New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street verzeichnet im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Alcoa-Zahlen, die nachbörslich anstehen, rote Vorzeichen. Einen Teil ihrer anfänglichen Verluste konnten die Indizes inzwischen aber wettmachen. Der Dow Jones verliert derzeit 0,40 Prozent auf 11.628 Punkte. Der S&P 500 büßt 0,29 Prozent auf 1.268 Zähler ein. Der NASDAQ Composite gibt um 0,22 Prozent auf 2.697 Punkte nach.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ermittelte die weiteren Aussichten für die Weltwirtschaft und gab heute eine Verbesserung bekannt. So erhöhte sich der OECD-Frühindikator für die 30 Mitgliedsländer im November 2010 auf 102,8 Zähler, nach 102,6 Zählern im Oktober. In der Länderbetrachtung wuchs der Konjunktur-Index für die USA gegenüber dem Vormonat um 0,5 auf 102,7 Zähler.
Das Marktgeschehen wird heute deutlich von einigen großen Akquisitionsmeldungen bestimmt. Der Energieversorger Duke Energy hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Konkurrenten Progress Energy geschlossen. Dabei sollen die Aktionäre von Progress Energy 2,6125 Anteilsscheine von Duke Energy für eine Aktie erhalten. Zum letzten Schlusskurs der Aktie von Duke Energy entspricht dies einem Wert von 46,48 Dollar je Progress Energy-Anteilsschein. Das Gesamtvolumen der Transaktion wurde auf 13,7 Mrd. Dollar beziffert, wobei Duke Energy außerdem 12,2 Mrd. Dollar an Konzernverbindlichkeiten von Progress Energy übernimmt. Durch den Zusammenschluss der beiden Konzerne entsteht den Angaben zufolge der führende Energieversorger in den USA mit einem Enterprise Value von rund 65 Mrd. Dollar und einer Marktkapitalisierung von 37 Mrd. Dollar. Während sich Duke Energy um 1,5 Prozent verbilligen, geben Progress Energy um 2,0 Prozent nach.
Ferner teilte der Chemiekonzern DuPont (E I DuPont de Nemours and) bereits am Sonntag mit, dass er den dänischen Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen Danisco für insgesamt 6,3 Mrd. Dollar übernehmen wird. Den Angaben zufolge zahlt der US-Konzern im Rahmen der Transaktion 5,8 Mrd. Dollar in bar und übernimmt Verbindlichkeiten in Höhe von 500 Mio. Dollar. Die Aktie von DuPont verbilligt sich um gut 2 Prozent.
Des Weiteren meldete der Biotechnologiekonzern Genzyme , dass die Gespräche mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi-Aventis derzeit fortgeführt werden. Den Angaben zufolge geht es bei den Gesprächen vor allem um die potenziellen Bedingungen für eine mögliche Transaktion. Den Angaben zufolge gibt es aber keine Garantie dafür, dass die Gespräche letztlich zu einer Transaktion führen. Einem Pressebericht von Freitag zufolge diskutieren die Unternehmen über eine Offerte im Volumen von 20,7 Mrd. Dollar. Dabei würden alle Genzyme-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 80,00 Dollar erhalten. Sanofi-Aventis hatte Anfang Oktober angeboten, alle ausstehenden Genzyme-Stammaktien für 69,00 Dollar in bar zu erwerben. Der Anteilschein von Genzyme legt um 1,6 Prozent zu.
Der britische Medizintechnikkonzern Smith & Nephew plc (SmithNephew) hat Presseberichten zufolge ein Übernahmeangebot von Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) zurückgewiesen. Wie die "New York Times" berichtet, hat der amerikanische Medizintechnik- und Konsumgüterhersteller ein Angebot in Höhe von 10,9 Mrd. Dollar vorgelegt, das die Briten dem Bericht zufolge zurückgewiesen haben. Smith & Nephew gilt bereits seit längerem als attraktiver Übernahmekandidat. Während die Aktie von Smith & Nephew über 9 Prozent zulegt, verlieren Papiere von Johnson & Johnson knapp 1 Prozent.
Schließlich gab der Chip-Ausrüster Standard Microsystems bekannt, dass er Conexant Systems , einen Anbieter von Halbleiterlösungen in den Bereichen Imaging, Audio, Embedded Modem und Videoüberwachung, im Rahmen einer Aktien- und Bartransaktion für insgesamt rund 284 Mio. Dollar übernehmen wird. Während sich Standard Microsystems um 9 Prozent verbilligen, rücken Conexant Systems um mehr als 15 Prozent vor.
Der auf Krebsmittel spezialisierte Biotechkonzern Celgene Corp. legte am Montag vorläufige Ergebnisse für das abgelaufene vierte Quartal 2010 vor und gab einen Ausblick für das laufende Jahr 2011. Demnach erhöhte sich der Umsatz im Berichtszeitraum um 38 Prozent auf 1,05 Mrd. Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn stieg um 18 Prozent auf 73 Cents je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld ein Ergebnis von 75 Cents je Aktie bei Erlösen von 1,04 Mrd. Dollar prognostiziert. Für das laufende Jahr 2011 erwartet Celgene einen Umsatz zwischen 4,4 und 4,5 Mrd. Dollar und ein Ergebnis von 3,30 bis 3,35 Dollar je Aktie. Hier prognostizieren Analysten derzeit einen Gewinn von 3,38 Dollar je Aktie und Umsätze von 4,42 Mrd. Dollar. Die Celgene-Aktie verliert aktuell fast 5 Prozent.
Der Konsumgüterhersteller Helen of Troy konnte im dritten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Das Papier gibt um 0,9 Prozent nach. Indes hat die Shaw Group ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 500 Mio. Dollar beschlossen. Nach deutlichen Gewinnen zu Handelsbeginn ist der Titel in die Verlustzone gerutscht und verliert derzeit 2,5 Prozent.
Ferner gab der Verlags- und Medienkonzern Playboy Enterprises (Playboy Enterprise b) gab bekannt, dass er mit der Icon Acquisition Holdings L.P., einer durch Hugh M. Hefner kontrollierten Gesellschaft, ein Abkommen geschlossen hat, das eine "Go-Private"-Transaktion des Unternehmens vorsieht. Den Angaben zufolge erhalten Playboy-Aktionäre im Rahmen des Rückzugs des Unternehmens von der Börse 6,15 Dollar für jeden ihrer Anteilsscheine. Der Titel schießt um 17 Prozent nach oben. (10.01.2011/ac/n/m)