zähler fällt. Der S&P 500 gibt derweil 0,96 Prozent nach auf 1.283,02 Punkte ab.
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar 2012 gegenüber dem Vormonat verbessert. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Michigan. So kletterte der Gesamtindex auf 74,0 Punkte, nachdem im Vormonat nur ein Stand von 69,9 Punkten ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten lediglich mit einem Wert von 71,2 Punkten gerechnet. Daneben haben sich die US-Außenhandelspreise im Dezember 2011 nach Angaben des Arbeitsministeriums um 0,5 Prozent reduziert. Bereinigt um Agrargüter lagen die Exportpreise 0,2 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Die Einfuhrpreise verzeichneten einen Rückgang um 0,1 Prozent. Ferner stiegen die um Ölimporte bereinigten Importpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Unterdessen hat sich das Handelsbilanzdefizit nach Angaben des Handelsministeriums im November um 10,4 Prozent auf 47,8 Mrd. US-Dollar erhöht. Im Oktober wurde ein Passivsaldo von revidiert 43,3 Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei sanken die Exporte binnen Monatsfrist von 179,4 Mrd. auf 177,8 Mrd. US-Dollar. Die Importe zogen von 222,6 Mrd. auf 225,6 Mrd. US-Dollar an.
Die Westlake Chemical Corp. hat ein öffentliches Kaufangebot für die Georgia Gulf Corp. unterbreitet. Der angebotene Kaufpreis beläuft sich auf 1,03 Mrd. US-Dollar. Die Aktien von Georgia Gulf legten infolge des Angebots deutlich zu. Westlake Chemical hatte 30 US-Dollar je Aktie geboten, was einem Aufschlag von 23 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag entspricht. Die Aktie von Westlake Chemical notiert aktuell mit einem Plus von 0,8 Prozent. Papiere von Georgia Gulf legen 34,8 Prozent zu.
JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) musste im vierten Quartal trotz deutlich geringerer Rückstellungen für Kreditausfälle einen Rückgang des Gewinns um 23 Prozent verkraften. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Zurückzuführen war dies unter anderem auf Sonderbelastungen in den Bereichen Investment Bank und Corporate. Der Nettogewinn lag im vierten Quartal bei 3,73 Mrd. US-Dollar bzw. 90 Cents pro Aktie, nach 4,83 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich im Schlussquartal um 18 Prozent auf 21,47 Mrd. US-Dollar bzw. um 17 Prozent auf 22,2 Mrd. US-Dollar (Managed Basis). Der Aktienkurs fällt um 3,4 Prozent.
Daneben geht es für Aktien der Bank of America um 2,8 Prozent nach unten. Die Bankgesellschaft erwägt Presseangaben zufolge, sich aus einigen Teilen der USA zurückzuziehen, sollten sich ihre finanziellen Schwierigkeiten weiter vergrößern. Wie es in dem Bericht heißt, haben Führungskräfte des Kreditinstituts bereits im vergangenen Jahr einen möglichen Rückzug auf eine Liste von Notfallszenarien gesetzt und diese Mitte 2011 an die Federal Reserve übermittelt. Wie es heißt, beinhaltete die Liste auch den möglichen Verkauf einer separaten Aktien-Klasse basierend auf der Performance der Merrill Lynch & Co., der Wertpapiersparte der Bank of America.
Anteilsscheine von Aon verbilligen sich derweil um 1,5 Prozent. Der Versicherungs-Broker verlegt seine Konzernzentrale von Chicago nach London. Den Angaben zufolge erhält Aon durch diesen Schritt einen größeren Zugang zu den Emerging Markets und kann besser von der strategischen Nähe zu Lloyd`s und der Londoner Börse als wichtiges internationales Drehkreuz für die Bereiche Insurance und Risk Brokerage profitieren. (13.01.2012/ac/n/m)