New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen verbuchen am zweiten Tag der neuen Handelswoche deutliche Abschläge. Neben der Finanzkrise Irlands sorgen sich die Marktteilnehmer vor allem darum, dass der militärische Konflikt zwischen Nord- und Südkorea eskalieren könnte. Der Dow Jones verliert derzeit 1,24 Prozent auf 11.040 Punkte. Der S&P 500 büßt 1,28 Prozent auf 1.183 Zähler ein. Der NASDAQ Composite gibt um 1,49 Prozent auf 2.494 Punkte nach.
Das US-Handelsministerium legte in Washington seine zweite Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal 2010 vor und revidierte dabei seine vorläufigen Angaben nach oben. So stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach gegenüber dem Vorquartal um 2,5 Prozent, während vorläufig ein Plus von lediglich 2,0 Prozent ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum einen BIP-Anstieg um 2,4 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal 2010 war die Wirtschaftsleistung lediglich um 1,7 Prozent geklettert.
Daneben teilte die National Association of Realtors (NAR, Nationale Vereinigung der Immobilienverkäufer) mit, dass sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe bestehender Häuser im Oktober 2010 deutlich verringert hat. Demnach ist die Zahl gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent auf 4,43 Millionen gesunken, während Volkswirte einen Wert von 4,42 Millionen erwartet hatten. Für den Vormonat war eine Zahl von revidiert 4,53 Millionen ausgewiesen worden. Darüber hinaus steht am Abend steht noch das FOMC Sitzungsprotokoll auf der Agenda.
Bereits gestern nach Börsenschluss wurden mit Spannung die endgültigen Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2009/2010 von Hewlett-Packard erwartet. Der Hardware-Hersteller konnte dabei einen unerwarteten Umsatzanstieg um 8 Prozent verzeichnen. Der Gewinnanstieg fiel ebenfalls oberhalb der Erwartungen aus. Das Nettoergebnis belief sich demnach auf 2,5 Mrd. Dollar bzw. 1,10 Dollar je Aktie, nach 2,4 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis lag bei 1,33 Dollar je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von durchschnittlich 1,27 Dollar erwartet. Die Aktie rückt um mehr als 1 Prozent vor.
Gleichzeitig musste der Netzwerkausrüster Brocade (ISIN US1116211087/ WKN 922590) im vierten Quartal trotz höherer Umsatzerlöse einen Gewinnrückgang hinnehmen und enttäuschte zudem mit einem verhaltenen Ausblick. Das Papier rutscht um fast 10 Prozent nach. Indes verbuchte der Technologiekonzern Analog Devices im vierten Fiskalquartal 2009/10 einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Anteilschein verbilligt sich um 1,5 Prozent.
Die Aktie von Jack in the Box Inc. rutscht derzeit um über 9 Prozent ab. Die Schnellrestaurant-Kette hat im vierten Fiskalquartal einen Gewinneinbruch erlitten und die Erwartungen der Analysten verfehlt. So belief sich der Nettogewinn im Berichtszeitraum auf 4 Mio. Dollar bzw. 7 Cents je Aktie. Gegenüber dem Vorjahreswert von 40,6 Mio. Dollar bzw. 70 Cents je Aktie entspricht dies einem Rückgang um 90 Prozent. Verantwortlich für den Gewinneinbruch waren Kosten in Höhe von 28 Mio. Dollar für die Schließung von 40 Restaurants. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn belief sich auf 34 Cents je Aktie und lag damit unter den Erwartungen. Zudem enttäuschte der Ausblick. Während Analysten für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 einen Gewinn von 2,05 Dollar je Aktie erwarten, stellt das Unternehmen lediglich ein Ergebnis zwischen 1,41 und 1,68 Dollar je Aktie in Aussicht.
Der amerikanische Textil-Einzelhändler J. Crew Group (J Crew Group) wird von den Private-Equity-Gesellschaften TPG Capital und Leonard Green & Partners übernommen und privatisiert. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, hat man das Übernahmeangebot in Höhe von 43,50 Dollar je Aktie angenommen. Gegenüber dem Schlusskurs vom Montag entspricht dies einem Aufschlag von 15,5 Prozent. Damit wird das Unternehmen mit rund 2,8 Mrd. Dollar bewertet. Darüber hinaus legte das Unternehmen heute die Zahlen für das dritte Quartal vor. Demnach stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 429,3 Mio. Dollar. Dagegen sank der Nettogewinn um 14 Prozent auf 37,8 Mio. Dollar bzw. 58 Cents je Aktie. Analysten hatten ein EPS von 54 Cents bei Erlösen von 430,9 Mio. Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr senkte J. Crew seine Gewinnprognose von bisher 2,25 bis 2,35 Dollar auf nunmehr 2,08 bis 2,13 Dollar je Aktie. Analysten prognostizieren derzeit ein EPS von 2,24 Dollar. Die Aktie von J. Crew macht aktuell einen Sprung um mehr als 16 Prozent nach oben.
