New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem neuerliche Enttäuschungen von der Konjunkturseite heute ausgeblieben sind, tendieren die wichtigsten US-Indizes am Donnerstagmittag New Yorker Zeit mit uneinheitlichen Tendenzen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel zwar ein wenig schlechter als erwartet aus, dafür übertraf aber der Anstieg der Produktivität im ersten Quartal die Erwartungen. Der Dow Jones verliert derzeit 0,3 Prozent auf 12.253 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,1 Prozent auf 2.771 Punkte zulegt. Der S&P 500 fällt um 0,2 Prozent auf 1.312 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 28. Mai 2011 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6.000 auf 422.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 413.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 424.000 auf 428.000 nach oben korrigiert. Indes hat sich die US-Produktivität im ersten Quartal 2011 etwas stärker erhöht als zunächst gemeldet. So wuchs die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vorquartal um revidiert 1,8 Prozent (vorläufig: 1,6 Prozent). Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1,6 Prozent prognostiziert, nachdem im vierten Quartal 2010 noch ein Plus von 1,2 Prozent ermittelt worden war. Die Lohnstückkosten stiegen im Vorquartalsvergleich um revidiert 0,7 Prozent, nachdem zunächst ein Anstieg um 1,0 Prozent gemeldet worden war. Im Vorquartal sanken die Lohnstückkosten um 1,0 Prozent. Der Auftragseingang für Industriegüter ist im April 2011 gesunken. Demnach wurde beim US-Auftragseingang für Industriegüter für den Berichtsmonat eine Abnahme von 1,2 Prozent ermittelt, während Volkswirte hier ein Minus von 1,0 Prozent erwartet hatten. Für den Vormonat wurde ein Plus von revidiert 3,8 (vorläufig: 3,0 Prozent) ausgewiesen.
Heute gibt es wieder einmal einige Zahlen aus dem Einzelhandelsbereich, die die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. Aktien von Costco Wholesale notieren 1,1 Prozent leichter, obwohl der Großhändler im Mai überzeugende Umsatzzahlen ausweisen konnte und die Analystenerwartungen übertraf. So lag der konsolidierte Konzernumsatz mit 7,14 Mrd. US-Dollar um 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei den Same-Store Sales wurde ein Anstieg von 13 Prozent ausgewiesen. Analysten waren im Vorfeld von einer Zunahme der Same-Store Sales um 11,2 Prozent ausgegangen. Auch Target konnte im Mai einen Zuwachs bei den vergleichbaren Umsätzen ausweisen. Allerdings fiel hier der Anstieg mit 2,8 Prozent geringer aus als von den Analysten erwartet worden war. Die Titel des Discount-Händlers verliert 1 Prozent an Wert.
Für eine klare Enttäuschung sorgte JCPenney (J C Penney Company). So verschlechterten sich die Same-Store Sales im Mai um 1,0 Prozent, während Analysten gleichzeitig mit einem Anstieg um 3,3 Prozent gerechnet hatten. Die Aktie gibt um 2,5 Prozent nach. Schwach schnitt auch die Bekleidungskette Gap ab. So musste man im Mai 2011 eine klare Abnahme der vergleichbaren Umsätze ausweisen und verfehlte die Analystenerwartungen. Das Papier verliert 1,8 Prozent an Wert. Limited Brands steigerte derweil im Mai zwar den Umsatz. Allerdings wurden auch hier bei den Same-Store Sales die Erwartungen der Analysten verfehlt. Das Papier verschlechtert sich daraufhin um 3,1 Prozent. Indes konnte der Möbelhändler Pier 1 Imports im ersten Quartal mit einem soliden Umsatzplus aufwarten. Für das erste Quartal rechnet man nun mit einem Gewinn von 11 bis 12 Cents pro Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch ein Ergebnis pro Aktie von 7 Cents verzeichnet. Analysten gehen hier von einem EPS-Ergebnis von 9 Cents aus. Der Anteilsschein legt um 0,3 Prozent zu.
Schließlich verbesserte Rite Aid die vergleichbaren Umsätze im Mai 2011 um 1,3 Prozent. Die Titel der Drugstore-Kette rücken um 4,2 Prozent vor. Ebenfalls überzeugen konnte der Einzelhandelskonzern Saks . So kletterten die so genannten Same-Store Sales um 20,2 Prozent, während Analysten im Vorfeld von einem Zuwachs um 6,5 Prozent ausgegangen waren. Die Aktie von Saks gewinnt 2,2 Prozent.
Gute Zahlen meldete indes heute auch Joy Global . Der Bergbauausrüster konnte im zweiten Fiskalquartal 2010/11 mit einem überraschenden Ergebnisanstieg aufwarten und konnte auch beim Umsatz überzeugen. Zudem erhöhte man den Gesamtjahresausblick. Für das Fiskaljahr 2011 erwartet Joy Global nun ein EPS von 5,30 bis 5,60 US-Dollar, zuvor war von 5,10 bis 5,40 US-Dollar die Rede gewesen. Beim Umsatz erhöht Joy Global seine Prognose von 4 bis 4,2 Mrd. US-Dollar auf 4,1 bis 4,3 Mrd. US-Dollar aus. Analysten gehen hier von einem EPS von 5,41 US-Dollar und Umsätzen von 4,17 Mrd. US-Dollar aus. Die Aktie von Joy Global gewinnt 5,9 Prozent.
Darüber hinaus machen Borders Group von sich reden. Der Buchhandelskonzern der Mitte Februar Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hat, befindet sich Presseangaben zufolge derzeit in Gesprächen mit der Gores Group. Laut einem Zeitungsbericht will die Private Equity-Gesellschaft mehr als die Hälfte der verbliebenen Borders-Filialen übernehmen. Es gebe jedoch auch noch andere Interessenten für den angeschlagenen Buchhändler. Der zweitgrößte US-Buchhändler hat vor seinem Gläubigerschutzantrag insgesamt mehr als 500 Borders-Filialen (Superstores) betrieben, neben der Waldenbooks-Kette, die kleinere Buchgeschäfte umfasst. Bisher habe man rund 225 Superstores geschlossen. Aktuell notieren Titel der Borders Group unverändert. (02.06.2011/ac/n/m)