New York (www.aktiencheck.de) - Erfreuliche Konjunkturdaten sorgen am heutigen Donnerstag für gute Stimmung an der New Yorker Wall Street. Die wichtigsten Indizes verzeichnen daraufhin weitere Aufschläge. Der Dow Jones gewinnt 0,28 Prozent auf 13.232 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,47 Prozent auf 3.055 Zähler zulegt. Der S&P 500 verbessert sich im laufenden Handel um 0,48 Prozent auf 1.401 Punkte.
Wie das US-Arbeitsministerium heute mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 10. März 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 14.000 auf 351.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 355.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 362.000 auf 365.000 nach oben korrigiert.
Indes haben sich die amerikanischen Erzeugerpreise im Februar 2012 erhöht. Binnen Monatsfrist stiegen die Preise um 0,4 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise kletterten die Preise in der Kernrate um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld Preissteigerungen von 0,5 bzw. 0,2 Prozent prognostiziert. Im Januar waren die Erzeugerpreise im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozent gestiegen. Für die Kernrate war im Januar ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnet worden.
Daneben ermittelte die Federal Reserve Bank of New York für März 2012 erneut eine Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So erhöhte sich der Empire State Manufacturing Index auf +20,21 Punkte, während Volkswirte mit einem Wert von +15,0 Zählern gerechnet hatten. Für den Vormonat war ein Wert von +19,53 Punkten ermittelt worden. Im Rahmen der Erwartungen fiel der Philadelphia Fed Index aus. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia stieg im März von 10,2 auf nun 12,5 Punkte. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Stand von 12,5 Zählern ausgegangen.
Neben den Konjunkturdaten stehen auf der Unternehmensseite Cisco Systems im Fokus. Der Technologiekonzern gab heute bekannt, dass er die NDS Group Ltd. in einer Transaktion im Gesamtvolumen von rund 5 Mrd. US-Dollar übernehmen wird. Damit wurde ein im Vorfeld veröffentlichter Bericht der israelischen Zeitung "Calcalist" bestätigt. Die Aktie tendiert vorbörslich etwas schwächer. Den Angaben zufolge handelt es sich bei NDS um einen führenden Anbieter von end-to-end Software-Lösungen für die Pay-TV-Industrie, darunter Video-Software sowie Content Security-Lösungen. Das Transaktionsvolumen von rund 5 Mrd. US-Dollar beinhaltet auch die Übernahme von Verbindlichkeiten. Titel von Cisco tendieren aktuell 1,2 Prozent leichter.
Daneben gab es heute noch einige interessante Quartalszahlen. Der Einzelhandelskonzern Ross Stores meldete, dass er im vierten Quartal angesichts eines starken Weihnachtsgeschäfts einen höheren Gewinn erzielt hat. Dabei wurden die Erwartungen der Analysten erfüllt. Die Aktie büßt trotzdem 0,5 Prozent ein. Dagegen musste Winnebago (Winnebago Industries), der größte amerikanische Hersteller von Wohnmobilen, im zweiten Quartal trotz eines starken Umsatzanstiegs einen Verlust ausweisen. Während das Vorjahresergebnis von einem Einmalertrag profitiert hatte, wurde das jüngste Ergebnis durch stärkere Rabatte und eine anhaltend aggressive Preispolitik beeinträchtigt. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Papiere von Winnebago springen um 16,7 Prozent nach oben.
Der Schul- und Kinderbuchverlag Scholastic erklärte, dass er seinen Verlust im dritten Quartal deutlich verringern konnte, was u.a. auf ein starkes Umsatzwachstum, vor allem in den Segmenten Children`s Books und International, zurückzuführen ist. Zudem wurde der Ausblick angehoben. Schließlich meldete der Radiosender Radio One , dass er im vierten Quartal aufgrund eines starken Umsatzwachstums und rückläufiger Sonderbelastungen einen niedrigeren Verlust erwirtschaftet hat. Während Scholastic um 12,8 Prozent anziehen, verteuern sich Radio One um 4,5 Prozent
Anteilsscheine des Netzwerkausrüsters ADTRAN rücken um 4,0 Prozent vor, nachdem das Unternehmen seine Prognose für das erste Quartal nach unten korrigiert hat und von einem deutlich unter den Analystenschätzungen liegenden Ergebnis ausgeht.
Zu guter Letzt gab es noch eine weitere Nachricht von der Akquisitionsfront. Demnach steht die israelische RADVISION (RADVision), ein Anbieter von Hard- und Software-Lösungen im Bereich Videokonferenzen, vor der Übernahme durch den Technologiekonzern Avaya. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, werden die Aktionäre von RADVISION im Zuge des Abkommens 11,85 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Dies entspricht einem Aufschlag von 57 Prozent auf den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie in den vergangenen 90 Handelstagen. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde auf rund 230 Mio. US-Dollar beziffert. RADVISION-Aktien legen 4,4 Prozent zu. (15.03.2012/ac/n/m)