New York (aktiencheck.de AG) - Die Aktien an der New Yorker Wall Street verzeichnen zum Start in die neue Handelswoche deutliche Aufschläge. Dabei stützen die Hoffnungen auf eine Lösung der europäischen Schuldenkrise. Die Ratingabstufungen für Italien und Spanien, die die Märkte am Freitag noch belastet hatten, treten wieder in den Hintergrund. Zudem lassen auch die Sorgen um die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA nach. Der Dow Jones verbessert sich um 2,44 Prozent auf 11.374 Punkte, während der NASDAQ Composite um 2,91 Prozent auf 2.552 Zähler steigt. Der S&P 500 legt um 2,80 Prozent auf 1.188 Punkte zu.
Insgesamt ist die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite am heutigen Feiertag "Columbus Day", an dem an den Anleihemärkten nicht gehandelt wird, ruhig. Die Aktien von Regis geben nach anfänglichen Gewinnen um 0,5 Prozent nach. Der weltweit größte Betreiber von Friseursalons, meldete heute einen Umsatzrückgang im ersten Quartal. So ist der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 568,6 Mio. US-Dollar gesunken. Dabei sind die so genannten Same-Stores Sales um 3,1 Prozent zurückgegangen. Analysten waren im Vorfeld von Erlösen in Höhe von 567,4 Mio. US-Dollar ausgegangen.
Die Aktie von Netflix Inc. verbessert sich um 0,9 Prozent, nachdem der US-Online-Verleiher für DVDs seine Pläne für eine Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen auf Eis gelegt hat. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die geplante Aufspaltung in das Video-on-Demand-Geschäft per Internet auf der einen Seite und den postalischen DVD-Verleih auf der anderen Seite nun doch nicht durchgeführt. Nach ursprünglichen Angaben sollte der postalische Verleih unter dem Namen "Qwikster" in eine eigenständige Gesellschaft abgespaltet werden.
Dagegen setzt die Aktie von Sprint Nextel Corp. ihre Talfahrt fort und verliert 8,5 Prozent. Die Ratingagentur Standard & Poor's zieht eine Rating-Abstufung in Erwägung. Wie die Agentur mitteilte, wurde der drittgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA auf die negative Beobachtungsliste gesetzt. Derzeit wird das Unternehmen mit BB- eingestuft. Als Grund für den negativen Ausblick gab Standard & Poor's die hohen Kosten für den Netzausbau an. Der Konzern hatte am Freitag bekanntgegeben, rund 7 Mrd. US-Dollar in den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes zu investieren. Wegen der Befürchtung möglicher Kapitalerhöhungen war der Aktienkurs daraufhin bereits vor dem Wochenende deutlich abgerutscht.
Sara Lee verbessern sich unterdessen um 1,5 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern teilte mit, dass er seine Bäckerei-Aktivitäten in Spanien und Portugal an die mexikanische Grupo Bimbo verkaufen wird. Den Angaben zufolge zahlt die Grupo Bimbo im Rahmen der Transaktion 115 Mio. Euro in bar. Damit erhält sie die Bäckerei-Marken von Sara Lee in Spanien und Portugal sowie sieben Produktionsstätten. Die Transaktion soll innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden. Sara Lee verfügt in Spanien über die Marken Bimbo, Martinez, Ortiz und Silueta. Im Geschäftsjahr 2011 erzielten diese Geschäftsaktivitäten, die rund 2.000 Mitarbeiter umfassen, einen Umsatz von 408 Mio. US-Dollar. Die verbleibenden internationalen Bäckerei-Geschäfte in Frankreich und Australien werden indes einem Verkaufsprozess bzw. einer strategischen Überprüfung unterzogen.
Schließlich gibt es heute auch eine Nachricht von der Akquisitionsfront. Keynote Systems hat eine Vereinbarung zur Übernahme der nicht börsennotierten Mobile Complete Inc. geschlossen. Das Unternehmen betreibt unter der Bezeichnung DeviceAnywhere eine der führenden Cloud-basierten Plattformen, die unter anderem für Tests und Monitoring mobiler Internetseiten und so genannter Apps eingesetzt werden. Der Kaufpreis wurde auf 60 Mio. US-Dollar in bar beziffert und sieht darüber hinaus eine erfolgsabhängige Komponente in Höhe von bis zu 30 Mio. US-Dollar vor. Im Zuge der Übernahme erwartet Keynote Systems für das Fiskaljahr 2012 keine negativen Auswirkungen und geht für das folgende Fiskaljahr von einem positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie aus. Der Titel verteuert sich um 0,8 Prozent. (10.10.2011/ac/n/m)