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29.07.2011 19:24

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Wall Street Update: Verlustserie dauert an, BIP-Wachstum enttäuscht

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New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen setzen ihre Verlustserie vor dem Wochenende fort. Das beherrschende Thema bleibt die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA. Daneben belasten auch mehrheitlich negative Konjunkturdaten die Stimmung. So fiel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich geringer aus als erwartet. Der Dow Jones verliert derzeit 0,61 Prozent auf 12.166 Punkte. Der S&P 500 büßt 0,44 Prozent auf 1.295 Zähler ein. Der NASDAQ Composite gibt um 0,21 Prozent auf 2.760 Punkte nach.

Die US-Wirtschaftsleistung blieb im zweiten Quartal 2011 nach einer ersten Schätzung des US-Handelsministeriums deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,3 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 1,7 Prozent prognostiziert hatten. Im Vorquartal hatte sich das BIP der weltweit stärksten Volkswirtschaft lediglich um 0,4 Prozent erhöht. Gleichzeitig hat sich der Anstieg der US-Arbeitskosten nach Angaben des Arbeitsministeriums im zweiten Quartal 2011 mit beschleunigtem Tempo fortgesetzt. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der entsprechende Index in den USA um 0,7 Prozent an. Volkswirte waren nur von einer Kostensteigerung um 0,5 Prozent ausgegangen, nachdem der Index im ersten Quartal um 0,6 Prozent angezogen war.

Auch die anderen Konjunkturdaten lagen unter den Erwartungen. So lag der Einkaufsmanager-Index von Chicago im Juni 2011 bei 58,8 Punkten, nach 61,1 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Wert von 58,0 Punkten prognostiziert.

Zudem hat sich das US-Verbrauchervertrauen in die Wirtschaftsentwicklung im Juli 2011 verschlechtert. Wie aus einer Umfrage der University of Michigan vom Freitag hervorgeht, lag der Index im Berichtszeitraum bei revidiert 63,7 Punkten (vorläufig: 63,8 Punkten), während Volkswirte einen Stand von 63,8 Punkten erwartet hatten. Für den Vormonat wurde ein Indexstand von 71,5 Zählern ausgewiesen.

Daneben läuft die Berichtssaison weiter auf vollen Touren. So meldeten sich bereits gestern nach Börsenschluss wieder einige Hochkaräter zu Wort. Positiv aufgenommen wurde dabei der Zahlenausweis von MetLife . Der größte US-Lebensversicherer musste im zweiten Quartal aufgrund schwächerer Derivategewinne einen Gewinnrückgang hinnehmen. Angesichts der Erfolge im operativen Geschäft konnten die Erwartungen aber übertroffen werden. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 1,21 Mrd. US-Dollar bzw. 1,13 US-Dollar pro Aktie, nach 1,53 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 1,24 US-Dollar pro Aktie. Der Umsatz kletterte um 33 Prozent auf 16,89 Mrd. US-Dollar. Die Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,11 US-Dollar und einen Umsatz von 16,12 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Aktie rückt um 2,9 Prozent vor.

Daneben geht es für den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility Holdings um 1,2 Prozent nach unten. Das Unternehmen wies im zweiten Quartal einen Verlust aus. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch übertroffen. Der Ausblick indes enttäuschte.

Anteilscheine von Starbucks verbessern sich um 0,6 Prozent. Die Kaffeehauskette konnte im dritten Fiskalquartal 2010/11 dank gestiegener Umsätze den Gewinn unerwartet deutlich steigern. Schließlich verschlechtern sich Eastman Chemical (Eastman Chemical Company) um 3,1 Prozent, obwohl der zweitgrößte US-Chemiekonzern im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten konnte. Dabei wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

Heute ging der muntere Zahlenreigen weiter. Dabei stehen insbesondere die Daten von Merck & Co. im Blick. Der Pharmakonzern verbesserte im zweiten Quartal seinen Umsatz von zuvor 11,35 Mrd. US-Dollar auf nun 12,15 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei 2,02 Mrd. US-Dollar bzw. 65 Cents je Aktie, nach 752 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn betrug 95 Cents je Aktie. Neben der erfolgreichen Einführung neuer Produkte konnte Merck & Co im zweiten Quartal auch von den umgesetzten Kostensenkungen profitieren. Unter anderem verzeichnete der Konzern beim Asthma-Medikament Singulair sowie Remicade, einem Medikament zur Behandlung von Entzündungen, deutliche Absatzzuwächse. Analysten hatten zuvor ein EPS von 95 Cents bei Umsatzerlösen von 11,78 Mrd. US-Dollar erwartet. Ferner kündigte der Konzern einen weiteren Stellenabbau an. So sollen bis Ende des Jahres 2015 weitere 12 bis 13 Prozent der gesamten Konzernbelegschaft (Stand: 31.12.2009) abgebaut werden. Die Aktie gibt um 2,1 Prozent nach.

Daneben verschlechtern sich Chevron um 0,5 Prozent. Der zweitgrößte US-Ölkonzern steigerte vor dem Hintergrund gestiegener Ölpreise und verbesserter Raffineriemargen seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Der Nettogewinn belief sich auf 7,73 Mrd. US-Dollar bzw. 3,85 US-Dollar pro Aktie, nach 5,41 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um rund 31 Prozent auf 66,67 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 3,56 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 71,58 Mrd. US-Dollar ausgegangen.

Newell Rubbermaid (Newell Rubbermaid) machen einen Sprung um 7,2 Prozent nach oben. Der Konsumgüterkonzern hat seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert und profitierte dabei von einer starken Nachfrage in Lateinamerika und in der Asien/Pazifik-Region und steuerlichen Einmaleffekten. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen auch übertroffen. Allerdings wurde der Ausblick gesenkt. Weyerhaeuser geben indes um 1,0 Prozent nach, nachdem der Forstprodukte- und Papierhersteller im zweiten Quartal ein geringeres Ergebnis verbuchen musste.

Für Newmont Mining geht es um 3,3 Prozent nach unten. Der Goldminenbetreiber steigerte zwar im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn, verfehlte aber die Erwartungen der Analysten. Amgen verbessern sich um 1,3 Prozent. Der Biotech-Konzern konnte im zweiten Quartal mit einem Umsatzanstieg aufwarten. Der Nettogewinn sank aber leicht.

Aon (Aon) geben um 2,3 Prozent nach. Der weltgrößte Versicherungs-Broker konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal angesichts eines starken Umsatzwachstums um 69 Prozent verbessern. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Für eine positive Überraschung sorgte der Krankenversicherer Coventry Health Care . So hat man den Gewinn im zweiten Quartal vervielfacht, was vor allem mit einer Sonderbelastung im Vorjahr zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Für den Anteilsschein geht es dennoch um 4,4 Prozent nach unten. Der Energieversorger AEP (American Electric Power) konnte derweil im zweiten Quartal 2011 dank günstiger Wetterbedingungen das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen. Allerdings wurden die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Der Titel verliert daraufhin 0,8 Prozent an Wert. (29.07.2011/ac/n/m)

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