Ferner hat sich der Medienkonzern News Corp. (News a) auf Shoppingtour begeben. Wie bereits gestern Abend vermeldet wurde, wird man das private Bildungstechnik-Unternehmen Wireless Generation für rund 360 Mio. Dollar in bar mehrheitlich übernehmen. Die Aktie verliert knapp 3 Prozent an Wert.
Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Campbell Soup geben um über 2 Prozent nach. Das Unternehmen musste im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang ausweisen. Insgesamt hat der Konzern nach eigenen Angaben im Berichtsquartal unter der verhaltenen Konsumnachfrage zu leiden gehabt. Darüber hinaus hätten sich die höheren Werbeausgaben in den USA nicht ausgezahlt. Die Schätzungen der Analysten wurden verfehlt.
Hormel Foods (Hormel Foods) gewinnen dagegen fast 3 Prozent an Wert. Der Nahrungsmittelkonzern konnte im vierten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Dabei profitierte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge im Berichtszeitraum von der deutlich gestiegenen Kundennachfrage in einigen Produktsegmenten. Die Analystenerwartungen wurden übertroffen.
Der Stromerzeuger Dynegy , der im Visier des US-Finanzinvestors Blackstone Group (The Blackstone Group LP) steht, gab heute bekannt, dass er beabsichtigt, umgehend strategische Alternativen zu prüfen, sollten seine Aktionäre der Offerte von Blackstone nicht zustimmen. Laut Dynegy will man nun einerseits Vorschläge von potenziell interessierten Parteien einholen und gleichzeitig sorgfältig die Möglichkeiten einer eigenständigen Restrukturierung prüfen. Hintergrund dieser geplanten Maßnahmen ist die Annahme des Managements, dass die Aktionäre dem Angebot des Finanzinvestors Blackstone, in dessen Rahmen die Dynegy-Anteilseigner 5,00 Dollar je Aktie erhalten sollen, nicht die nötige Zustimmung verweigern werden. Dynegy und Blackstone beabsichtigen daher, das geschlossene Merger Agreement wieder aufzulösen. Während Blackstone um knapp 2 Prozent nachgeben, verlieren Dynegy 3,5 Prozent an Wert.
Der Medizintechnikhersteller Medtronic musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. So stieg der Umsatz von 3,84 Mrd. Dollar im Vorjahr auf 3,90 Mrd. Dollar. Beim Nettoergebnis wurde hingegen ein Rückgang auf 566 Mio. Dollar bzw. 52 Cents je Aktie ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 868 Mio. Dollar verzeichnet hatte. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Nettogewinn bei 82 Cents je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 81 Cents bei Umsatzerlösen von 3,90 Mrd. Dollar erwartet. Der Titel verbilligt sich um knapp 1 Prozent.
Brown Shoe (Brown Shoe Company) konnte im dritten Quartal einen höheren Gewinn erzielen. Zurückzuführen war dies auf ein deutliches Umsatzwachstum. Der Schuhhändler übertraf die Erwartungen klar. Zudem wurde ein starker Ausblick auf das laufende und das nächste Geschäftsjahr gegeben. Das Papier schießt um rund 19 Prozent nach oben.
Die Aktien der Juwelierkette Zale verlieren rund 7 Prozent an Wert. Die Gesellschaft musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang verzeichnen. Zudem erhöhte sich auch der Nettoverlust deutlich. Gewinnseitig wurden die Analystenerwartungen verfehlt.
Schließlich konnte die Fondsgesellschaft Eaton Vance im vierten Quartal den Umsatz und den Nettogewinn nach Anteilen Dritter im Vergleich zum Vorjahr steigern. Der Titel verliert nach anfänglichen Gewinnen 3 Prozent. (23.11.2010/ac/n/m)