New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen präsentieren sich am Freitagmittag New Yorker Zeit mit Abschlägen. Der in der Geschichte bislang beispiellose Zusammenbruch von Washington Mutual sowie die festgefahrenen Verhandlungen zum geplanten Rettungspaket der US-Regierung lasten am Freitag schwer auf der Stimmung der Marktteilnehmer. Das Krisentreffen im Weißen Haus, an dem neben US-Präsident George W. Bush auch die Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama sowie führende Kongressmitgliedern beteiligt waren, brachte in der Nacht überraschend keine Einigung. Die Verhandlungen über das Rettungspaket mit einem Volumen von 700 Mrd.
Dollar waren aufgrund von Gegensätzen in der republikanischen Partei ins Stocken geraten. Die Verhandlungen im Kongress werden fortgesetzt und sollen über das Wochenende zu einer Lösung führen.
Das BIP-Wachstum in den USA hat sich im zweiten Quartal 2008 beschleunigt. Jedoch wurden in der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums die vorläufigen Angaben zur Wirtschaftsentwicklung deutlich nach unten korrigiert. Gegenüber dem Vorquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 2,8 Prozent, während vorläufig lediglich ein Anstieg um 3,3 Prozent gemeldet worden war.
Der Dow Jones verliert derzeit 0,27 Prozent auf 10.992,83 Punkte, der S&P 500 gibt aktuell 1,02 Prozent auf 1.196,84 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnet wiederum momentan ein Minus von 1,19 Prozent auf 2.160,50 Punkte.
Washington Mutual, die größte Sparkasse in den USA, ist unter der Last der anhaltenden Kreditkrise zusammengebrochen. Wie in der Nacht bekannt wurde, wird die Großbank JPMorgan große Teile des Bankgeschäfts von Washington Mutual für 1,9 Mrd. Dollar übernehmen. Ferner kündigte JPMorgan eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Mrd. Dollar an. Am Markt kommt die Meldung gut an, die Aktie von JPMorgan gewinnt aktuell 2,5 Prozent. Washington Mutual knicken um rund 90 Prozent ein.
Der Technologiesektor wiederum leidet zusätzlich unter den am Vorabend vorgestellten Zahlen des kanadischen BlackBerry-Herstellers Research In Motion. Der Konzern konnte seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal kräftig steigern, allerdings nicht ganz so stark wie von Analysten erwartet. Der Titel sackt daraufhin um fast 27 Prozent ab.
Papiere von Jabil Circuit legen gegen den Trend 2 Prozent zu. Der Auftragshersteller von Elektronikkomponenten hat die Gewinnschätzungen im vierten Quartal auf bereinigter Basis knapp verfehlt. Der Umsatz nahm indes etwas stärker zu als erwartet.
Anteilsscheine des Baukonzerns KB Home, der auch im dritten Quartal unter der anhaltenden Krise an den US-Immobilienmärkten zu leiden hatte und einen kräftigen Verlust eingefahren hat, geben leicht ab.
Der Pharmakonzern Alpharma hat die Übernahmeofferte seines Konkurrenten King Pharmaceuticals abgelehnt. Dabei hat das Board of Directors das Übernahmeangebot von King Pharmaceuticals in Höhe von 37 Dollar je Aktie als unzureichend zurückgewiesen. In diesem Zusammenhang wurden die Aktionäre dazu aufgefordert, das Angebot abzulehnen. Die aktuelle Offerte bewertet Alpharma mit 1,6 Mrd. Dollar. Während die Alpharma-Aktie rund ein Prozent zulegt, gewinnt die Aktie von King Pharmaceuticals ein halbes Prozent. (26.09.2008/ac/n/m)